Berlin (ots) -
Nach Einschätzung der Bundesärztekammer wird das Jahr 2026 zu einem entscheidenden Jahr für die Gesundheitspolitik. "Viele Herausforderungen - von der Finanzierung über die Steuerung medizinischer Leistungen bis hin zur Belastung der Beschäftigten - begleiten das System seit Langem. Diese bekannten Reformbaustellen müssen jetzt entschlossen angegangen werden", sagte Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt heute auf der Neujahrspressekonferenz in Berlin. Ziel sei es, die Voraussetzungen für ein zukunftsfestes, bedarfsgerechtes und krisenfestes Gesundheitswesen zu schaffen.
Besonders dringlich ist aus Sicht der Ärzteschaft die Stabilisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). "Die angespannte Finanzlage ist das Ergebnis struktureller Probleme, die sich über viele Jahre hinweg aufgebaut haben", betonte Reinhardt. Um weitere Beitragssatzsteigerungen zu verhindern, müsse die GKV kurzfristig in Milliardenhöhe entlastet werden. Dafür sei die Unterstützung der gesamten Bundesregierung erforderlich, insbesondere die des Bundesfinanzministers.
Als zentrale Sofortmaßnahme fordert die Bundesärztekammer, die GKV konsequent von versicherungsfremden Leistungen zu entlasten, vor allem bei der Finanzierung der Krankenkassenbeiträge von Bürgergeldempfängerinnen und -empfängern. "Dabei handelt es sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die aus Steuermitteln finanziert werden muss", sagte Reinhardt. Ergänzend sprach er sich für eine Absenkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel auf sieben Prozent sowie für zweckgebundene Abgaben auf Alkohol, Tabak und Zucker aus. "Diese Schritte sind ordnungspolitisch richtig und nachhaltiger als kurzfristige Sparmaßnahmen, die am Ende die Patientenversorgung und die Beschäftigten belasten."
Neben kurzfristigen Entlastungen seien zügig mittelfristig wirksame Strukturreformen notwendig. Ein zentrales Handlungsfeld bleibe die Neuordnung der Krankenhauslandschaft. "Strukturveränderungen sind notwendig, sie müssen jedoch medizinisch sinnvoll, regional differenziert und personell tragfähig sein", so Reinhardt. Qualität, Versorgungssicherheit und Erreichbarkeit dürften dabei nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Auch die Versorgung insgesamt müsse besser koordiniert werden. Für den ambulanten Bereich plädierte Reinhardt für verbindliche primärärztliche Einschreibemodelle sowie für eine verlässliche strukturierte Ersteinschätzung - telefonisch, digital oder vor Ort.
Langfristig komme es entscheidend auf Prävention und die Bekämpfung von Volkskrankheiten an. "Nachhaltig sind vor allem Investitionen in Prävention und Gesunderhaltung der Bevölkerung. Hier liegt ein erhebliches medizinisches und ökonomisches Potenzial", betonte Reinhardt. Dabei müsse Prävention ressortübergreifend gedacht und umgesetzt werden.
Abschließend erklärte Reinhardt: "Das Jahr 2026 kann zu einem Wendepunkt werden, wenn politische Entscheidungen konsequent, praxisnah und mit klarem Gestaltungsanspruch getroffen werden."
Pressekontakt:
Bundesärztekammer
Dezernat Politik und Kommunikation
Herbert-Lewin-Platz 1
10623 Berlin
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Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/9062/6191491
Nach Einschätzung der Bundesärztekammer wird das Jahr 2026 zu einem entscheidenden Jahr für die Gesundheitspolitik. "Viele Herausforderungen - von der Finanzierung über die Steuerung medizinischer Leistungen bis hin zur Belastung der Beschäftigten - begleiten das System seit Langem. Diese bekannten Reformbaustellen müssen jetzt entschlossen angegangen werden", sagte Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt heute auf der Neujahrspressekonferenz in Berlin. Ziel sei es, die Voraussetzungen für ein zukunftsfestes, bedarfsgerechtes und krisenfestes Gesundheitswesen zu schaffen.
Besonders dringlich ist aus Sicht der Ärzteschaft die Stabilisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). "Die angespannte Finanzlage ist das Ergebnis struktureller Probleme, die sich über viele Jahre hinweg aufgebaut haben", betonte Reinhardt. Um weitere Beitragssatzsteigerungen zu verhindern, müsse die GKV kurzfristig in Milliardenhöhe entlastet werden. Dafür sei die Unterstützung der gesamten Bundesregierung erforderlich, insbesondere die des Bundesfinanzministers.
Als zentrale Sofortmaßnahme fordert die Bundesärztekammer, die GKV konsequent von versicherungsfremden Leistungen zu entlasten, vor allem bei der Finanzierung der Krankenkassenbeiträge von Bürgergeldempfängerinnen und -empfängern. "Dabei handelt es sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die aus Steuermitteln finanziert werden muss", sagte Reinhardt. Ergänzend sprach er sich für eine Absenkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel auf sieben Prozent sowie für zweckgebundene Abgaben auf Alkohol, Tabak und Zucker aus. "Diese Schritte sind ordnungspolitisch richtig und nachhaltiger als kurzfristige Sparmaßnahmen, die am Ende die Patientenversorgung und die Beschäftigten belasten."
Neben kurzfristigen Entlastungen seien zügig mittelfristig wirksame Strukturreformen notwendig. Ein zentrales Handlungsfeld bleibe die Neuordnung der Krankenhauslandschaft. "Strukturveränderungen sind notwendig, sie müssen jedoch medizinisch sinnvoll, regional differenziert und personell tragfähig sein", so Reinhardt. Qualität, Versorgungssicherheit und Erreichbarkeit dürften dabei nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Auch die Versorgung insgesamt müsse besser koordiniert werden. Für den ambulanten Bereich plädierte Reinhardt für verbindliche primärärztliche Einschreibemodelle sowie für eine verlässliche strukturierte Ersteinschätzung - telefonisch, digital oder vor Ort.
Langfristig komme es entscheidend auf Prävention und die Bekämpfung von Volkskrankheiten an. "Nachhaltig sind vor allem Investitionen in Prävention und Gesunderhaltung der Bevölkerung. Hier liegt ein erhebliches medizinisches und ökonomisches Potenzial", betonte Reinhardt. Dabei müsse Prävention ressortübergreifend gedacht und umgesetzt werden.
Abschließend erklärte Reinhardt: "Das Jahr 2026 kann zu einem Wendepunkt werden, wenn politische Entscheidungen konsequent, praxisnah und mit klarem Gestaltungsanspruch getroffen werden."
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