Auto-Abos versprechen Flexibilität statt Besitz - und verändern damit nicht nur das Fahrverhalten, sondern auch die Rollen von Versicherern, Werkstätten und Autohäusern.
Der klassische Autokauf verliert an Strahlkraft - steigende Preise und ein neues Nutzungsverhalten stellen Besitzmodelle infrage. "Besonders die Generation Y und Z, digitalaffin und wenig besitzorientiert, schätzt die kurze Bindung, die einfache Online-Buchung und die planbaren Kosten", sagt Max Gratz, Geschäftsführer von myAutoAbo. Mit seiner Plattform will er ein Modell in den breiten Markt tragen, das zwischen Carsharing und Leasing liegt und gleichermaßen Stadt- wie Landbewohner erreicht. Ein Gespräch über Kostenbewusstsein, digitale Erwartungen und die Frage, warum Vertrauen für das Auto-Abo entscheidender ist als Motorleistung.
Ist der Mobilitätswandel ein städtisches Phänomen?
Mobilitätswandel meint den Wechsel vom besitzorientierten Individualverkehr - etwa klassischem Autokauf oder Leasing - hin zu flexiblen, nutzungsbasierten Angeboten wie Carsharing oder E-Scooter. Das Auto-Abo ist dabei eine Hybridform zwischen Carsharing und klassischen Besitz: keine langfristige Bindung, aber ein eigenes Fahrzeug jederzeit verfügbar - bei planbaren Kosten.
In Städten sind die "extremen" Modelle wie Carsharing deutlich stärker vertreten, auf dem Land fehlt oft die kritische Masse. Das Auto-Abo ist hingegen kein reines Großstadtphänomen. Die Unterschiede zwischen Stadt und Land fallen geringer aus, als viele vermuten: Knapp die Hälfte der myAutoAbo-Nutzer lebt in Städten, die andere Hälfte in ländlichen Regionen. Monatliche Raten und Laufleistungen sind nahezu identisch.
Warum verabschieden sich immer mehr Menschen vom eigenen Auto[kauf] - aus Überzeugung oder aus Kostendruck?
Beides spielt eine Rolle. Auf der Kostenseite ist der Druck hoch: steigende Preise, sinkende Reallöhne - viele Haushalte können sich heute weniger leisten als noch vor ein paar Jahren. Große Anschaffungen wie ein Autokauf werden vermieden. Stattdessen greifen Kunden zu klar kalkulierbaren Monatsraten. Das stärkste Wachstum sehen wir im Segment zwischen 230 und 600 Euro - ein deutliches Signal für preisbewusste Mobilität.
Gleichzeitig überzeugt das Modell auch unabhängig vom Preis. Jüngere Generationen sind es gewohnt, für Nutzung statt Besitz zu zahlen - andere Branchen haben den Wandel längst vollzogen, vom DVD-Kauf zu Netflix oder vom Album zu Spotify. Genau dieser Wechsel passiert jetzt auch beim Auto. Besonders die Generation Y und Z, digitalaffin und wenig besitzorientiert, schätzt die kurze Bindung, die einfache Online-Buchung und die planbaren Kosten. Mit wachsender Bekanntheit entdecken immer mehr Menschen diese Form der Mobilität für sich - und bleiben dabei. Für viele ist sie längst die bequemere, planbarere Alternative zum Autokauf.
Was beobachten Sie konkret im Nutzerverhalten, wenn Menschen das erste Mal ein Auto-Abo abschließen?
Zu Beginn gibt es oft Nachfragen - viele wollen genau verstehen, was im Abo enthalten ist und ob es wirklich keine versteckten Kosten oder eine Anzahlung gibt. Diese Skepsis stammt meist aus Leasing-Erfahrungen. In Kundenanfragen erklären wir dann, dass tatsächlich alles im Abo inklusive ist, außer Tanken bzw. Laden. Für viele ist dieses "Rundum-Paket" neu und braucht etwas Erklärung, bevor sie sich entscheiden - dann sind sie schnell begeistert.
Aber: Das Modell selbst hat noch zu wenig Bekanntheit. Genau hier setzen wir bei myAutoAbo an: Wir schaffen Vergleichbarkeit, Transparenz und machen das Auto-Abo einem breiteren Publikum zugänglich.
Wie beeinflussen saisonale Bedürfnisse oder Lebensphasen die Nutzung von Auto-Abos?
