Köln (ots) -
Zum 150. Geburtstag des ersten deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer hat der frühere Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) eindringlich dazu aufgerufen, an Adenauers Kurs der Europäisierung festzuhalten. "Adenauer hat die Europäisierung Westdeutschlands vorangebracht", sagte Fischer der Kölnischen Rundschau (online und Montagausgabe): "Das war seine riesige historische Leistung, und die wird jetzt durch die AfD in Frage gestellt. Machen wir uns da keine Illusionen." Die AfD wolle zurück zum "alten preußisch geprägten Deutschland". Fischer: "Dass wir dagegen an der Europäisierung festhalten, ist unser oberstes nationales Interesse." Innenpolitisch sei Adenauer zwar milde formuliert "sehr rückwärtsgewandt" gewesen, und die Rolle von Kanzleramtschef Hans Globke, Kommentator der Nürnberger Gesetze, sei "eine ganz dunkle Stelle. Aber in der Außenpolitik hat Adenauer Großartiges geleistet." Fischer betonte: "Außenpolitisch verdanken wir ihm unendlich viel."
"Kernpfeiler im Fundament Europas" ist für Fischer die deutsch-französische Aussöhnung. Sie sei aber nie aber "nie eine Alternative zu seinem Verhältnis oder dem der Bundesrepublik zu den USA" gewesen. Nun müsse man sich darauf vorbereiten, dass die USA sich "perspektivisch zurückziehen" würden: "Ob ganz oder teilweise, das werden wir sehen." Fischer verteidigte den Kurs von Bundeskanzler Friedrich Merz, in dieser Situation auf einen Kernverbund großer europäischer Staaten zu setzen: "In Sicherheitsdingen geht es nicht anders". Fischer betonte, der Angriff Russlands auf die Ukraine habe einen "enormen Außendruck auf alle Europäer entfaltet" und "die Debatte bei uns alle Entscheidungen völlig verändert". Der Ex-Außenminister weiter: "Insofern bin ich Optimist. Auch zu Adenauers Zeiten war der Außendruck entscheidend."
Adenauer wurde am 5. Januar 1876 in Köln geboren. Er war von 1949 bis 1963 Bundeskanzler und starb am 19. April 1967 in Rhöndorf.
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Kölnische Rundschau
Raimund Neuß
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Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/70111/6189874
Zum 150. Geburtstag des ersten deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer hat der frühere Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) eindringlich dazu aufgerufen, an Adenauers Kurs der Europäisierung festzuhalten. "Adenauer hat die Europäisierung Westdeutschlands vorangebracht", sagte Fischer der Kölnischen Rundschau (online und Montagausgabe): "Das war seine riesige historische Leistung, und die wird jetzt durch die AfD in Frage gestellt. Machen wir uns da keine Illusionen." Die AfD wolle zurück zum "alten preußisch geprägten Deutschland". Fischer: "Dass wir dagegen an der Europäisierung festhalten, ist unser oberstes nationales Interesse." Innenpolitisch sei Adenauer zwar milde formuliert "sehr rückwärtsgewandt" gewesen, und die Rolle von Kanzleramtschef Hans Globke, Kommentator der Nürnberger Gesetze, sei "eine ganz dunkle Stelle. Aber in der Außenpolitik hat Adenauer Großartiges geleistet." Fischer betonte: "Außenpolitisch verdanken wir ihm unendlich viel."
"Kernpfeiler im Fundament Europas" ist für Fischer die deutsch-französische Aussöhnung. Sie sei aber nie aber "nie eine Alternative zu seinem Verhältnis oder dem der Bundesrepublik zu den USA" gewesen. Nun müsse man sich darauf vorbereiten, dass die USA sich "perspektivisch zurückziehen" würden: "Ob ganz oder teilweise, das werden wir sehen." Fischer verteidigte den Kurs von Bundeskanzler Friedrich Merz, in dieser Situation auf einen Kernverbund großer europäischer Staaten zu setzen: "In Sicherheitsdingen geht es nicht anders". Fischer betonte, der Angriff Russlands auf die Ukraine habe einen "enormen Außendruck auf alle Europäer entfaltet" und "die Debatte bei uns alle Entscheidungen völlig verändert". Der Ex-Außenminister weiter: "Insofern bin ich Optimist. Auch zu Adenauers Zeiten war der Außendruck entscheidend."
Adenauer wurde am 5. Januar 1876 in Köln geboren. Er war von 1949 bis 1963 Bundeskanzler und starb am 19. April 1967 in Rhöndorf.
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