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Die Nordex-Aktie spaltete die vergangenen Monate und Jahre die Anleger.
Der Windkraft-Spezialist hat aber seit Jahresbeginn 90 Prozent, bzw. fast 100 Prozent zugelegt. Das ist beeindruckend. Immer wieder holt sich Nordex neue Großaufträge. Aber die Vergangenheit zeigte hohe Kursschwankungen. Der aktuelle Kurs liegt bei 21,26 Euro. Das macht die Aktie wieder interessant und erscheint angesichts der Charttechnik auch noch aussichtsreich. Nordex hängt zwar stark vom europäischen Markt ab. Das bringt Chancen und Risiken mit sich. Neue Aufträge aus Schweden und Schleswig-Holstein sind gute Zeichen. Hat Nordex die Wende dauerhaft geschafft oder fallen die Kurse wieder wie früher?
Starke Geschäfte
Für Nordex läuft es derzeit richtig gut. Das Hamburger Unternehmen sammelt einen Großauftrag nach dem anderen. Das zeigt, dass die Firma liefern kann. Der neueste Deal kommt von Trianel Erneuerbare Energien. Es geht um einen 46-Megawatt-Windpark in Schleswig-Holstein. Nordex baut acht Turbinen dort auf und dazu gibt es einen 20-Jahre-Servicevertrag. Das bringt nicht nur einiges an Geld sofort, sondern es sichert auch Einnahmen für die Zukunft. Die Zahlen sind eindeutig, denn Nordex macht 7,30 Milliarden Euro Umsatz. Der Gewinn liegt bei 8,84 Millionen Euro. Für 2025 rechnet das Management mit bis zu 7,9 Milliarden Euro an Erlösen. Weltweit hat Nordex über 57 Gigawatt Leistung installiert und ist damit das Unternehmen ein wichtiger und auch großer Player. Die Auftragsbücher füllen sich kontinuierlich. Projekte wie die schwedischen Windparks mit insgesamt 115 Megawatt Kapazität zeigen, dass Nordex auch international gefragt ist. Diese Diversifikation innerhalb Europas reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Märkten und stärkt die Planungssicherheit.
Charttechnik
Aus charttechnischer Sicht präsentiert sich die Nordex-Aktie derzeit stark. Der RSI-Wert von 63 deutet darauf hin, dass das Papier nicht überkauft ist. Zuletzt lag dieser im oberen Bereich deutlich über 70 und war damit überkauft. Aktuell besteht wieder Platz und Luft nach oben zur Frotsetzung des Aufwärtstrends. Die beeindruckende Rally seit Jahresbeginn hat viele Investoren überrascht und neue Käuferkreise angezogen. Während 2019 ein Plus von über 60 Prozent zu Buche stand, folgte 2021 ein herber Rückschlag von knapp 40 Prozent. Langfristige Anleger mussten schon einiges bei Nordex durchmachen. Umso schöner für sie, dass die technischen Indikatoren jetzt das Ende der Verschnaufpause nach dem steilen Anstieg andeuten. Die beiden SMAs (50er und 200er) liegen unter dem aktuellen Kurs und deuten damit mittel- und langfristige weiter nach oben. Theoretisch wäre aber noch eine Konsolidierung in Richtung 20 Euro denkbar und auch absolut kein Beinbruch für das grundsätzlich positive Gesamt-Chartbild.
Europa-Fokus als Chance und Risiko zugleich
Nordex setzt stark auf Europa. Das hat Vor- und Nachteile. Die EU will grüne Energie fördern. Die Mitgliedstaaten haben ehrgeizige Klimaziele. Das hilft Nordex. Die Energiewende sorgt für stetige Nachfrage nach Windrädern, aber diese Strategie hat auch Risiken. Politik kann sich ändern und dann leidet Nordex sofort. Werden Ausbaupläne verschoben, schadet das dem Geschäft, Subventionen fallen weg und dann wird es schwierig. Nordex hängt stark von staatlicher Förderung ab, das sollten Anleger wissen. Chinesische Firmen wollen ebenfalls nach Europa. Das macht den Wettbewerb härter, aber die Asiaten haben Probleme. Ming Yang Smart Energy ist aus einem Nordsee-Projekt ausgestiegen. Stattdessen kam Siemens Gamesa zum Zug. Das zeigt, dass chinesische Hersteller in Europa noch mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben.
Was tun?
Nordex präsentiert sich als spannendes Investment mit Potenzial. Die operativen Zahlen stimmen zuversichtlich, die Auftragslage entwickelt sich positiv, und das Unternehmen profitiert vom Megatrend Energiewende. Die jüngsten Großaufträge unterstreichen die Marktposition des Konzerns. Für risikoaffine Anleger, die von der Energiewende profitieren möchten, bietet Nordex durchaus große Chancen. Die fundamentale Stärke des Geschäftsmodells und die kontinuierlich wachsende Nachfrage nach Windkraft sprechen für das Unternehmen. Man könnte versuchen im Bereich um 20 Euro einen Fuß in die Tür zu bekommen und dies mit einem Stopp z. B. bei 17 Euro absichern. Längerfristig sollte es für Nordex in die Region um 25-28 Euro gehen.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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