APA ots news: FMA: Auch Finanzbetrüger sind innovativ. Deepfakes, WhatsApp-Gruppen und KI-Bots waren die Trends des Jahres 2025
Bei der Finanzmarktaufsicht gemeldete Betrugsfälle mit 19,6 Mio. auf Rekordniveau. Social-Media-Plattformen sind
wachsendes Medium für Anlagebetrug
Wien (APA-ots) - Der Finanzbetrug geht schon immer mit der Zeit und gehört
traditionell zu den frühen Nutzern technischer Innovationen. Deepfake -Videos mit Prominenten, WhatsApp-Gruppen mit betrügerischen "Anlagetipps" und mit Künstlicher Intelligenz betriebene Chatbots sind die neuen Trends beim Anlagebetrug. Das zeigen die Statistiken der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) zu den Verbrauchereingaben und Investorenwarnungen im abgelaufenen Jahr.
2025 wurden 843 Betrugsfälle mit einer Rekordsumme von 19,6 Millionen bei der FMA gemeldet. Anlagebetrüger werden nicht nur innovativer, sondern auch besser, sie ergaunern immer höhere Beträge. Der höchste Verlust betrug rund 830.000. (Vorjahr: 853 Eingaben mit insgesamt 15,5 Millionen Schadenssumme). Die FMA gab 97 Warnmeldungen vor unerlaubt tätigen Anbietern aus, die zumeist Handelsplattformen betrafen.
Trend WhatsApp-Gruppen
Die Novität des Jahres 2025 waren Betrugsfälle mit WhatsApp- Gruppen. Anleger:innen werden in solche geschlossenen Chatgruppen zum Beispiel über Werbung auf Onlineplattformen oder Deepfake-Videos mit gefälschten Aussagen Prominenter gelockt oder mit unerbetenen Einladungen direkt kontaktiert. In den Gruppen werden vermeintliche "Trading-Tipps" und "exklusive Investmentchancen" diskutiert, um Vertrauen zu schaffen. In diesen Gruppen täuschen nach Analysen der FMA häufig KI-betriebene Chatbots eine aktive "Community" vor. In parallelen privaten Chats werden die Opfer dann gezielt zu Investitionen auf betrügerischen Plattformen oder Apps gedrängt. Die Gelder fließen dann meist auf ausländische Konten oder Wallets.
Herausforderungen für die Aufsicht
Die Täter:innen agieren anonym und flexibel: Gruppennamen wechseln häufig, Unternehmensnamen oder URLs fehlen. Dadurch wird die Zurechnung einer Tätigkeit zu einem konkreten Anbieter erschwert. Während früher öffentliche Webseiten Hinweise lieferten, verlagert sich der unerlaubte Geschäftsbetrieb zunehmend in private Social- Media-Kanäle. Dies macht Ermittlungen komplexer und kann Veröffentlichung von Warnmeldungen verzögern oder verhindern. Die Meldung von mutmaßlich betrügerischen Werbungen und gefälschten Profilen ist auf Social-Media-Plattformen zwar möglich, aber wegen umständlicher und wenig transparenter Verfahren unzuverlässig und langwierig. Dieses Themas wird sich die FMA im neuen Jahr annehmen.
Prävention und Warnungen
- Gruppeneinladungen prüfen: Achten Sie auf Tippfehler oder leicht veränderte Schreibweisen, aber auch perfekt wirkende Einladungen sind keine Garantie - am besten gar nicht annehmen.
- Warnsignale erkennen: Hohe Gewinne bei geringem Risiko, Zeitdruck und Aufforderungen zu Überweisungen auf ausländische Konten sind klare Betrugsindikatoren.
- Verdächtige Profile melden: Nutzen Sie die Meldefunktion der Plattformen (Scam/Betrugsversuch).
- Watchlist Internet informieren: Verdächtige Profile und Kontaktaufnahmen zusätzlich dort melden. Die Plattform warnt öffentlich vor aktuellen Betrugsmaschen.
- FMA-Verbraucherinformation einschalten: Verdachtsfälle melden, damit Investorenwarnungen veröffentlicht und Hintergründe ermittelt werden können.
FMA klärt auf
Aufklärung über das Thema Anlagebetrug ist ein Schwerpunkt für die Kommunikation der FMA mit Verbraucher:innen. Hierzu dient vor allem das Informationsformat " Reden wir über Geld ", welches auch die Basis für didaktische Materialien für den Schulunterricht liefert, die vom Zentrum für Finanzbildung an der
Wirtschaftsuniversität Wien erarbeitet werden. Um sich veränderten Mediengewohnheiten anzupassen, hat die FMA das Format im Jahr 2025 auch auf Social Media ausgerollt und den Instagram-Kanal @ redenwiruebergeld, eine Podcast-Reihe unter demselben Titel gestartet. Mit Kurzvideos unter dem Titel " 1 Minute - 1 Begriff " werden zudem für Verbraucher:innen relevante Konzepte aus der Finanzwelt von Expert:innen der FMA erklärt. Diese Angebote werden 2026 weiter fortgesetzt.
Rückfragehinweis:
Finanzmarktaufsicht (FMA)
Boris Gröndahl
Telefon: +43 676 8824 9995
E-Mail: boris.groendahl@fma.gv.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/694/aom
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