DJ PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen
Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
INFLATION - Die Inflation bereitete in den vergangenen Jahren vielen Verbrauchern Sorgen. Für 2026 rechnen Ökonomen nun mit weitgehend stabilen Preisen - die weltpolitischen Spannungen könnten das allerdings ändern. "Für 2026 rechnen die meisten damit, dass die Inflation im Euro-Raum niedrig bleibt, sogar unter zwei Prozent sinkt", sagt Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der staatlichen Förderbank KfW. "Aber es kann jederzeit anders kommen, wenn es Zölle gegen China gibt, wenn sich die Gasversorgung verknappt, wenn KI einen Effekt auf die Arbeitsmärkte hat." Inflationsbekämpfung sei definitiv schwieriger geworden, so Schumacher. (Süddeutsche Zeitung)
EZB - Zentralbank-Chefin Christine Lagarde bekommt laut einer Analyse der Financial Times eine Gesamtvergütung, die mehr als 50 Prozent über ihrem veröffentlichten Gehalt liegt. Nach Berechnungen der Zeitung kam sie im Jahr 2024 auf insgesamt rund 726.000 Euro, etwa 56 Prozent mehr als das von der EZB in ihrem Jahresbericht angegebene "Grundgehalt". Das ist fast viermal so viel, wie Fed-Chef Jay Powell erhält, dessen Vergütung durch US-Bundesgesetze festgelegt ist und derzeit auf 203.000 Dollar begrenzt ist. Während Lagardes Gesamtgehalt im Vergleich zu CEOs großer EU-Unternehmen bescheiden ist, zeigt die Analyse, wie beschränkt die Offenlegung von Gehältern bei der EZB nach wie vor ist. (Financial Times)
IRAN - Der Iran bietet ausländischen Regierungen den Verkauf fortschrittlicher Waffensysteme wie ballistische Raketen, Drohnen und Kriegsschiffe gegen Kryptowährung an, um die westlichen Finanzkontrollen zu umgehen. Das iranische Ministerium für Verteidigungsexporte, bekannt als Mindex, ist laut Werbematerialien und Zahlungsbedingungen, die von der Financial Times analysiert wurden, bereit, Militärverträge auszuhandeln, die Zahlungen in digitalen Währungen sowie Tauschgeschäfte und Zahlungen in iranischen Rial ermöglichen. (Financial Times)
ARBEITSLOSIGKEIT - Trotz schwieriger Wirtschaftslage in Deutschland gibt es positive Entwicklungen am Arbeitsmarkt, und zwar ausgerechnet beim viel kritisierten Bürgergeld. Dies zeigt ein Blick auf die Entwicklung im abgelaufenen Jahr. Nach den jüngsten verfügbaren Daten vom November ist die Zahl der Hilfebezieher im Vergleich zum November 2024 deutlich zurückgegangen. Die Zahl der Menschen im Bürgergeld sank um mehr als 212 000 auf rund 5,2 Millionen. Hauptursache ist, dass mehr und mehr Geflüchtete eine Arbeit aufnehmen. "Derzeit sinkt die Arbeitslosigkeit stark bei Ukrainern und Menschen aus den Asylhauptherkunftsländern", sagt Arbeitsmarktexperte Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB. (Süddeutsche Zeitung)
GRUNDSICHERUNG - Der SPD-Vizevorsitzende Alexander Schweitzer bezweifelt, dass die Pläne der Bundesregierung für Komplettsanktionen in der neuen Grundsicherung rechtmäßig sind. Zu Totalsanktionen gebe es "eine klare Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts", sagte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident. "Die Richter in Karlsruhe haben entschieden, wie weit Sanktionen gehen dürfen. Leistungen komplett zu streichen, geht demnach nicht." (Funke Mediengruppe)
RENTENREFORM - Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein fordert von den eingesetzten Reformkommissionen zu Rente, Gesundheit und Sozialstaat zügige und konkrete Ergebnisse und stimmt die Bevölkerung auf Einschnitte ein. "Wir brauchen ein mutiges Reformpaket, um die Sozial- und Gesundheitsausgaben deutlich zu senken, die Finanzierung und Qualität der Pflege nachhaltig zu stärken und unser Rentensystem generationengerecht neu aufzustellen", sagte der CDU-Politiker. (Bild-Zeitung)
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January 02, 2026 00:59 ET (05:59 GMT)
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