Zum Jahresbeginn fließt weiter frisches Geld in den Aktienmarkt und treibt den DAX auf das sechste Allzeithoch am achten Handelstag des Jahres. Spielt die Statistik also auch in diesem Jahr mit und sind die ersten Tage eine Blaupause für den Rest des Jahres, steht der deutsche Leitindex vor seinem vierten Bullenjahr in Folge. Auch nach drei überdurchschnittlich starken Börsenjahren sieht die Mehrheit der investierten Anleger keinen Grund, jetzt aus dem Markt auszusteigen, auch weil sie sich wegen ihrer langfristigen Orientierung an keine Korrektur in der Vergangenheit mehr wirklich erinnern kann. Die Ruhe zu bewahren, hat sich selbst in den panisch anmutenden Phasen als richtig erwiesen.
Für den Sprung auf die neue Bestmarke von 25.508 Punkten sorgten am Nachmittag im Rahmen der Erwartungen ausgefallene Inflationsdaten aus den USA - die ersten vermeintlich aussagekräftigen Zahlen nach dem längsten Shutdown der US-Geschichte. Mit 2,7 Prozent in der Gesamt- und 2,6 Prozent in der Kernrate steigen die Preise in den USA zwar immer noch deutlicher, als es der Zielwert der Notenbank vorsieht, weshalb heute das Pendel auf jeden Fall nicht in Richtung einer nächsten zeitnahen Zinssenkung ausgeschlagen hat. Auf der anderen Seite aber beruhigte der Bericht diejenigen Anleger, die Angst vor einer Wiederaufnahme des im Frühjahr vergangenen Jahres gestarteten Aufwärtstrends in der Inflation hatten. Was bleibt, sind ein paar Zweifel an der Vollständigkeit der Berechnungen, nachdem während des Regierungsstillstands fast sechs Wochen lang gar keine Daten gesammelt werden konnten.
Im Ergebnis bleibt auch die Stimmung in New York optimistisch und Dow Jones und S&P 500 auf Rekordkurs, während die Technologieaktien ohne erstarkte Zinssenkungsfantasie mehr oder minder in der Warteschleife bleiben. Auch wenn es die US-Administration eher früher als später sehen will, rechnet der Markt erst für Juni mit einer nächsten geldpolitischen Lockerung der Fed. Die jüngste Eskalation des Konflikts Trump/Powell hat der Markt gestern so schnell wieder weggesteckt, wie er von ihm erfasst worden war. Auch die Wall Street profitiert weiter von dem in der Regel positiven Jahresanfangseffekt, wonach frisches Geld aus Kapitalsammelstellen oder über Sparpläne im Januar seinen Weg in den Aktienmarkt findet.
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