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MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:

FEIERTAGSHINWEIS

MONTAG: In Stockholm wird wegen des am 6. Januar folgenden handelsfreien Dreikönigsfeiertags verkürzt gehandelt. In Moskau ruht der Handel zu Beginn des neuen Jahres weiterhin und wird erst am 12. Januar wieder aufgenommen.

DIENSTAG: In Stockholm, Helsinki und Moskau ruht der Börsenhandel.

TAGESTHEMA

Nach den Militärschlägen gegen Venezuela und der Gefangennahme von Machthaber Nicolas Maduro wollen die USA eine Übergangsregierung in dem südamerikanischen Land installieren. Diese soll die angeschlagene Ölindustrie reparieren und ein Land stabilisieren. Die US-Militäroperation zur Absetzung Maduros sei schnell, präzise und mit Entschiedenheit abgelaufen, aber was als Nächstes komme, sei voller Risiken und berge das Potenzial für Fehler, sagten aktuelle und ehemalige US-Vertreter. US-Präsident Donald Trump ließ die Aussicht auf die Einsetzung einer Übergangsregierung in Venezuela relativ einfach erscheinen. Er sagte am Samstag, dass Milliarden an Ölgeldern verwendet würden, um die Industrie wiederaufzubauen und die Venezolaner reich zu machen. Er sagte, er werde die nächste Phase in der Geschichte des Landes persönlich beaufsichtigen, nachdem Maduro bei einem nächtlichen Zugriff durch US-Kommandos entmachtet worden war. Ansonsten nannte Trump nur wenige Details. Derweil drohte Trump Venzuelas Interims-Staatschefin Rodriguez mit einem zweiten Militärschlag, sollte die verbliebene Führung seine Bemühungen nicht unterstützen, das Land zu stabilisieren. Rodriguez signalisierte Kooperationsbereitschaft.

AUSBLICK UNTERNEHMEN

18:00 US/Robert Bosch GmbH, Consumer Electronics Show (CES) Press Conference

AUSBLICK KONJUNKTUR

- DE 
  10:30 Sentix-Konjunkturindex Deutschland Januar 
- US 
  16:00 ISM-Index verarbeitendes Gewerbe Dezember 
     PROGNOSE: 48,3 Punkte 
     zuvor:   48,2 Punkte 
 

ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES

Aktuell: 
Index            zuletzt +/- % 
DAX Futures        24.791,00 +0,4% 
E-Mini-Future S&P-500   6.910,50 +0,1% 
E-Mini-Future Nasdaq-100 25.485,75 +0,4% 
Nikkei-225 (Tokio)    51.926,28 +3,2% 
Hang-Seng (Hongk.)    26.329,13 -0,0% 
Shanghai-Comp.       4.011,19 +1,1% 
 
Freitag: 
DAX        24.539,34 +0,2% 
DAX-Future    24.697,00 +0,0% 
XDAX       24.552,34 +0,1% 
MDAX       30.979,74 +1,2% 
TecDAX       3.624,29 +0,1% 
SDAX       17.355,68 +1,1% 
Euro-Stoxx-50   5.850,38 +1,0% 
Stoxx-50      4.957,17 +0,8% 
Dow-Jones     48.382,39 +0,7% 
S&P-500      6.858,47 +0,2% 
Nasdaq Composite 23.235,63 -0,0% 
 

FINANZMÄRKTE

EUROPA

Ausblick: Der Euro-Stoxx-50 dürfte am zweiten Handelstag des Jahres erneut auf Allzeithoch erwartet. Auch der DAX wird im Plus erwartet. Die Vorgaben aus Asien lesen sich positiv, der Nikkei steigt deutlich - getragen von einer Rally im Tchnologiesektor. Diese hievt die Börse in Seoul erneut auf Rekordhoch. Die Festnahme des venezolanischen Machthabers Nicolas Maduro beeinträchtigt die Risikoneigung offenbar nicht - die Ölpreise fallen sogar. Der Tageskalender ist noch vergleichsweise leer, auch von Unternehmensseite ist es noch recht ruhig. Es ist die erste volle Handelswoche im neuen Jahr, viele Marktteilnehmer dürften noch in den Ferien weilen und die Liquidität in Folge gering ausfallen.

