WIEN (dpa-AFX) - Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) würde aus Sicht ihres neuen Vorsitzenden im Fall einer Eskalation in Grönland sofort in Aktion treten. "Sollte etwas passieren, erwarten wir selbstverständlich, dass die Mitgliedsstaaten dieser Organisation unverzüglich Gespräche fordern würden, um die Angelegenheit zu vertiefen und um etwas zu unternehmen", sagte der Schweizer Außenminister Ignazio Cassis, der dieses Jahr den Vorsitz innehat.
US-Präsident Donald Trump will das rohstoffreiche Grönland den USA einverleiben. Die weitgehend autonome Insel gehört zum Staatsgebiet Dänemarks. Die Vereinigten Staaten und Dänemark sind nicht nur Mitglieder des transatlantischen Militärbündnisses Nato, sondern auch der OSZE, die ursprünglich zur Vermeidung von Konflikten zwischen West und Ost gegründet worden war.
"Wir beobachten die Lage derzeit genau"
Zu den Grundprinzipien der OSZE gehören unter anderem gegenseitiger Respekt von staatlicher Souveränität, Staatsgrenzen und Staatsgebieten sowie Verzicht auf Gewalt. "Die USA wissen genau, was gegen internationales Recht verstößt und was nicht. Wir beobachten die Lage derzeit genau", sagte Cassis in einer Pressekonferenz am Sitz der OSZE in Wien.
In seiner Antrittsrede als OSZE-Vorsitzender richtete Cassis jedoch den Fokus auf einen anderen Konfliktherd: "Russlands Krieg gegen die Ukraine hat unsere Organisation in die schwerwiegendste Krise ihrer Geschichte gestürzt", sagte der Schweizer Chefdiplomat. Beide Staaten sind Teil der OSZE. Die Schweiz setze sich dafür ein, dass die OSZE auch unter schwierigen Bedingungen ein Forum für Dialog bleibe, sagte Cassis./al/DP/nas
