DJ MORNING BRIEFING - USA/Asien
Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:
TAGESTHEMA
Die People's Bank of China (PBoC) hat ihren Referenzzins für Bankkredite (LPR) an Unternehmen und Haushalte unverändert belassen. Wie die Notenbank des Landes mitteilte, bleiben der einjährige Referenz-Zinssatz (Loan Prime Rate - LPR) bei 3,0 Prozent und der fünfjährige LPR bei 3,5 Prozent. Die Loan Prime Rate ist einer der Leitzinsen der PBoC. Sie hatte ihn im August 2019 reformiert. Er dient den Banken als Vorgabe für ihre Ausleihesätze. Am Montag waren die in der vergangenen Woche angekündigten niedrigeren Zinsen für strukturelle Politikinstrumente in Kraft getreten. Der Satz wurde um 25 Basispunkte reduziert. Diese Instrumente werden üblicherweise genutzt, um Banken Anreize zu geben, ihre Kreditvergabe an Hightech-, Agrar- und Kleinbetriebe zu erhöhen.
AUSBLICK UNTERNEHMEN +
11:45 US/3M Co, Ergebnis 4Q
22:00 US/Netflix Inc, Ergebnis 4Q
AUSBLICK KONJUNKTUR
Keine relevanten Konjunkturdaten angekündigt.
ÜBERSICHT INDIZES
INDEX zuletzt +/- % E-Mini-Future S&P-500 6.848,20 -1,3% E-Mini-Future Nasdaq-100 25.136,70 -1,5% S&P/ASX 200 (Sydney) 8.815,90 -0,7% Nikkei-225 (Tokio) 52.991,10 -1,1% Hang-Seng (Hongk.) 26.555,93 -0,0% Shanghai-Comp. 4.105,60 -0,2% Kospi (Seoul) 4.885,75 -0,4%
FINANZMÄRKTE
OSTASIEN (VERLAUF)
Mehrheitlich mit Abgaben zeigen sich die asiatischen Aktienmärkte am Dienstag. Marktteilnehmer verweisen auf die zunehmenden Sorgen in Bezug auf Grönland. US-Präsident Trump hat seine Ansprüche zur Übernahme des Landes bekräftigt - eine Lösung zeichnet sich weiterhin nicht ab. Besonders deutlich ging es für den Nikkei-225 in Tokio nach unten, der 1,1 Prozent verlor. Japans Premierministerin Sanae Takaichi plant die Auflösung des Unterhauses am Freitag und hat Neuwahlen für den 8. Februar angesetzt - ein Schritt der erwartet worden war. Die Wahl dürfte dazu führen, dass Takaichi mehr Wählerunterstützung für fiskalische Anreize, Steuersenkungen und einen Plan zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben sucht. Obwohl die japanischen Märkte zunächst die Aussicht auf höhere fiskalische Anreize begrüßt hatten, kamen zuletzt Zweifel auf, wie die Regierung die steigenden Ausgaben finanzieren will. Nach zuletzt zwölf Handelstagen in Folge mit Aufschlägen ging es für den Kospi um 0,4 Prozent nach unten. Teilnehmer sprachen von leichten Gewinnmitnahmen. In Sydney schloss der S&P/ASX-200 mit einem Abschlag von 0,7 Prozent. Hier belastete das Minus der BHP-Aktien, die nach dem Production Report für das erste Halbjahr um 2,0 Prozent fielen. Die steigenden Kosten des kanadischen Kali-Projekts trübten ein operativ starkes Quartal für BHP, schrieb Kaan Peker, Analyst bei RBC Capital Markets. Im Fahrwasser ging es für Rio Tinto um 2,0 Prozent nach unten.
WALL STREET (16.1.)
INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 49.359,33 -0,2% -83,11 +2,8%
S&P-500 6.940,01 -0,1% -4,46 +1,4%
NASDAQ Comp 23.515,39 -0,1% -14,63 +1,2%
Freitag Donnerstag
Umsatz NYSE (Aktien) 1,35 Mrd 1,20 Mrd
Gewinner 1.186 1.864
Verlierer 1.537 897
Unverändert 109 74
Knapp behauptet - Vorsicht dominierte unter den Anlegern vor dem Wochenende. Zudem hatten die jüngsten Aussagen von US-Präsident Trump die Zinssenkungshoffnungen gedämpft. Trump schürte Zweifel an Kevin Hassett als nächstem Fed-Chef, der Vorsitzende des Nationalen Wirtschaftsrats im Weißen Haus galt bisher als aussichtsreichster Kandidat. Im Zuge dessen hatten Anleger ihre Wetten auf Hassett für den Fed-Spitzenposten halbiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh nominiert wird, stieg auf 60 Prozent. Händler sehen Hassett als die marktfreundlichere Option als Nachfolger von Powell und glauben, dass er eher als Warsh bereit sein könnte, die Zinsen niedrig zu halten. Gesucht waren teilweise erneut Aktien mit Bezug zu TSMC oder KI, nachdem der taiwanische Chipauftragsfertiger mit starken Geschäftszahlen und einem optimistischen Ausblick die Furcht vor einer KI-Blase vorerst zerstreut hatte. AMD legten 1,7 Prozent zu und Broadcom um 2,5 Prozent. Micron verteuerten sich um 7,8 Prozent, nachdem TSMC-Co-CEO Mark Liu Aktien des Speicherchipherstellers gekauft hatte.
