TEHERAN (dpa-AFX) - Nach tagelanger Kommunikationsblockade im Iran mehren sich bedrückende Berichte aus dem Land. In der Hauptstadt Teheran waren viele Familien in Sorge, wütend und depressiv, wie Bewohner am Telefon erzählten. Allmählich kehre nach den Massenprotesten und schweren Unruhen wieder etwas Normalität ein, berichteten Augenzeugen. Sicherheitskräfte und Polizei seien jedoch noch überall in der Stadt an zentralen Plätzen postiert.
Die größte Gewalt gab es Augenzeugen zufolge in den Nächten am vergangenen Donnerstag und Freitag, als in der Stadt absoluter Ausnahmezustand herrschte. Ab Samstag wurden die Demonstrationen dann zunehmend kleiner, wie es weiter hieß. Tagsüber seien Geschäfte während der Unruhen nur bis 18.00 Uhr geöffnet gewesen. Inzwischen sei es wieder möglich, auszugehen - auch wenn in der Millionenmetropole und im Land weiterhin angespannte Ruhe herrschten.
Einige Protestteilnehmer hätten sich nach den Drohungen von US-Präsident Donald Trump ein Eingreifen der Vereinigten Staaten gewünscht, sagte ein Bewohner in Teheran. "Die Menschen hatten die Hoffnung, dass etwas passiert." Die angespannte Lage habe auch Streit in vielen Familien ausgelöst. Sorgen machten sich viele Iranerinnen und Iraner um ihre Verwandten im Ausland, die sie tagelang nicht hätten erreichen können./arb/DP/men
