Wiesbaden (ots) -
Sie leuchten knallrot, tiefblau oder smaragdgrün, sie haben Punkte oder Flecken oder sind gestreift wie eine Hummel. Hauptsache auffällig. Bei Pfeilgiftfröschen ist alles möglich und genau das macht ihre Faszination aus. In der Natur dienen ihre Farben als Warnsignal. Nur: Giftig sind die kleinen Amphibien aus dem Regenwald trotz ihres Namens eher selten.
Der ZZF - Zentralverband der Heimtierbranche hat den Pfeilgiftfrosch zum Heimtier des Jahres 2026 ernannt. "Mit seinen intensiven Farben, seinem aktiven und sozialen Verhalten sowie einer äußerst interessanten Brutpflege steht der Pfeilgiftfrosch stellvertretend für die beeindruckende Vielfalt tropischer Amphibien", begründet ZZF-Vorstandsmitglied Volker Ennenbach die Auszeichnung. "Unser Verband möchte mit der Wahl zugleich auf die Verantwortung aufmerksam machen, die mit der anspruchsvollen Haltung dieser Arten einhergeht", so der Amphibienexperte. Der Pfeilgiftfrosch folgt damit auf die Farbratte, die 2025 zum Heimtier des Jahres gekürt wurde.
Die Familie der Pfeilgiftfrösche stammt aus den feucht-warmen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas. Die ein bis sechs Zentimeter kleinen Arten bewohnen verschiedene Vegetationszonen, je nach Art von der Laubschicht bis mehrere Meter über dem Boden in Astgabeln oder Bromelien. Ihr wissenschaftlicher Name Dendrobatidae heißt übersetzt "Die auf die Bäume steigen", daher lautet die korrekte Bezeichnung der Pfeilgiftfrösche eigentlich Baumsteigerfrösche. "Nur drei Arten sind für Menschen lebensgefährlich, die giftigste Art nennt sich Phyllobates terribilis - der Schreckliche Pfeilgiftfrosch", erklärt Ennenbach, der viele Arten selbst züchtet.
Die indigenen Chocó-Völker in Kolumbien nutzten das Gift, indem sie Pfeilspitzen mit dem Hautsekret der Frösche tränkten und mittels Blasrohren auf Beutetiere schossen. Den Fröschen selbst bieten die Toxine sowohl Schutz vor Krankheiten als auch, in Kombination mit ihrer auffälligen Färbung, Schutz vor Fressfeinden. "In ihrer Heimat nehmen sie das Gift durch Verspeisen von speziellen Milben und Insekten wie Ameisen auf, die aber im Terrarium nicht vorkommen. Pfeilgiftfrösche aus Nachzuchten sind daher nicht giftig", so Ennenbach.
Die Familie der Dendrobatidae umfasst elf Gattungen mit rund 170 Arten. Anders als die meisten Frösche sind sie tagaktiv - wenn ihre knalligen Farben am besten zur Geltung kommen - und daher gut zu beobachten. "Ihre Haltung im Terrarium stellt jedoch einige besondere Ansprüche, von der naturnahen Einrichtung mit tropischem Klima bis zum Lebendfutter", macht Ennenbach deutlich. Je nach Art können sie als Pärchen oder, bei entsprechender Grund-fläche, in kleinen Gruppen von drei bis fünf Tieren gehalten werden.
Die lebhaften Amphibien bilden Reviere und klettern gerne, dafür benötigen sie ausreichend Platz. Die Größe des Terrariums ist allerdings nicht abhängig von der Größe der Frösche, sondern vom territorialen Verhalten. Für Arten, die nicht nur auf dem Boden leben, ist eine höhere Unterkunft besser geeignet. Wichtig ist immer, dass vielfältige Elemente zum Klettern, zum Beispiel Wurzeln, und kleine Höhlen als Verstecke oder für die Laichablage vorhanden sind.
Pflanzen wie Bromelien, die sogenannte Phytotelmen bilden, das sind kleine mit Wasser gefüllte Hohlräume oder Mikrogewässer, spielen eine besondere Rolle bei der Brutpflege: Die Männchen einiger Arten tragen ihre Jungtiere auf dem Rücken "im Huckepack" zu diesen natürlichen Wasserstellen, damit die Kaulquappen nicht Fressfeinden in Flüssen und Teichen ausgeliefert sind.
Der Pfeilgift- oder Baumsteigerfrosch liebt es warm und feucht - und reagiert manchmal sensibel auf Störungen im Mikroklima. Um dauerhaft eine hohe Luftfeuchtigkeit zwischen 60 und 80 Prozent sowie Temperaturen von 22 bis 28 Grad Celsius sicherzustellen, ist das richtige Equipment notwendig und ein gewisses technisches Grundverständnis von Vorteil. Auch Hilfsmittel für die Belüftung bzw. Luftzirkulation und die Beleuchtung müssen richtig eingesetzt und regelmäßig kontrolliert werden.