Rückblick: Freundlich - Am nachrichtenarmen ersten Handelstag des Jahres waren Aktien aus dem Bereich Luftfahrtindustrie und Rüstung mit einem Subindexplus von 3,3 Prozent Tagessieger. Rüstungstitel dürften wie schon im vergangenen Jahr mit den europaweit deutlich steigenden Verteidigungsausgaben und den sich ausweitenden Krisenherden weiter gesucht bleiben, hieß es. Weiter gefragt waren Technologieaktien, insbesondere solche mit KI-Fantasie. Der Branchenindex gewann 2,0 Prozent, Einzelwerte wie STMicro, ASMI, ASML oder BE Semiconductor zogen zwischen 4,2 und 11,5 Prozent an. Für Aixtron ging es um 13,2 Prozent nach oben, für Suss um 4,3 Prozent und für Elmos um 2,5 Prozent. Ein 34-Prozentkursfeuerwerk gab es bei Orsted. Equita wertete es als positiv, dass die Dänen Berufung eingelegt haben gegen die Aussetzung des Pachtvertrags für das Offshore-Windprojekt Revolution Wind durch die Trump-Regierung. Auch andere Aktien aus den Bereichen Versorgung und Energiegewinnung wurden gekauft. Der Stoxx-Subindex der Versorgeraktien gewann 1,7 Prozent. Marktbeobachter verwiesen als möglichen Kurstreiber auf die kalte Witterung in weiten Teilen Europas.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Gut behauptet - Zu den Gewinnern gehörten - ohne neue Nachrichten - Autowerte. VW legten um 2,8 und Mercedes-Benz um 3,1 Prozent zu. DAX-Tagessieger waren MTU Aero mit einem Plus von 4,8 Prozent. Als Bremser erwies sich das Schwergewicht SAP mit einem Abschlag von 3,0 Prozent. Noch schwächer im Markt lagen die Versicherer Munich Re und Hannover Rück mit Abgaben bis 3,9 Prozent, ebenfalls nachrichtenlos. Stärker zulegen konnten Stahlaktien. Thyssenkrupp gewannen 4,8 Prozent, für Salzgitter ging es sogar um 11,5 Prozent nach oben. Befeuert von Orsted gewannen RWE und Eon 3,2 bzw. 2,0 Prozent. Siemens Energy legten um 2,0 Prozent zu. SMA Solar verteuerten sich um 4,9 Prozent, Nordex um 3,9 oder Energiekontor um 5,6 Prozent.

XETRA-NACHBÖRSE

Bei Einzelwerten waren keine Sonderbewegungen zu beobachten.

USA - AKTIEN

Uneinheitlich - Nach einem freundlichen Start - angeführt von festen Technologieaktien - kamen die Kurse allmählich von den Tageshochs zurück. Der Dow-Jones-Index schlug sich am besten. Stützend wirkten starke Kursgewinne bei Caterpillar (+4,5%), Boeing (+4,9%) und Goldman Sachs (+4,0%). Der breite S&P-500 schloss nur knapp im Prozent im Plus. Im Technologiesegment wurden Halbleiteraktien mit KI-Fantasie favorisiert, wenngleich auch hier Anfangsgewinne im Verlauf abbröckelten. Nvidia stiegen um 1,3 Prozent, AMD um 4,3 und Broadcom um 0,4 Prozent. Western Digital legten um 9,0 Prozent zu. Die Aktie des Datenspeicherexperten war 2025 mit einem Anstieg um 282 Prozent der größte Gewinner im S&P-500. Das Papier des Speicherchipherstellers Micron Technology gewann 10,5 Prozent - aufbauend auf einem 2025er Kursplus von 239 Prozent. Der Kurs des Flash-Speicherherstellers Sandisk schnellte um 15,9 Prozent nach oben. Intel machten einen Satz um 6,7 Prozent, Nvidia hatte laut Mitteilung Ende Dezember ihren Beteiligungseinstieg bei Intel im Wert von 5 Milliarden Dollar abgeschlossen. Kräftige Gewinne gabt es bei Aktien von Möbelherstellern, nachdem US-Präsident Trump geplante Zollerhöhungen auf Polstermöbel, Küchenschränke und Waschtische um ein Jahr verschoben hatte. Tesla fielen den siebten Handelstag in Folge, diesmal um 2,6 Prozent. Der Elektroautohersteller lieferte im vierten Quartal weniger Autos aus als im Vorjahrszeitraum.

