BERLIN (dpa-AFX) - Nach einer möglichen Manipulation an Sirenenanlagen in zwei Kommunen in Sachsen-Anhalt überdenkt der Bund seine Pläne für die Warnung der Bevölkerung in Krisen und bei Katastrophen. In Querfurt gab es nach Angaben der Behörden am Freitagabend Sirenenalarm und Durchsagen, ohne dass eine Gefahr bestand. Anschließend teilte die Polizei mit, es werde geprüft, ob der Fehlalarm durch eine technische Manipulation ausgelöst wurde. Einige Tage zuvor gab es einen ähnlichen Vorfall in Halle (Saale).
Eine Sprecherin des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) teilte auf Nachfrage mit, "dass die Erfahrungen aus Halle und Querfurt in die weiteren Entwicklungen des Warnsystems einfließen werden". Dazu stehe das Bundesamt mit den betroffenen Kommunen in Kontakt. Das BBK hatte am bundesweiten Warntag im September angekündigt, beim Warntag 2026 sollten moderne Sirenen nicht mehr von den Kommunen ausgelöst werden müssen, sondern direkt angesteuert werden.
"Das Bundeswarnsystem unterliegt bereits jetzt höchsten Sicherheitsvorkehrungen", betont ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Wer hinter den Fehlalarmierungen in Sachsen-Anhalt steckt, ist bisher nicht bekannt. Das Landeskriminalamt (LKA) ermittelt inzwischen zu dem unbeabsichtigten Sirenenalarm./abc/DP/jha