Wer Baumsteigerfrösche hält, übernimmt nicht nur Verantwortung für seine Tiere, sondern auch für den Erhalt ihrer Arten. In der Natur leben Dendrobatidae oft in wenigen Quadratkilometer großen Gebieten der Regenwälder, die teilweise stark von Abholzung oder Bergbau betroffen sind. Die meisten Arten sind in Anhang B der Europäischen Artenschutzverordnung gelistet, das heißt, sie sind zwar nicht potenziell vom Aussterben bedroht, ihr Bestand kann jedoch durch den Handel mit aus der Natur entnommen Tieren gefährdet werden.
Baumsteigerfrösche werden deshalb vor allem als Nachzuchten gehandelt. "Stellen Sie beim Erwerb sicher, dass Sie vom Verkäufer einen Nachweis über die Herkunft des Tieres erhalten", informiert Ennenbach. "Pfeilgiftfrösche sind mit Ausnahme des Blauen Baumsteigers und des Goldbaumsteigers außerdem bei der Artenschutzbehörde meldepflichtig. Welche Behörde dafür im jeweiligen Bundesland zuständig ist, können Sie beim Bundesamt für Naturschutz abfragen."
Wer sich für die bunten Botschafter der Tropen interessiert, kann sich im spezialisierten Zoofachhandel umfassend über ihre tiergerechten Bedürfnisse und die Auflagen zum Artenschutz beraten lassen.
Warum ein "Heimtier des Jahres"?
Der ZZF setzt sich als Verband der deutschen Heimtierbranche für eine verantwortungsvolle und tiergerechte Heimtierhaltung ein. Mit der Wahl zum Heimtier des Jahres möchte der ZZF auf unterschätzte Heimtiere aufmerksam machen, ein Bewusstsein für Tierschutzaspekte schaffen oder aufzeigen, dass Nachzucht und Haltung einer bedrohten Tierart zum Artenschutz beitragen. Unter den nominierten Tieren stimmt eine Jury aus Biologen, Tierärzten, Zoofachhändlern, Branchenexperten sowie Züchtern über die Vorschläge ab. Im Jahr 2022 ernannte der ZZF mit der Bartagame erstmals ein Heimtier des Jahres.
Pressefoto: https://www.zzf.de/presse/pressemeldungen
Pressekontakt:
ZZF, Antje Schreiber
Tel. 0611 447553-14
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Sie leuchten knallrot, tiefblau oder smaragdgrün, sie haben Punkte oder Flecken oder sind gestreift wie eine Hummel. Hauptsache auffällig. Bei Pfeilgiftfröschen ist alles möglich und genau das macht ihre Faszination aus. In der Natur dienen ihre Farben als Warnsignal. Nur: Giftig sind die kleinen Amphibien aus dem Regenwald trotz ihres Namens eher selten.
Der ZZF - Zentralverband der Heimtierbranche hat den Pfeilgiftfrosch zum Heimtier des Jahres 2026 ernannt. "Mit seinen intensiven Farben, seinem aktiven und sozialen Verhalten sowie einer äußerst interessanten Brutpflege steht der Pfeilgiftfrosch stellvertretend für die beeindruckende Vielfalt tropischer Amphibien", begründet ZZF-Vorstandsmitglied Volker Ennenbach die Auszeichnung. "Unser Verband möchte mit der Wahl zugleich auf die Verantwortung aufmerksam machen, die mit der anspruchsvollen Haltung dieser Arten einhergeht", so der Amphibienexperte. Der Pfeilgiftfrosch folgt damit auf die Farbratte, die 2025 zum Heimtier des Jahres gekürt wurde.
Die Familie der Pfeilgiftfrösche stammt aus den feucht-warmen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas. Die ein bis sechs Zentimeter kleinen Arten bewohnen verschiedene Vegetationszonen, je nach Art von der Laubschicht bis mehrere Meter über dem Boden in Astgabeln oder Bromelien. Ihr wissenschaftlicher Name Dendrobatidae heißt übersetzt "Die auf die Bäume steigen", daher lautet die korrekte Bezeichnung der Pfeilgiftfrösche eigentlich Baumsteigerfrösche. "Nur drei Arten sind für Menschen lebensgefährlich, die giftigste Art nennt sich Phyllobates terribilis - der Schreckliche Pfeilgiftfrosch", erklärt Ennenbach, der viele Arten selbst züchtet.
