BERLIN (dpa-AFX) - Die Ermittlungen zu dem Brandanschlag, der im Berliner Südwesten zu einem großen Stromausfall geführt hat, liegen noch komplett bei der Polizei. Die Staatsanwaltschaft der Hauptstadt ist bisher nicht eingebunden, wie ein Behördensprecher auf Anfrage sagte.
Im Fall des rund 60-stündigen Stromausfalls in Berlin-Köpenick Mitte September 2025, von dem rund 50.000 Stromkunden betroffen waren, hatte die Berliner Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Sie begründete dies damals mit der "besonderen Bedeutung des Einzelfalls".
Spurensuche auf Autobahn
Im Kontext der Untersuchungen kam es im vergangenen Oktober zu einem großen Polizeieinsatz mit Vollsperrung auf den Autobahnen 100 und 113. Aus Ermittlerkreisen hieß es, Spuren und Beweise zu dem mutmaßlich linksextremistischen Brandanschlag sollten gesichert werden.
Die Generalstaatsanwaltschaft macht dazu bis heute keine Angaben. "Die Ermittlungen zu dem Fall dauern an", sagte der Sprecher lediglich. Nach Einschätzung der Behörden geht der Brandanschlag auf das Konto linksextremer Täter. Ein im Internet veröffentlichtes Bekennerschreiben bewerteten die Behörden als authentisch. Es wies demnach Ähnlichkeiten mit einem Bekennerschreiben zu einem vergleichbaren Brandanschlag im Februar 2025 nahe der Tesla-Autofabrik in Brandenburg auf.
Erneut Anschlag linksextremistischer Gruppe
Auch der aktuelle Brandanschlag geht nach Einschätzung der Behörden auf das Konto der Gruppe. Ein bei den Behörden eingegangenes Bekennerschreiben mutmaßlicher Linksextremisten ist laut Innensenatorin Iris Spranger (SPD) authentisch.
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner stufte den Anschlag als Terrorismus ein. Polizei, Landeskriminalamt und Verfassungsschutz seien eingeschaltet. "Wir sind auch im Austausch mit dem Bundeskriminalamt, mit der Bundesebene, weil das ist ja hier kein Spaß, sondern hier ist ein terroristischer Anschlag passiert", sagte der CDU-Politiker dem RBB.
Das lange Schreiben der mutmaßlichen Täter "Vulkangruppe" trägt die Überschrift "Den Herrschenden den Saft abdrehen". "In der Gier nach Energie wird die Erde ausgelaugt, ausgesaugt, verbrannt, geschunden, niedergebrannt, vergewaltigt, zerstört", hieß es dort. Das Gaskraftwerk in Lichterfelde sei "erfolgreich sabotiert" worden. "Stromausfälle waren nicht Ziel der Aktion, sondern die fossile Energiewirtschaft", hieß es in dem Schreiben./mvk/DP/zb