Saisonalität spielt im Abo kaum eine Rolle. Bei einer durchschnittlichen Laufzeit von 12 Monaten wechseln die wenigsten alle sechs Monate das Fahrzeug - im Gegenteil, viele verlängern. Rund 60% der Klicks auf Angebote bei myAutoAbo entfallen auf einjährige Verträge.
Dazu kommt, dass Anbieter mittlerweile auch 24-Monats-Abos einstellen. Für viele Kunden zählt neben Flexibilität zunehmend auch Komfort. Auffällig ist dabei die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage: Während rund 13% unserer Nutzer ein 24-Monats-Abo suchen, macht diese Vertragslaufzeit nur 6% der Angebote aus.
Lebensphasen hingegen beeinflussen die Nutzung und Auswahl von Auto-Abos stark. Hier ist die Flexibilität ein klarer Vorteil: Wer sich in veränderten Umständen befindet, kann schnell sein Auto tauschen und so unkompliziert das passende Modell wählen, wenn sich der Bedarf ändert - zum Beispiel ein SUV bei Familienzuwachs oder ein kompakter Kleinwagen nach einem Umzug in die Stadt.
Wie unterscheiden sich die Ansprüche von Abo-Kunden von denen klassischer Käufer?
Abo-Kunden erwarten in erster Linie Einfachheit und Transparenz. Sie wollen ein klar kalkulierbares Gesamtpaket, das alle laufenden Kosten abdeckt, und legen Wert auf eine schnelle, vollständig digitale Abwicklung gepaart mit gutem Service. Der Preis wird online verglichen, oft per Smartphone gebucht - mehr als die Hälfte aller Abo-Abschlüsse erfolgt mittlerweile mobil.
Klassische Käufer denken stärker in Besitz- und Wertvorstellung: Ausstattung, Wiederverkaufswert und langfristige Haltbarkeit spielen eine größere Rolle. Abo-Kunden dagegen sind weniger markentreu und wechseln eher das Modell, wenn ein attraktiveres Angebot verfügbar ist. Sie kaufen nicht das Auto, sondern die Mobilität - flexibel und ohne sich über Jahre festzulegen.
Was bedeutet der Abschied vom Besitz für angrenzende Branchen - etwa Versicherungen, Werkstätten oder Autohäuser?
Bei Versicherungen verschiebt sich der Fokus: Nicht mehr der Endkunde wird versichert, sondern der Abo-Anbieter als Flottenhalter. Das macht das Modell besonders für Fahranfänger interessant, weil deren individuelle Risikoprämien entfallen. Versicherer profitieren von geringeren Akquisekosten und können in einem Schritt viele Policen abschließen, während Abo-Anbieter durch die Bündelung bessere Konditionen erhalten.
Für Werkstätten gilt ein ähnliches Prinzip. Die Fahrzeuge werden zwar genauso genutzt wie im klassischen Besitz, doch der Auftraggeber ist nicht mehr der einzelne Fahrer, sondern der
Abo-Anbieter. Das reduziert den Akquiseaufwand, führt zu stabilerem Auftragsvolumen und oft zu Rabatten für den Anbieter.
Für Autohäuser ist das Abo eine zusätzliche Vertriebssäule - sofern sie es aktiv anbieten. Wer den Trend ignoriert, riskiert, dass Kunden zu Abo-Plattformen oder anderen Händlern wechseln, die diese flexible Form der Mobilität im Programm haben.
Welche Rolle spielt Vertrauen, wenn Kunden ihr Auto nicht mehr besitzen, sondern mieten?
Eine große! Wer ein Auto nicht besitzt, sondern mietet, muss sich darauf verlassen können, dass Qualität, Zustand und Service stimmen. Viele Kunden betreten mit dem Abo Neuland - Transparenz bei Konditionen, klare Kommunikation und verlässlicher Support sind daher entscheidend.
Das Vertrauen richtet sich weniger auf das Auto selbst, sondern auf den Anbieter: Hält er Zusagen ein, gibt es keine versteckten Kosten, funktioniert der Ablauf reibungslos? Positive Erfahrungen sind hier der Schlüssel - wer beim ersten Abo gut betreut wird, entscheidet sich mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder für das Modell.
Bei Vergleichsplattformen wie myAutoAbo kommt eine weitere Ebene hinzu: Nutzer erwarten, dass nur seriöse, geprüfte Anbieter gelistet sind, alle Angebote transparent dargestellt werden und echte Kundenstimmen sichtbar sind. Genau dieses Vertrauen schaffen wir - und treiben damit das Modell Auto-Abo Tag für Tag weiter in den breiten Markt.
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