Die indigenen Chocó-Völker in Kolumbien nutzten das Gift, indem sie Pfeilspitzen mit dem Hautsekret der Frösche tränkten und mittels Blasrohren auf Beutetiere schossen. Den Fröschen selbst bieten die Toxine sowohl Schutz vor Krankheiten als auch, in Kombination mit ihrer auffälligen Färbung, Schutz vor Fressfeinden. "In ihrer Heimat nehmen sie das Gift durch Verspeisen von speziellen Milben und Insekten wie Ameisen auf, die aber im Terrarium nicht vorkommen. Pfeilgiftfrösche aus Nachzuchten sind daher nicht giftig", so Ennenbach.
Die Familie der Dendrobatidae umfasst elf Gattungen mit rund 170 Arten. Anders als die meisten Frösche sind sie tagaktiv - wenn ihre knalligen Farben am besten zur Geltung kommen - und daher gut zu beobachten. "Ihre Haltung im Terrarium stellt jedoch einige besondere Ansprüche, von der naturnahen Einrichtung mit tropischem Klima bis zum Lebendfutter", macht Ennenbach deutlich. Je nach Art können sie als Pärchen oder, bei entsprechender Grund-fläche, in kleinen Gruppen von drei bis fünf Tieren gehalten werden.
Die lebhaften Amphibien bilden Reviere und klettern gerne, dafür benötigen sie ausreichend Platz. Die Größe des Terrariums ist allerdings nicht abhängig von der Größe der Frösche, sondern vom territorialen Verhalten. Für Arten, die nicht nur auf dem Boden leben, ist eine höhere Unterkunft besser geeignet. Wichtig ist immer, dass vielfältige Elemente zum Klettern, zum Beispiel Wurzeln, und kleine Höhlen als Verstecke oder für die Laichablage vorhanden sind.
Pflanzen wie Bromelien, die sogenannte Phytotelmen bilden, das sind kleine mit Wasser gefüllte Hohlräume oder Mikrogewässer, spielen eine besondere Rolle bei der Brutpflege: Die Männchen einiger Arten tragen ihre Jungtiere auf dem Rücken "im Huckepack" zu diesen natürlichen Wasserstellen, damit die Kaulquappen nicht Fressfeinden in Flüssen und Teichen ausgeliefert sind.
Der Pfeilgift- oder Baumsteigerfrosch liebt es warm und feucht - und reagiert manchmal sensibel auf Störungen im Mikroklima. Um dauerhaft eine hohe Luftfeuchtigkeit zwischen 60 und 80 Prozent sowie Temperaturen von 22 bis 28 Grad Celsius sicherzustellen, ist das richtige Equipment notwendig und ein gewisses technisches Grundverständnis von Vorteil. Auch Hilfsmittel für die Belüftung bzw. Luftzirkulation und die Beleuchtung müssen richtig eingesetzt und regelmäßig kontrolliert werden.
Wer Baumsteigerfrösche hält, übernimmt nicht nur Verantwortung für seine Tiere, sondern auch für den Erhalt ihrer Arten. In der Natur leben Dendrobatidae oft in wenigen Quadratkilometer großen Gebieten der Regenwälder, die teilweise stark von Abholzung oder Bergbau betroffen sind. Die meisten Arten sind in Anhang B der Europäischen Artenschutzverordnung gelistet, das heißt, sie sind zwar nicht potenziell vom Aussterben bedroht, ihr Bestand kann jedoch durch den Handel mit aus der Natur entnommen Tieren gefährdet werden.
Baumsteigerfrösche werden deshalb vor allem als Nachzuchten gehandelt. "Stellen Sie beim Erwerb sicher, dass Sie vom Verkäufer einen Nachweis über die Herkunft des Tieres erhalten", informiert Ennenbach. "Pfeilgiftfrösche sind mit Ausnahme des Blauen Baumsteigers und des Goldbaumsteigers außerdem bei der Artenschutzbehörde meldepflichtig. Welche Behörde dafür im jeweiligen Bundesland zuständig ist, können Sie beim Bundesamt für Naturschutz abfragen."
Wer sich für die bunten Botschafter der Tropen interessiert, kann sich im spezialisierten Zoofachhandel umfassend über ihre tiergerechten Bedürfnisse und die Auflagen zum Artenschutz beraten lassen.
Warum ein "Heimtier des Jahres"?
Der ZZF setzt sich als Verband der deutschen Heimtierbranche für eine verantwortungsvolle und tiergerechte Heimtierhaltung ein. Mit der Wahl zum Heimtier des Jahres möchte der ZZF auf unterschätzte Heimtiere aufmerksam machen, ein Bewusstsein für Tierschutzaspekte schaffen oder aufzeigen, dass Nachzucht und Haltung einer bedrohten Tierart zum Artenschutz beitragen. Unter den nominierten Tieren stimmt eine Jury aus Biologen, Tierärzten, Zoofachhändlern, Branchenexperten sowie Züchtern über die Vorschläge ab. Im Jahr 2022 ernannte der ZZF mit der Bartagame erstmals ein Heimtier des Jahres.
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