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MÄRKTE EUROPA/Börsen sind trotz aller Krisen nicht zu stoppen

DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen sind trotz aller Krisen nicht zu stoppen

DOW JONES--Der europäische Aktienmarkt ist mit Aufschlägen in die neue Woche gestartet. Der DAX markierte bei 25.421 Punkten ein neues Allzeithoch. Es war bereits das fünfte in diesem Jahr. Für etwas Unterstützung sorgte der Sentix-Konjunkturindex für die Eurozone. Er stieg im Januar auf minus 1,8 von minus 6,2, erwartet worden war lediglich eine Besserung auf minus 4,9. "Nach den deutschen Daten zu den Aufträgen und zur Industrieproduktion zeigt nun auch der Sentix, dass die Konjunktur anzieht", so ein Marktteilnehmer. Entwarnung kann aber noch keine gegeben werden.

Dass die US-Regierung eine erneute Attacke auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank gestartet hat, wurde ignoriert, wie sonst auch alle geopolitischen Krisen. Die Fed hat nach Angaben ihres Chefs Jerome Powell eine Vorladung vom US-Justizministerium erhalten. Dabei gehe es um den 2,5 Milliarden Dollar teuren Umbau der Fed-Zentrale in Washington. Powell bezeichnete die Maßnahme allerdings als Vorwand.

Der DAX gewann 0,6 auf 25.405 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 blieb mit einem Anstieg um 0,3 Prozent auf 6.016 Punkte etwas zurück - hier drückten Abgaben bei Reise- und Flugaktien. Am Devisenmarkt stieg der Euro auf 1,1674 Dollar. An den Anleihemärkten ging es mit den Renditen leicht nach unten. Gold profitierte derweil von der Unsicherheit rund um die US-Notenbank. Das Edelmetall bleibt auf Rekordkurs und gewann bis Börsenschluss 2,4 Prozent auf 4.618 Dollar. Silber machte einen Sprung von 8 Prozent. Auch die Unruhen im Iran kamen Gold und Silber zugute.

Die Anleger setzen vermutlich auf einen guten Verlauf der gerade beginnenden Berichtssaison für das vierte Quartal. Die Deutsche Bank erwartet, dass die im S&P-500 gelisteten Unternehmen in der gerade startenden Berichtssaison für das vierte Quartal die Gewinne um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern werden. Dies impliziere ein Überbieten der Konsenserwartungen um 5,5 Prozentpunkte. Im historischen Schnitt werden die Markterwartungen um 4,9 Prozentpunkte geschlagen. Sollte die Deutsche Bank mit ihrer optimistischen Einschätzung Recht behalten, ist eine schärfere Korrektur an den Börsen aktuell unwahrscheinlich.

Für Fresenius Medical Care (FMC) ging es um 2,9 Prozent nach oben. Treiber dürfte hier das beschleunigte Aktienrückkaufprogramm des Dialyseanbieters gewesen sein. Die zweite Tranche von 415 Millionen Euro soll nun bis Mai 2026 abgeschlossen sein, was deutlich vor der ursprünglichen Analysten-Annahme von Mitte 2027 liegt, so MWB. Die schnellere Durchführung führe zu einer früheren Reduzierung der Aktienanzahl, was einen Rückgang der ausstehenden Aktien um nahezu 10 Prozent impliziere und die Steigerung des Gewinns je Aktie auf 2026 vorziehe. Fresenius gewannen 3 Prozent.

Konsumwerte waren in der Hoffnung auf eine Belebung der deutschen Wirtschaft im laufenden Jahr gesucht. So ging es für die Aktie von Beiersdorf um 3,1 Prozent nach oben, Douglas gewannen 1,5 Prozent oder Zalando 1,0 Prozent.

Mit Blick auf die Sektoren ging es für die Minenwerte in Europa um 1,8 Prozent nach oben, Fresnillo haussierten mit dem steigenden Silberpreis um weitere 6,5 Prozent. Auch Rüstungswerte lagen gut im Markt TKMS setzten die jüngste Rally fort und gewannen 12,4 Prozent. Der Rüstungskonzern hat vor wenigen Tagen ein Gebot für German Naval Yards Kiel (GNYK) abgeben. Die Analysten von MWB stuften dies als positiv für die Aktie ein. Renk gewannen 3,2 Prozent, für Rheinmetall ging es nach dem jüngsten Kurssprint dagegen um 0,5 Prozent nach unten.

Im Bankensektor ging es für die Aktie von Barclays um 2,4 Prozent abwärts - belastet nach Aussage von Marktstratege Neil Wilson von Saxomarkets von der von US-Präsident Donald Trump geforderten einjährigen Obergrenze für Kreditkartenzinsen von 10 Prozent. Dies sei ein weiterer Eingriff in die US-Wirtschaft, während Trump bereits die Zwischenwahlen im Laufe dieses Jahres im Blick hat. Die Maßnahme drückte an der Wall Street auch auf die Kurse von Visa, Mastercard, Capital One und American Express.