US-ANLEIHEN

Die Renditen stiegen nach den jüngsten positiven Wirtschaftsdaten, im Zehnjahresbereich um 3 Basispunkte auf 4,19 Prozent. Am Silvestertag 2025 hatten Zinssenkungsspekulationen einen leichten Dämpfer von besser als gedacht ausgefallenen wöchentlichen Arbeitsmarktdaten erhalten. Zum Start in das neue Jahr sprach der revidierte Einkaufsmanagerindex der US-Industrie im Dezember ebenfalls gegen sinkende Zinsen.

DEVISEN

Devisen          zuletzt    +/- % 0:00 Vortag Fr, 18:26  % YTD 
EUR/USD          1,1685    -0,2%    1,1714   1,1732  +0,0% 
EUR/JPY          183,64    -0,0%    183,67   183,92  -0,2% 
EUR/CHF          0,9279    -0,1%    0,9284   0,9291  -0,1% 
EUR/GBP          0,8701    -0,1%    0,8707   0,8708  -0,0% 
USD/JPY          157,16    +0,2%    156,77   156,76  -0,1% 
GBP/USD          1,3430    -0,1%    1,3450   1,3473  +0,0% 
USD/CNY          7,0207    -0,1%    7,0207   7,0173  -0,1% 
USD/CNH          6,9766    +0,1%    6,9711   6,9681  -0,0% 
AUS/USD          0,6674    -0,2%    0,6686   0,6687  +0,3% 
Bitcoin/USD       92.366,70    +1,3%  91.205,90 90.525,45  +2,2% 
 

Die gestiegenen Renditen stützten den Dollar, der Euro kam auf 1,1722 Dollar zurück. Marktteilnehmer erklärten die Euro-Schwäche auch mit einem nach unten revidierten Einkaufsmanagerindex für die Industrie in der Eurozone.

Der Dollar steigt am Morgen - auch zum Yen. Damit kommen Fragen am Markt über die Rolle des Greenbacks als Fluchtwährung auf. Ein Anstieg des Yen als klassische Fluchtwährung in unsicheren Zeiten hätte sicher nicht überraschen dürfen, heißt es mit Blick auf den US-Militärschlag gegen Venezuela und der Gefangennahme von Machthaber Nicolas Maduro.

++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE

METALLE          zuletzt    Vortag    +/- %  +/- USD  % YTD 
Gold           4.411,28   4.332,42    +1,8%   78,86  +0,3% 
Silber           75,41    72,86    +3,5%    2,55  +2,2% 
Platin          1.882,55   1.827,82    +3,0%   54,73  +3,9% 
Kupfer            5,80     5,64    +2,8%    0,16 +41,0% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
(Angaben ohne Gewähr) 
 

Bei den Edelmetallpreisen beruhigte sich das zuletzt volatile Geschäft. Die Feinunze Gold legte um 0,2 Prozent auf 4.329 Dollar zu, Silber um 1,7 Prozent auf 72,51 Dollar.

ÖL

ROHÖL           zuletzt VT-Settlem.    +/- %  +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex          57,04    57,32    -0,5%   -0,28 -20,1% 
Brent/ICE          61,88    61,92    -0,1%   -0,04 -18,6% 
 

Die Ölpreise gaben leicht nach um 0,3 Prozent. Wenn am Sonntag die Opec+-Länder zusammentreffen, werde allgemein eine Bekräftigung des Beschlusses erwartet, die Förderziele im ersten Quartal unverändert zu lassen, hieß es. Dies wurde dann auch so beschlossen.

