LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Dienstag im frühen Handel weiter zugelegt. Zeitweise notierten die Ölpreise in der Nähe ihrer Novemberhochs. Unterstützung für die Preise kommt vor allem weiter von der Krise im Iran. US-Präsident Donald Trump will die Islamische Republik mit neuen Zöllen unter Druck setzen. Am Morgen wurde für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März 64,26 US-Dollar gezahlt, ein Plus von 39 US-Cent. Damit verteuerte sich das Fass für eine Sorte Brent seit Mitte vergangener Woche um mehr als vier Dollar oder sieben Prozent. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im Februar stieg am Dienstagmorgen um 36 Cent auf 59,86 Dollar.
Für alle Länder, die Geschäfte mit dem Iran machen, sollen mit sofortiger Wirkung Strafzölle auf Einfuhren in die USA in Höhe von 25 Prozent des Warenwerts gelten, wie Trump auf seiner Plattform Truth Social erklärte. Bei Trumps knapper Ankündigung von Zöllen für Länder mit Iran-Geschäften blieb unklar, was genau seine Formulierung zu Ländern, die "Geschäfte mit dem Iran machen", umfasst. Vom Weißen Haus wurde zunächst auch kein Erlass des Präsidenten zu Zöllen veröffentlicht.
Die Zollandrohungen sorgten erst einmal für einen Aufschlag bei den Ölpreisen, sagte Öl-Analyst Charu Chanana von Saxo Markets in Singapur. Aber in welche Richtung es am Ende tatsächlich wirkt, hänge nun davon ab, ob die Zoll-Rhetorik überhaupt in realen Zöllen mündet und wie diese dann die Nachfrage belasten, wenn es deswegen zu Versorgungsengpässen oder zu neuen Handelsstreitigkeiten kommt.
In den vergangenen Handelstagen waren die Ölpreise noch zum Teil deutlich gestiegen. Am Donnerstagmorgen hatten beide Ölsorten jeweils rund vier Dollar weniger gekostet, bevor die Lage im Ölstaat Iran weiter eskalierte. Die Lage in Venezuela, das über die weltweit größten Ölreserven verfügt, wird von Öl-Investoren ebenfalls stark beachtet./stk/zb
