NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Freitag leicht gestiegen. Zu Beginn des neuen Handelsjahres rückten geopolitische Risiken in den Fokus. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März kostete 61,24 US-Dollar. Das waren 39 Cent mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI mit Lieferung im Februar stieg um 38 Cent auf 57,80 Dollar.
Der Konflikt zwischen den USA und dem Opec-Mitglied Venezuela bleibt ein bestimmendes Thema am Ölmarkt. Zuletzt hatte die US-Regierung den Druck erhöht. Die US-Streitkräfte haben vor der Küste Venezuelas zahlreiche Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge zusammengezogen. Das Militär versenkte eine Reihe von angeblichen Drogenbooten, außerdem wurden mit Sanktionen belegte Öltanker aus Venezuela beschlagnahmt.
Gestützt wurden die Ölpreise auch durch den Ukraine-Krieg. Über den Jahreswechsel haben Russland und die Ukraine gegenseitig ihre Schwarzmeerhäfen angegriffen und einmal mehr Infrastruktur beschädigt. Im Gebiet Kaluga südwestlich von Moskau wurde nach Informationen russischer Telegramkanäle ein Tanklager getroffen. Eine offizielle Bestätigung gab es nicht. Auch die Raffinerie von Ilski in Südrussland wurde Berichten zufolge zum wiederholten Mal attackiert.
Darüber hinaus sanken die US-Ölreserven zuletzt überraschend. Nach Angaben der amerikanischen Regierung vom Mittwoch waren die Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche um 1,9 Millionen Barrel auf 422,9 Millionen Barrel geschrumpft. Analysten hatten im Schnitt einen Anstieg um 0,5 Millionen Barrel erwartet. Sinkende Ölreserven in der größten Volkswirtschaft der Welt stützen in der Regel die Ölpreise./jkr/mis
