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MÄRKTE EUROPA/Risk off - Anleger suche Defensive Sektoren

DJ MÄRKTE EUROPA/Risk off - Anleger suche Defensive Sektoren

DOW JONES--An den europäischen Aktienmärkte geht es am Dienstag im frühen Handel deutlich nach unten. Damit wird den Börsen in Seoul und Tokio gen Süden gefolgt. Es ist die Stimmungslage, die gedreht hat, Anleger sind über Nacht vorsichtiger geworden. Der Liquididtätshunger der großen KI-Unternehmen ist gigantisch, hunderte von Milliarden sollen investiert werden. Nach der Hausse am Aktienmarkt ist dort viel Geld investiert, die Liquidität am US-Geldmarkt eher schon leicht angespannt.

Auch ansonsten gibt es Fragen, vor allem zum US-China-Deal von vergangener Woche. Der zwischen den USA und China vereinbarte Deal, wonach China für ein Jahr seine Ausfuhrbeschränkungen auf Seltene Erden aussetzt, gilt möglicherweise nicht für Europa. Laut Euractiv sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Montag, man gehe davon aus, dass die Aussetzung für alle Handelspartner gelte. Er fügte aber hinzu: "Wir kontaktieren gerade die Chinesen, um die genauen Modalitäten zu verstehen." Bisher haben weder China noch die EU die Aufhebung der im April verhängten Ausfuhrkontrollen angekündigt.

Der DAX verliert 1,4 Prozent auf 23.784 Punkte, der Euro-Stoxx-50 handelt 1,2 Prozent tiefer bei 5.609 Zählern. Ein Blick auf die Sektoren zeigt, dass sich Anleger defensiv positionieren. Während alle Branchen-Indizes im Minus notieren, zeigen sich die Sektoren der Nahrungsmittelhersteller, der Immobilienwerte sowie der Unternehmen aus dem Gesundheitssektor mit kleinen Abschlägen. Einzelhandelswerte notieren dagegen 2 Prozent im Minus - ebenso die Minenwerte.

Auch die Technologiewerte zeigen sich mit einem Abschlag von 1,6 Prozent europaweit sehr schwach. Bereits in Asien kamen die Technologiewerte teils deutlich unter Druck. Die Bewertungen der US-Pendants haben schwindelerregende Bewertungen erreicht. "Die Warnungen vor den hohen Bewertungen und einer möglichen Korrektur werden lauter. Kein Wunder. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des Nasdaq-100 liegt mit aktuell 35 stolze 11 Punkte höher als im Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre", so der Vermögensverwalter QC Partners. Die extrem hoch bewertete Palantir-Aktie hat derweil nachbörslich mit Abgaben von mehr als 5 Prozent auf die Geschäftszahlen in den USA reagiert.

Wichtige Konkjunkturdaten stehen am Berichtstag nicht zur Veröffentlichung an, auch wegen des anhaltenden Regierungsstillstandes in den USA. Vor 35 Tagen trat die US-Haushaltssperre in Kraft, womit der aktuelle "Government Shutdown" nun so lange andauert, wie der bisher längste Regierungsstillstand in der US-Geschichte (Jahreswechsel 2018/2019). Da sich weiterhin keine Einigung im Haushaltsstreit abzeichnet, scheint ein neuer unrühmlicher Rekord unausweichlich.

An den europäischen Aktienmärkten setzt die an Tempo zulegende Berichtssaison verstärkt Akzente. Hugo Boss (+0,4%) hat es im schwachen und rabattaffinen Marktumfeld geschafft, trotz Umsatzrückgang die Gewinne marginal zu steigern und die Margen leicht zu verbessern.

FMC brechen nach Zahlenausweis um 5 Prozent ein. Die Citi bemängelt das schwache US-Geschäft. Nemetschek (-1%) hat im dritten Quartal ihren profitablen Wachstumskurs dank der guten Umsätze aus Subskription und SaaS fortgesetzt. Auf Segmentbasis trugen vor allem die beiden Segmente Design und Build zur soliden operativen Entwicklung des Softwareunternehmens bei.

Philips nach gutem Quartal optimistischer für Marge 2025

Philips (+2%) hat im dritten Quartal Umsatz und Gewinn gesteigert und wird beim Ausblick teilweise optimistischer. Bei der erwarteten EBITA-Marge erwarten die Niederländer zwar nach wie vor einen Wert in der Bandbreite von 11,3 bis 11,8 Prozent, gehen nun aber von einem Wert am "oberen Ende der Spanne" aus.

Als im Rahmen der Erwartungen liegend beschreibt JP Morgan die Drittquartalszahlen von Geberit (+2,3%) . Als leicht stützend für die Aktie werten die Analysten den moderat angehobenen Umsatz-Ausblick. Das Unternehmen rechnet nun mit einem Umsatzwachstum von 4,5 Prozent nach zuvor rund 4 Prozent. Die Analysten sehen leichten Revisionsbedarf bei den Konsensschätzungen, was der Aktie am Berichtstag etwas Rückenwind verschaffen könnte.

=== 
INDEX           zuletzt    +/- %   absolut  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50       5.609,42    -1,2%   -69,83   +16,0% 
Stoxx-50         4.715,37    -1,1%   -50,18   +10,6% 
DAX           23.784,04    -1,4%   -348,37   +20,3% 
MDAX           29.388,64    -1,5%   -446,42   +16,6% 
TecDAX          3.581,46    -1,4%   -49,02    +6,2% 
SDAX           16.288,56    -1,5%   -254,87   +22,0% 
CAC            8.014,20    -1,2%   -95,59    +9,9% 
SMI           12.170,21    -0,5%   -65,33    +5,5% 
ATX            4.796,25    -0,9%   -44,80   +32,2% 
 
DEVISEN          zuletzt    +/- %    0:00  Fr, 18:20  % YTD 
EUR/USD           1,1515    -0,1%   1,1521   1,1523 +11,2% 
EUR/JPY           176,95    -0,4%   177,66   177,66  +9,0% 
EUR/CHF           0,9305    -0,0%   0,9308   0,9265  -0,8% 
EUR/GBP           0,8795    +0,3%   0,8770   0,8780  +6,1% 
USD/JPY           153,67    -0,3%   154,21   154,17  -2,1% 
GBP/USD           1,3092    -0,3%   1,3137   1,3124  +5,0% 
USD/CNY           7,0860    -0,2%   7,1005   7,1060  -1,5% 
USD/CNH           7,1254    -0,0%   7,1265   7,1246  -2,8% 
AUS/USD           0,6510    -0,4%   0,6537   0,6535  +5,7% 
Bitcoin/USD       103.860,25    -2,5% 106.469,45 108.764,80 +15,9% 
 
ROHÖL           zuletzt VT-Settlem.    +/- %   +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex          60,08    61,05    -1,6%    -0,97 -15,2% 
 
METALLE          zuletzt    Vortag    +/- %   +/- USD  % YTD 
Gold           3.996,64   3.997,82    -0,0%    -1,18 +52,5% 
Silber            48,01    48,13    -0,2%    -0,12 +66,5% 
Platin          1.359,99   1.362,68    -0,2%    -2,69 +55,6% 
Kupfer            4,97     5,07    -1,9%    -0,10 +21,0% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/flf

(END) Dow Jones Newswires

November 04, 2025 04:07 ET (09:07 GMT)

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© 2025 Dow Jones News
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