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MÄRKTE USA/Wall Street leichter erwartet - Fed-Unsicherheiten belasten

DJ MÄRKTE USA/Wall Street leichter erwartet - Fed-Unsicherheiten belasten

DOW JONES--Mit Abgaben dürfte die Wall Street in die neue Handelswoche starten. Der Future auf den S&P-500 fällt um 0,5 Prozent. Für Unsicherheit sorgt die Verschärfung des Konflikts zwischen US-Präsident Donald Trump und US-Notenbankpräsident Jerome Powell, was als erneuter Versuch gewertet wird, die Unabhängigkeit der Fed zu schwächen. Dazu kommen die Entwicklungen im Iran. Hier hat Trump erneut mit einem Eingreifen der USA gedroht.

Staatsanwälte haben gegen Powell wegen seiner Aussage im vergangenen Sommer über das Renovierungsprojekt des Zentralbankgebäudes Ermittlungen aufgenommen. Er habe am Freitag einen Ermittlungsbescheid zugestellt bekommen, in dem mit einer strafrechtlichen Anklage im Zusammenhang mit seiner Aussage vor dem Bankenausschuss des Senats gedroht werde, teilte Powell in einer Erklärung mit und fügte an, dass die Untersuchung ein Vorwand im Rahmen der andauernden Kampagne von Präsident Trump sei, die Fed zu Zinssenkungen zu drängen und die Unabhängigkeit der Zentralbank zu beenden.

Die Aussichten auf eine baldige Zinssenkung durch die US-Notenbank sind gefährdet, da gegen den Vorsitzenden Powell ermittelt wird, wie ABN-Amro-Ökonom Rogier Quaedvlieg anmerkt. Die Infragestellung der Unabhängigkeit der Fed könne die Mitglieder des Fed-Boards dazu veranlassen, sich zu widersetzen und Zinssenkungen zu verschieben, um "die Institution zu verteidigen". Die Untersuchung werde als Druck auf den Fed-Chairman angesehen, zurückzutreten, um einen größeren Einfluss der Regierung zu ermöglichen, so Quaedvlieg.

Die Entwicklungen rund um die Fed sorgen für Zulauf in den "sicheren Hafen" Gold. Dazu kämen die steigenden geopolitischen Unsicherheiten, heißt es. Die Feinunze hat bei 4.610 Dollar ein Allzeithoch markiert. Aktuell geht es um 2,2 Prozent auf 4.607 Dollar aufwärts. Der Silberpreis steigt um 7,0 Prozent.

Dagegen gerät der Dollar mit den Fed-Entwicklungen unter Druck - der Dollar-Index verliert 0,3 Prozent. Der Schritt fache die Sorgen um die Unabhängigkeit der Fed wieder an und könne potenziell den 'Sell-America'-Trade neu beleben, meint Devisenanalyst Francesco Pesole von der ING. "Die Abwärtsrisiken für den Dollar, die von jeglichen Anzeichen einer weiteren Entschlossenheit zur Einmischung in die Unabhängigkeit der Fed ausgehen, sind erheblich."

Am Anleihemarkt geht es mit den Renditen leicht nach oben. Die Rendite zehnjähriger Papiere erhöht sich um 3,0 Basispunkte auf 4,20 Prozent.

Die Ölpreise fallen moderat. Die Notierungen für Brent und WTI büßen bis zu 0,2 Prozent ein. "Der Iran ist das viertgrößte Opec-Mitglied und produziert rund 3,2 Millionen Barrel Rohöl pro Tag", so die ING-Analysten. "Damit schwebt ein erhebliches Angebotsrisiko über dem Markt."

Bei den Einzelwerten geht es für die Aktien von Visa (-2%), Mastercard (-2,1%), American Express (-4,3%) und Capital One (-7,7%) vorbörslich abwärts. US-Präsident Trump hat eine einjährige Obergrenze für Kreditkartenzinsen von 10 Prozent gefordert. Der durchschnittliche Kreditkartenzins in den USA liegt aktuell bei 19,65 Prozent, bei von Geschäften ausgegebenen Kundenkarten mit Kreditfunktion werden im Schnitt 30,14 Prozent fällig, wie aus Daten von Bankrate hervorgeht.