MELDUNGEN SEIT MONTAG 17:30

US-GELDPOLITIK

Die Präsidentin der US-Federal Reserve Bank of Philadelphia, Anna Paulson, hält weitere Zinssenkungen der US-Notenbank bei einer abkühlenden Inflation für möglich - deutete jedoch an, dass zusätzliche Schritte nicht unmittelbar bevorstehen dürften. Paulson sagte, sie sei vorsichtig optimistisch, dass der Preisauftrieb in den kommenden Monaten nachlassen. Das Zinsziel der Fed, das derzeit bei 3,50 bis 3,75 Prozent liege, sei immer noch "etwas restriktiv". Damit sei es hoch genug, um der Inflation entgegenzuwirken, was letztlich weitere Zinssenkungen ermöglichen könne.

KONJUNKTUR CHINA

Bei den chinesischen Dienstleistern hat sich die Geschäftsaktivität im Dezember verlangsamt. Der von RatingDog und S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Servicesektor verringerte sich auf 52,0 (November: 52,1) Punkte. Der auf Daten der staatlichen Statistikbehörde basierende offizielle Einkaufsmanagerindex war im Dezember auf 49,7 (Vormonat: 49,5) Punkte gestiegen.

FERRARI

Die niederländische Investmentgesellschaft Exor hat mit der Ferrari-Familie eine auf drei Jahre angelegte Verlängerung ihrer Aktionärsvereinbarung vereinbart. Exor teilte mit, dass sich die neue Vereinbarung mit dem Sportwagenhersteller automatisch um weitere drei Jahre verlängert, sofern sie nicht gekündigt wird. Die Vereinbarung erlaubt es den Parteien, ihre Positionen in Angelegenheiten zu koordinieren, die auf Ferrari-Aktionärsversammlungen beschlossen werden, so Exor.

NORDEX

hat noch vor dem Jahresende Aufträge zur Lieferung und Installation von insgesamt 73 Windenergieanlagen in Kanada erhalten. Insgesamt hätten sie eine kombinierte Erzeugungskapazität von 508 Megawatt, erklärte das Unternehmen in Hamburg. Die Anlagen für die nicht namentlich genannten Windparks würden in den Jahren 2027 und 2028 ausgeliefert, erklärte Nordex. Jeder Vertrag umfasse auch langfristige Servicevereinbarungen für die Turbinen.

LUFTHANSA

Mitglieder des Lufthansa-Aufsichtsrats haben nach Informationen des Handelsblatts davor gewarnt, dass der geplante Umbau des Konzerns nur halbherzig umgesetzt werden könnte. Lufthansa arbeitet seit dem 1. Januar mit einer neuen Struktur, um Synergien zu heben und die Profitabilität zu steigern. Die Aufseher begründen ihre Sorge mit der jüngsten Mitarbeiterbefragung. Dort erreichten die Zufriedenheitswerte einen Höchststand. Das deute darauf hin, dass die Beschäftigten den Eindruck hätten, alles sei wieder in Ordnung. Dabei bleibe die wirtschaftliche Lage angespannt. (Handelsblatt)

SÜSS MICROTEC

Der Chipausrüster will bis zu 45 Millionen Euro in ein neues Entwicklungszentrum in Deutschland investieren. Das sagte Vorstandschef Burkhardt Frick im Interview. Zuvor hatte das Unternehmen mit Sitz in Garching bei München angekündigt, den Anteil der Forschungs- und Entwicklungsausgaben von derzeit 9 Prozent vom Umsatz auf 11 Prozent im Jahr 2030 zu erhöhen. Die Investition in der Heimat überrascht, schließlich erwirtschaftet das Unternehmen mehr als 80 Prozent des Umsatzes in Asien. (Handelsblatt)

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/gos/flf

(END) Dow Jones Newswires

January 05, 2026 01:51 ET (06:51 GMT)

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