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Die Porsche-Aktie zeigt erste technische Erholungssignale, nachdem die vergangenen Monate von heftigen Herausforderungen geprägt waren. Mit Michael Leiters ist seit Jahresbeginn ein neuer Chef am Steuer, der dem Sportwagenbauer frischen Wind verschaffen soll.
Besonders interessant wird es nun an der Börse: Die 50-Tage-Linie hat die 200-Tage-Linie von unten durchstoßen und ein Golden Cross gebildet. Dieses bullische Signal könnte den Startschuss für eine nachhaltige Aufwärtsbewegung geben. Zudem notiert der Kurs mittlerweile über beiden gleitenden Durchschnitten, was die Stärke der Käuferseite unterstreicht. Ein Ausbruch aus der gebildeten Keilformation nach oben hin, deutet an, dass sich der monatelange Abwärtstrend bald gen Norden auflösen könnte. Anleger fragen sich, ob das die Wende ist, auf die viele monatelang gewartet haben? Die Mischung aus charttechnischen Signalen und strategischer Neuausrichtung macht die Aktie wieder spannend.
Führungswechsel in schwierigen Zeiten
Michael Leiters hat zu Beginn des neuen Jahres die Führung bei Porsche übernommen und löst damit Oliver Blume ab, der sich künftig voll auf den Volkswagen-Konzern konzentriert.Über 13 Jahre war er bereits bei Porsche tätig und verantwortete unter anderem die erfolgreichen SUV-Modelle Macan und Cayenne. Nach Stationen als Technikchef bei Ferrari und CEO bei McLaren kehrt er nun zurück nach Stuttgart. Die Börse reagierte auf die Personalie positiv. Die Aktie legte zum Jahresstart etwas zu und JPMorgan bekräftigte die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 58 Euro. Besonders aber die Märkte USA und China bereiten Kopfzerbrechen. In China brach der Absatz in den ersten neun Monaten 2025 um etwa 26 Prozent ein. Die USA zeigen sich hingegen robuster und legten um rund fünf Prozent zu. Porsche reagierte bereits im September mit einer Neuausrichtung der Produktstrategie. Der Konzern setzt nun auf maximale Flexibilität bei den Antriebsarten und macht damit ein Zugeständnis an die schwächelnde E-Mobilität. Leiters gilt als Experte für Performance-Hybride und hat bereits bei Ferrari gezeigt, dass er hochpreisige Technologie erfolgreich vermarkten kann. Seine Skepsis gegenüber reinen Elektroantrieben im Luxussegment deckt sich mit der aktuellen Marktlage. Analysten erwarten für 2026 eine deutliche Erholung mit einem Gewinn je Aktie von 2,39 Euro nach geschätzten 0,51 Euro für 2025. Diese Prognose steht allerdings unter dem Vorbehalt, dass die strategische Neuausrichtung gelingt.

Charttechnik
Das charttechnische Bild der Porsche-Aktie hellt sich spürbar auf. Der Kurs hat sich vom Mehrwochen-Tief bei unter 40 Euro, das im Juni 2025 markiert wurde, gelöst. Aktuell notiert die Aktie bei rund 46,60 Euro. Besonders bemerkenswert ist das frisch ausgebildete Golden Cross: Die 50-Tage-Linie hat die 200-Tage-Linie von unten nach oben durchstoßen. Dieses klassische Kaufsignal deutet auf eine mögliche Trendwende hin. Der Kurs liegt mittlerweile über beiden gleitenden Durchschnitten, was die positive Dynamik unterstreicht. Die gebildete Keilformation könnte sich in den kommenden Wochen nach oben auflösen. Sollte dies gelingen, wäre der monatelange Abwärtstrend technisch beendet. Die psychologisch wichtige Marke von 50 Euro rückt damit wieder in greifbare Nähe. Gelingt der Ausbruch über dieses Niveau, könnte weiteres Aufwärtspotenzial in Richtung 55 bis 58 Euro freigesetzt werden. Der RSI liegt bei moderaten 54 und signalisiert damit noch Luft nach oben. Wichtige Unterstützung bietet der Bereich um 44,40 bis 44,50 Euro, wo die 200-Tage-Linie verläuft. Solange der Kurs oberhalb dieser Marke bleibt, ist das technische Bild konstruktiv. Ein Rückfall darunter würde hingegen wieder Zweifel an der Stabilität der Erholung wecken. Am 20. Januar steht der Pre-Close Call zum abgelaufenen Geschäftsjahr an. Dort wird Leiters erste konkrete Aussagen zu seinen Plänen machen müssen. Der vollständige Jahresbericht folgt am 11. März. Diese Termine dürften wichtige Impulse für die weitere Kursentwicklung liefern.
Was tun?
Die charttechnischen Signale sprechen aktuell eine positive Sprache: Das Golden Cross, der Kurs über beiden wichtigen gleitenden Durchschnitten und die mögliche Auflösung der Keilformation nach oben geben Anlass zu Optimismus. Gleichzeitig steht mit Michael Leiters ein erfahrener Manager am Ruder, der sowohl Porsche als auch das Luxussegment bestens kennt. Seine Expertise bei Performance-Hybriden könnte genau das sein, was der Konzern jetzt braucht. Fundamental bleibt die Lage weiterhin herausfordernd. Die operative Marge ist auf 0,2 Prozent abgestürzt, China schwächelt weiter und Zölle belasten das Geschäft. Für 2026 erwarten Analysten allerdings eine deutliche Besserung. Sollte es Leiters gelingen, die angekündigten Kosteneinsparungen zügig umzusetzen und die Margenerholung in Gang zu bringen, könnte die Aktie weiteres Potenzial entfalten. JPMorgan sieht mit einem Kursziel von 58 Euro noch Aufwärtspotenzial. Anleger mit mittelfristigem Anlagehorizont können bei der aktuellen Bewertung einen Einstieg erwägen. Die kommenden Quartalsberichte und konkreten Aussagen zur Strategie werden zeigen, ob die Wende tatsächlich gelingt. Ein Stopp-Loss im Bereich um 39 Euro bietet sich zur Absicherung an. Wer auf die Bestätigung des Ausbruchs über 50 Euro warten möchte, handelt konservativer, verzichtet aber auf einen Teil des Potenzials. Hochspannend!
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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