Die Aktie von Eli Lilly steigt um 0,1 Prozent. Hintergrund ist ein Medienbericht, wonach der US-Pharmakonzern bereit sei, 15 Milliarden Euro für das französische Biotechnologie-Startup Abivax zu bieten. Eli Lilly habe dem Abivax-Vorstand noch kein formelles Angebot unterbreitet, berichtet das französische Medium La Lettre. Der US-Konzern wartet noch auf ein Signal der französischen Aufsichtsbehörden, ob ein mögliches Gebot den Vorschriften für Auslandsinvestitionen unterliegen würde. Die Hinterlegungsscheine von Abivax schießen an der Wall Street um 23,3 Prozent nach oben.

Die Titel von Walmart legen um 3,7 Prozent zu. Die Aktien des Einzelhändelskonzerns werden mit Handelsbeginn am 20. Januar in den Nasdaq-100 aufgenommen und ersetzen dort Astrazeneca.

Die Aktie von ExxonMobil fällt um 0,5 Prozent, nachdem Präsident Trump angedeutet hatte, er sei geneigt, den Ölkonzern von Bohrungen in Venezuela auszuschließen. Trumps Äußerungen folgten auf eine Aussage von Exxon-Chef Darren Woods, der bei einem Treffen am Freitag gesagt hatte, Venezuela sei derzeit "uninvestable".

=== 
DEVISEN          zuletzt    +/- %    0:00 Fr, 17:03  % YTD 
EUR/USD          1,1692    +0,5%   1,1632   1,1643  -1,0% 
EUR/JPY          184,44    +0,3%   183,88   183,78  -0,2% 
EUR/CHF          0,9312    -0,0%   0,9317   0,9323  +0,1% 
EUR/GBP          0,8676    -0,1%   0,8683   0,8674  -0,5% 
USD/JPY          157,74    -0,2%   158,05   157,84  +0,8% 
GBP/USD          1,3477    +0,6%   1,3398   1,3422  -0,5% 
USD/CNY          7,0035    -0,1%   7,0093   7,0071  -0,2% 
USD/CNH          6,9661    -0,1%   6,9764   6,9730  -0,0% 
AUS/USD          0,6717    +0,5%   0,6686   0,6685  +0,2% 
Bitcoin/USD       90.518,75    +0,1% 90.413,75 91.350,30  +2,2% 
 
ROHÖL           zuletzt VT-Settlem.   +/- %  +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex          59,03    59,12   -0,2%   -0,09  +2,3% 
Brent/ICE          63,27    63,34   -0,1%   -0,07  +3,5% 
 
METALLE          zuletzt    Vortag   +/- %  +/- USD  % YTD 
Gold           4.607,23   4.509,97   +2,2%   97,26  +4,4% 
Silber           85,21    79,63   +7,0%    5,58 +11,7% 
Platin          2.020,68   1.956,28   +3,3%   64,40 +11,6% 
Kupfer            6,06     5,90   +2,7%    0,16  +3,1% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/ros/flf

(END) Dow Jones Newswires

January 12, 2026 08:26 ET (13:26 GMT)

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Gold & Silber auf Rekordjagd
Kaum eine Entwicklung war 2025 so eindrucksvoll wie der Höhenflug der Edelmetalle. Allen voran Silber: Angetrieben von einem strukturellen Angebotsdefizit, explodierte der Preis und übertrumpfte dabei den „großen Bruder“ Gold. Die Nachfrage aus dem Investmentsektor zieht weiter an, und ein Preisziel von 100 US-Dollar rückt in greifbare Nähe.

Auch Gold markierte neue Meilensteine. Mit dem Durchbruch über 3.000 und 4.000 US-Dollar pro Unze hat sich der übergeordnete Aufwärtstrend eindrucksvoll bestätigt. Rücksetzer bleiben möglich, doch der nächste Zielbereich bei 5.000 US-Dollar ist charttechnisch fest im Blick. Die fundamentalen Treiber sind intakt, eine nachhaltige Trendwende aktuell nicht in Sicht.

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