DJ IWF hebt Prognose für Weltwirtschaftswachstum 2026 leicht an
Von Hans Bentzien
DOW JONES--Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr leicht angehoben und erwartet für 2027 eine nur marginale Wachstumsabschwächung. Wie aus dem jetzt veröffentlichten aktualisierten Weltwirtschaftsbericht hervorgeht, wurden die Prognosen für die USA, China und den Euroraum, darunter auch Deutschlands, angehoben. Allerdings beruhen die IWF-Prognosen auf der Annahme, dass das im vergangenen Sommer ausgehandelte Zollabkommen zwischen den USA und der EU Bestand hat, was angesichts des Konflikts um Grönland fraglich ist.
Der IWF prognostiziert nun für 2025, 2026 und 2027 einen Anstieg des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 3,3 (Oktober-Prognose: 3,2) und 3,3 (3,1) und 3,2 Prozent. Das US-BIP soll demnach um 2,1 (2,0), 2,4 (2,1) und 2,0 Prozent steigen, Chinas um 5,0 (4,8), 4,5 (4,2) und 4,0 Prozent und das des Euroraums um 1,4 (1,2), 1,3 (1,1) und 1,4 Prozent. Als effektiven US-Zollsatz setzt der IWF 18,5 (18,7) Prozent an.
Laut IWF-Bericht ist die Erwartung einer stabilen Wirtschaftsentwicklung das Ergebnis eines Wechselspiels gegensätzlicher Kräfte. "Gegenwind durch eine sich ändernde Handelspolitik wird durch Rückenwind aus steigenden Technologieinvestitionen, einschließlich Künstlicher Intelligenz (KI), ausgeglichen - dies gilt stärker für Nordamerika und Asien als für andere Regionen", heißt es darin. Hinzu kämen fiskalische und monetäre Unterstützung, weitgehend günstige Finanzierungsbedingungen sowie die Anpassungsfähigkeit des Privatsektors.
Für Deutschland prognostiziert der IWF BIP-Anstiege von 0,2, (0,2) 1,1 (0,9) und 1,5 Prozent, für Frankreich 0,8 (0,7), 1,0 (0,9) und 1,2 Prozent, für Italien 0,5, (0,5) 0,7 (0,8) und 0,7 Prozent und für Spanien 2,9, (2,9) 2,3 (2,0) und 1,9 Prozent.
Die Risiken für den Ausblick bleiben laut IWF abwärtsgerichtet. Eine Neubewertung der Erwartungen an das Produktivitätswachstum durch KI könnte zu einem Rückgang der Investitionen führen und eine abrupte Korrektur an den Finanzmärkten auslösen. Diese könnte von KI-bezogenen Unternehmen auf andere Segmente übergreifen und das Vermögen der privaten Haushalte schmälern. Zudem könnten Handelsspannungen wieder aufflammen, was die Unsicherheit verlängern und die Wirtschaftsaktivität stärker belasten würde.
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January 19, 2026 04:30 ET (09:30 GMT)
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