WASHINGTON (dpa-AFX) - Nach der Festnahme von Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro durch US-Spezialkräfte will Präsident Donald Trump bei der Machtfrage in Caracas mitentscheiden. "Wir treffen diese Entscheidung jetzt. Wir können nicht riskieren, dass jemand anderes übernimmt und einfach so weitermacht", sagte er in einem Telefoninterview des Senders Fox News auf die Frage nach der politischen Zukunft von Venezuela. "Wir werden sehr involviert sein. Wir wollen Freiheit für die Menschen erreichen."
Die USA hatten in der Nacht auf Samstag (Ortszeit) Ziele in Venezuela angegriffen, den autoritären Staatschef Maduro gefasst und außer Landes gebracht. Ihm soll nun in New York unter anderem wegen Drogenhandels der Prozess gemacht werden.
Vizepräsidentin würde laut Verfassung übernehmen
Nach der venezolanischen Verfassung würde Vizepräsidentin Delcy Rodríguez bei einem Ausfall des Staatschefs bis zu Neuwahlen die Regierungsgeschäfte übernehmen. Als mögliche Szenarien werden in der Verfassung unter anderem Tod, Rücktritt, Amtsenthebung oder Amtsaufgabe aufgeführt.
Da im vorliegenden Fall keiner dieser Gründe vorliegt, geht Venezuelas Außenminister davon aus, dass Maduro weiterhin Präsident ist. "Die Verfassung ist klar: Der gewählte Präsident, der verfassungsmäßige Präsident ist Nicolás Maduro Moros. Seine physische Anwesenheit in Venezuela muss von den USA sofort wieder hergestellt werden", sagte Yvan Gil im Staatsfernsehen./ngu/DP/he