Heineken büßten mit der Nachricht 4,1 Prozent ein, dass der CEO geht. Für die Analysten der RBC kommt dieser Schritt nicht überraschend. CEO Dolf van den Brink trat mit hohen Erwartungen an, doch Heineken konnte diese nicht erfüllen. Seit seiner Ernennung am 1. Juni 2020 habe Heineken eine Gesamtrendite für Aktionäre (Total Shareholder Return, TSR) von minus 9 Prozent erzielt und damit deutlich schlechter abgeschnitten als die Wettbewerber Anheuser-Busch Inbev (+36%) und Carlsberg (+12%) sowie der MSCI-Index für europäische Basiskonsumgüter insgesamt (+22%).

Tui fielen um 0,7 Prozent und Lufthansa um 1 Prozent, in Paris verloren Air France-KLM 1 Prozent. "Das ist die Furcht vor einer Eskalation im Iran", so ein Marktteilnehmer. Noch zeigten sich die Ölpreise zwar ruhig, das könne sich aber schnell ändern, meinte er.

=== 
Index          Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn* 
Euro-Stoxx-50      6.016,30       +0,3%        +3,6% 
Stoxx-50        5.099,38       +0,3%        +3,4% 
Stoxx-600         610,95       +0,2%        +3,0% 
XETRA-DAX       25.405,34       +0,6%        +3,1% 
FTSE-100 London    10.124,60       k.A.        +1,1% 
CAC-40 Paris      8.358,76       -0,0%        +2,6% 
AEX Amsterdam       993,54       +0,5%        +3,9% 
ATHEX-20 Athen     5.607,43       +0,3%        +4,5% 
BEL-20 Bruessel     5.213,94       -0,5%        +3,2% 
BUX Budapest     117.385,41       +0,8%        +4,9% 
OMXH-25 Helsinki    5.791,02       -0,2%        +1,7% 
ISE NAT. 30 Istanbul  12.254,83       k.A.        +8,3% 
OMXC-20 Kopenhagen   1.734,64       -0,3%        +8,2% 
PSI 20 Lissabon     8.494,08       -0,3%        +3,1% 
IBEX-35 Madrid     17.673,80       +0,1%        +2,0% 
FTSE-MIB Mailand    45.732,20       +0,0%        +1,7% 
OBX Oslo        1.614,55       +0,5%        +0,6% 
PX Prag        2.741,10       -0,3%        +2,4% 
OMXS-30 Stockholm    2.984,21       +0,3%        +3,2% 
WIG-20 Warschau     3.292,06       +0,5%        +2,9% 
ATX Wien        5.440,34       +0,7%        +1,4% 
SMI Zuerich      13.426,98       +0,0%        +1,2% 
*bezogen auf Vortagesschluss 
 
DEVISEN          zuletzt    +/- %    0:00 Fr, 17:03  % YTD 
EUR/USD          1,1674    +0,4%   1,1632   1,1643  -1,0% 
EUR/JPY          184,57    +0,4%   183,88   183,78  -0,2% 
EUR/CHF          0,9303    -0,1%   0,9317   0,9323  +0,1% 
EUR/GBP          0,8668    -0,2%   0,8683   0,8674  -0,5% 
USD/JPY          158,10    +0,0%   158,05   157,84  +0,8% 
GBP/USD          1,3468    +0,5%   1,3398   1,3422  -0,5% 
USD/CNY          7,0031    -0,1%   7,0093   7,0071  -0,2% 
USD/CNH          6,9656    -0,2%   6,9764   6,9730  -0,0% 
AUS/USD          0,6718    +0,5%   0,6686   0,6685  +0,2% 
Bitcoin/USD       92.199,75    +2,0% 90.413,75 91.350,30  +2,2% 
 
ROHÖL           zuletzt VT-Settlem.   +/- %  +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex          59,15    59,12   +0,1%    0,03  +2,3% 
Brent/ICE          63,49    63,34   +0,2%    0,15  +3,5% 
 
METALLE          zuletzt    Vortag   +/- %  +/- USD  % YTD 
Gold           4.617,76   4.509,97   +2,4%   107,79  +4,4% 
Silber           85,97    79,63   +8,0%    6,34 +11,7% 
Platin          2.019,24   1.956,28   +3,2%   62,96 +11,6% 
Kupfer            6,03     5,90   +2,2%    0,13  +3,1% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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January 12, 2026 12:16 ET (17:16 GMT)

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Gold & Silber auf Rekordjagd
Kaum eine Entwicklung war 2025 so eindrucksvoll wie der Höhenflug der Edelmetalle. Allen voran Silber: Angetrieben von einem strukturellen Angebotsdefizit, explodierte der Preis und übertrumpfte dabei den „großen Bruder“ Gold. Die Nachfrage aus dem Investmentsektor zieht weiter an, und ein Preisziel von 100 US-Dollar rückt in greifbare Nähe.

Auch Gold markierte neue Meilensteine. Mit dem Durchbruch über 3.000 und 4.000 US-Dollar pro Unze hat sich der übergeordnete Aufwärtstrend eindrucksvoll bestätigt. Rücksetzer bleiben möglich, doch der nächste Zielbereich bei 5.000 US-Dollar ist charttechnisch fest im Blick. Die fundamentalen Treiber sind intakt, eine nachhaltige Trendwende aktuell nicht in Sicht.

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