US-ANLEIHEN (16.1.)
Die Renditen stiegen, was Marktteilnehmer mit nachlassender Zinssenkungsfantasie erklärten nach den jüngsten Aussagen von US-Präsident Trump zur Powell-Nachfolge. Die Zehnjahresrendite stieg um 7 Basispunkte auf 4,22 Prozent.
DEVISEN
DEVISEN zuletzt +/- % 00:00 Mo, 08:18 % YTD EUR/USD 1,1665 0,2 1,1646 1,1637 -1,4% EUR/JPY 184,79 0,4 184,13 183,60 -0,7% EUR/GBP 0,8684 0,1 0,8674 0,8680 -0,6% GBP/USD 1,3433 0,0 1,3427 1,3406 -0,8% USD/JPY 158,42 0,2 158,11 157,77 +0,7% USD/KRW 1.478,10 0,4 1.472,52 1.473,76 +2,3% USD/CNY 6,9960 -0,0 6,9962 6,9969 -0,3% USD/CNH 6,9549 -0,0 6,9562 6,9577 -0,1% USD/HKD 7,7982 0,0 7,7967 7,7964 +0,2% AUD/USD 0,6730 0,2 0,6714 0,6697 +0,0% NZD/USD 0,5826 0,5 0,5796 0,5777 -0,3% BTC/USD 90.938,50 -1,7 92.529,70 92.607,60 +7,7% YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags
Die jüngsten Zolldrohungen des US-Präsidenten gegen verschiedene europäische Länder belasteten am Montag die US-Währung. Mit seiner Ankündigung, Zölle von zusätzlichen 10 Prozent auf Importe aus mehreren europäischen Ländern zu erheben, will Trump den Druck auf Dänemark erhöhen, Grönland an die USA zu verkaufen. Der Dollarindex fiel um 0,3 Prozent.
++++ ROHSTOFFE +++++
METALLE
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 4.707,22 4.671,23 +0,8% +36,00 +6,4% Silber 93,66 94,725 -1,1% -1,07 +26,4% Platin 2.035,81 2.041,09 -0,3% -5,28 +15,2% Kupfer 5,86 5,91 -0,8% -0,05 +2,4% YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags
Die jüngste Entwicklung des Streits um Grönland verschafften den Edelmetallen Zulauf. Die Feinunze Gold verteuerte sich um 1,5 Prozent auf 4.666 Dollar. Der Silberpreis legte um 3,9 Prozent zu.
ÖL
ROHÖL zuletzt VT-Schluss +/- % +/- USD % YTD Brent/ICE 64,07 63,94 +0,2% +0,13 +5,4% YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags
Die Ölpreise zeigten sich etwas leichter. Das Barrel US-Rohöl der Sorte WTI ermäßigte sich um 0,4 Prozent auf 59,13 Dollar. Die Umsätze waren jedoch dünn, da die US-Akteure wegen des dortigen Feiertags am Montag fehlten. Ein neuer Zollstreit könnte die Wirtschaft ausbremsen und die Nachfrage nach Öl dämpfen, warnten Beobachter.
MELDUNGEN SEIT VORTAG, 20.00 UHR
KONJUNKTUR CHINA
Die politischen Entscheidungsträger in Peking wollen die chinesische Binnennachfrage als Teil ihres Kampfes gegen den verfestigten Deflationsdruck und die einbrechenden Investitionen ankurbeln. Sie arbeiten an einem Fünfjahresplan zur Erhöhung der Binnennachfrage, wie die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission am Dienstag erklärte. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt sehe sich derzeit mit einem Ungleichgewicht zwischen "starkem Angebot und schwacher Nachfrage" konfrontiert.
BHP
hat den Ausblick für die Kupferförderung im laufenden Geschäftsjahr am unteren Ende angehoben. Die Förderung des Metalls, das derzeit zu Rekordpreisen gehandelt wird, soll sich im Geschäftsjahr bis Ende Juni auf 1,9 bis 2,0 Millionen Tonnen belaufen, wie der Bergbaukonzern mitteilte. Bislang waren 1,8 bis 2,0 Millionen Tonnen geplant. Unterdessen wird das Kali-Projekt von BHP in Kanada nochmals teurer als geplant.
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January 20, 2026 01:46 ET (06:46 GMT)
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