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Der Kölner Motorenbauer startet mit frischem Wind ins Jahr 2026. Fünf schlanke Geschäftsbereiche statt alter Strukturen, dazu eine clevere Übernahme im Notstromgeschäft.
Was nach Verwaltungsakt klingt, könnte zum Befreiungsschlag werden. Die Abhängigkeit vom schwächelnden Dieselgeschäft soll sinken, neue Wachstumsfelder rücken in den Mittelpunkt. Analysten trauen der Aktie deutlich mehr zu als die aktuellen Notierungen hergeben. Manche sehen Kurse jenseits der 11 Euro. Charttechnisch wird es spannend: Sollte die Marke von 10 Euro auf Schlusskursbasis fallen, könnte eine dynamische Bewegung in Richtung 11 bis 12 Euro starten. Der Umbau läuft, die ersten Signale stimmen positiv.
Strategischer Umbau wird Realität
Seit dem 2. Januar läuft bei Deutz nichts mehr wie bisher. Die alte Konzernstruktur gehört der Vergangenheit an. Stattdessen arbeiten jetzt fünf eigenständige Geschäftsbereiche mit klaren Verantwortlichkeiten. Defense, Energy, Engines, NewTech und Service heißen die neuen Einheiten. Jede wird von einem eigenen Chef geführt, der direkt an CEO Sebastian Schulte berichtet. Schluss mit langen Dienstwegen und endlosen Abstimmungsrunden. Besonders interessant wird es bei der Energy-Sparte unter David Evans. Hier soll künftig das Geschäft mit dezentraler Stromversorgung gebündelt werden. Der Clou: Die im Dezember angekündigte Übernahme von Frerk Aggregatebau wird genau hier eingegliedert. Der Spezialist für Notstromsysteme bedient vor allem Rechenzentren und kritische Infrastrukturen. Ein Markt, der boomt und deutlich weniger konjunkturanfällig ist als das klassische Baumaschinengeschäft. Rund 100 Millionen Euro Zusatzumsatz sollen durch den Zukauf ins Haus kommen. Das Sparten-Umsatzziel von 500 Millionen Euro bis 2030 rückt damit in greifbare Nähe. Die Defense-Sparte unter Marco Herre profitiert von steigenden Rüstungsbudgets. Die klassischen Verbrennermotoren bleiben das umsatzstarke Fundament unter Markus Villinger. Wasserstoff und Elektrifizierung werden bei Bert van Hasselt in der NewTech-Einheit vorangetrieben. Und Andreas Schmidt kümmert sich um das margenstarke Servicegeschäft. Die Struktur macht Sinn: Jeder Bereich kann sich auf seine Stärken konzentrieren. Die operative Integration von Frerk läuft bereits an, das formale Closing steht nach den kartellrechtlichen Freigaben im ersten Quartal 2026 an. Der Vorstand wurde im Zuge des Umbaus verschlankt. COO Petra Mayer schied planmäßig zum Jahresende 2025 aus. Ihre Aufgaben wurden auf die Spartenleiter verteilt. Das spart Kosten und verkürzt Entscheidungswege. Für Analysten wird die neue Struktur transparenter: Die einzelnen Geschäftsbereiche lassen sich künftig klarer bewerten. Gerade die Defense-Sparte hebt sich nun deutlicher vom zivilen Geschäft ab. Das dürfte spezialisierte Investoren anlocken.

Charttechnik
Nach einem schwierigen Jahr 2025 pendelt der Titel aktuell im Bereich zwischen 8 und 8,70 Euro. Die 200-Tage-Linie fungiert dabei als wichtige Unterstützung und wurde mehrfach getestet. Die entscheidende Marke liegt jetzt bei 10 Euro. Wird diese Hürde auf Schlusskursbasis überwunden, könnte eine dynamische Aufwärtsbewegung starten. Technisch orientierte Anleger sehen dann Potenzial bis in den Bereich von 12 Euro. Der 50er SMA dürfte dann zusätzlich Unterstützung nach unten bieten. Das Chartbild spricht für eine abgeschlossene Bodenbildung auf hohem Niveau. Jetzt könnte die nächste Welle nach oben starten. Sollten positive Nachrichten zur Frerk-Integration oder starke Auftragseingänge kommen, könnte der Ausbruch gelingen. Das Momentum würde dann schnell anziehen. Der RSI liegt bei 57 und damit wäre nachgenügend Platz nach oben.
Was tun?
Fundamental spricht einiges für einen Turnaround und eine nächste Aufwärtswelle. Der strategische Umbau ist keine leere Ankündigung mehr, sondern operative Realität. Die Übernahme von Frerk öffnet Zugang zu wachstumsstarken Märkten und reduziert die Abhängigkeit vom zyklischen Motorengeschäft. Das Servicegeschäft als eigene Profit-Center-Struktur verspricht stabilere Margen. Die Defense-Sparte profitiert von steigenden Rüstungsausgaben. Analysten zeigen sich überzeugt. Warburg Research sieht den fairen Wert bei 11,30 Euro, Hauck Aufhäuser bei 10,90 Euro. Beide empfehlen den Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt deutlich über den aktuellen Notierungen. Die Bewertung gilt im Branchenvergleich als moderat. Sollte die Integration von Frerk gelingen und die erwarteten Synergien realisiert werden, könnte die Aktie neu bewertet werden.
Charttechnisch steht die Aktie vor einer Entscheidung. Die 10-Euro-Marke ist der Schlüssel. Wird sie auf Schlusskursbasis überwunden, öffnet sich der Weg in Richtung 12 Euro. Die aktuelle Konsolidierung bietet antizyklischen Anlegern eine Einstiegschance im Bereich um 8 bis 8,70 Euro. Wer auf den technischen Ausbruch warten möchte, sollte die 10-Euro-Hürde im Blick behalten. Das Risiko bleibt die Konjunktur. Deutz ist als Zykliker anfällig für wirtschaftliche Abschwünge. Eine Rezession würde den Auftragseingang belasten. Der Umbau läuft, die Weichen sind gestellt. Spannende Story!
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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