OSLO/TEHERAN/BERLIN (dpa-AFX) - Bei den seit 13 Tagen anhaltenden Massenprotesten im Iran sollen laut Aktivisten mindestens 65 Menschen getötet worden sein. Mehr als 2.300 weitere Menschen seien festgenommen worden, berichtet das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA. Trotz einer nahezu vollständigen Internetsperre habe es Demonstrationen in 180 Städten gegeben.
Diese Angaben lassen sich zurzeit nicht unabhängig überprüfen.
Zuvor hatte die Organisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo gemeldet, dass bei Protesten bisher 51 Demonstrierende getötet worden seien. Allerdings fehlten dabei noch Zahlen aus mehreren Großstädten vom Donnerstag und aus der vergangenen Nacht. Hunderte weitere Menschen sollen bei Konfrontationen mit den Sicherheitskräften verletzt worden sein.
Proteste seit Ende Dezember
Die Proteste begannen Ende Dezember, ausgelöst durch eine massive Wirtschaftskrise und einen plötzlichen Absturz der iranischen Währung Rial. In Teheran gingen zunächst wütende Händler auf die Straße. Inzwischen haben sich die Proteste auf das gesamte Land ausgeweitet.
Die Regierung reagierte unter anderem mit einer Internetsperre für die Bevölkerung, um die Kommunikation unter den Demonstrierenden zu erschweren. Außerdem will sie die Verbreitung von Berichten, Fotos und Videos über die Unruhen sowie Repressalien unterdrücken./da/DP/zb
