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XETRA-SCHLUSS/Vertrauensverlust wirft DAX weiter zurück

DJ XETRA-SCHLUSS/Vertrauensverlust wirft DAX weiter zurück

DOW JONES--Am deutschen Aktienmarkt ist es am Dienstag weiter abwärts gegangen. Der DAX fiel um 1 Prozent auf 24.703 Punkte. Gedrückt wurde die Stimmung nach wie vor von den Zolldrohungen des US-Präsidenten Donald Trump. "Trump zeigt einmal mehr, dass er unberechenbar ist, und das sorgt für einen nachhaltigen Vertrauensverlust", so ein Marktteilnehmer. In diesem Zusammenhang drückten auch ein schwacher Dollar und steigende US-Renditen auf die Stimmung. Weiter ging es dagegen mit der Flucht ins Gold und ins Silber, beide Edelmetalle stiegen auf neue Rekordmarken, vor allem in Dollar, aber auch in Euro. Aber es gab auch auf der Aktienseite Gewinner: Im Schlussgeschäft legten Qiagen um 12,4 Prozent zu. Angesichts neuen Interesses denke Qiagen über strategische Optionen nach, sagte ein Händler.

Auf dem Weg nach Davos wiederholte Trump seine Rhetorik zu Grönland auf Truth Social und schrieb in einem Beitrag, das Gebiet sei "unerlässlich für die nationale und weltweite Sicherheit". In dem Beitrag vom Dienstag sagte Trump, er habe ein "sehr gutes" Telefonat mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte über Grönland geführt und zugestimmt, sich in Davos mit "verschiedenen Parteien" zu treffen. Das CIO-Büro von Lombard Odier urteilt zur aktuellen Entwicklung, dass der europäische Block anders als im August 2025, als die EU einen Rahmen für ein Zollabkommen akzeptierte, nun über einen größeren Hebel verfüge: Die US-Zwischenwahlen stünden bevor und die Drohungen bezüglich Grönland einten die europäische Meinung wahrscheinlich. "Derzeit ist nur schwer vorstellbar, wie der jetzt losgetretene Konflikt wieder eingefangen werden kann", so Christine Romar von CMC Markets.

Der Volatilatilitätsindex des DAX, auch Angstbarometer genannt, hatte am Montag seinen größten Tagesanstieg seit August 2025 verzeichnet. Das zeigt laut Thomas Altmann, Portfoliomanager bei QC Partners, wie groß die Verunsicherung unter den Investoren ist. Die Entwicklung zeige aber auch, dass mit einer längeren Phase erhöhter Kursschwankungen gerechnet werde. Volatilitätsanstiege in der Größenordnung des Vortages gab es im vergangenen Jahr nur dreimal, im Jahr 2024 sogar nur zweimal.

Die Angst vor einer neuerlichen Zollspirale lasse auf der anderen Seite die Zinsen wieder steigen. In den USA sind die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen an einer spannenden und möglicherweise entscheidenden Stelle angekommen. Erstmals seit Anfang August liegt die 10-Jahresrendite über der 200-Tagelinie. Nun wird spannend, ob das Überschreiten der 200-Tagelinie zu weiteren Verkäufen von US-Staatsanleihen führt. "Dies dürfte auch US-Präsident Trump verfolgen", so ein Marktteilnehmer zum aktuellen Zinsanstieg. Denn nichts fürchte Trump mehr als steigende Zinsen, auch im Hinblick auf die Midterm-Wahlen in diesem Jahr. Auch der Ausverkauf japanischer Staatsanleihen ging am Dienstag weiter.

Kräftige Verluste verzeichneten nun vor allem die zinsabhängigen Immobilien-, Versorger- und Versicherungsaktien. So fielen Vonovia um 3,5 Prozent. Fresenius gaben fast 5 Prozent ab. Dagegen machte der Index der Autotitel seine Abschläge im Verlauf weitgehend wett: "Zum einen stützt die neue E-Auto-Prämie", so ein Marktteilnehmer, der meinte, die Prämie gleiche die Zölle aus. Zum anderen hätten die Autoaktien seit dem 9. Dezember deutlich schlechter abgeschnitten als der DAX. Marktteilnehmer hätten Positionen eröffnet, mit denen sie auf eine vergleichsweise negative Eentwicklung der Autoaktien gesetzt hätten, diese so genannten Spread-Positionen würden nun zurückgedreht. Das habe Käufe von Autoaktien ausgelöst. BMW schlossen ein halbes Prozent höher, Porsche AG zogen um 0,9 Prozent an. Auch MTU und Deutsche Börse konnten sich dem Druck entziehen und gingen fest aus dem Markt.

Berichtssaison rückt in den Fokus

Die Nachrichtenlage von Unternehmensseite ist extrem dünn. So führt Henkel (-2,6%) Gespräche über einen Erwerb des niederländischen Chemieunternehmens Stahl Holdings, das sich auf Beschichtungen und Oberflächenbehandlungen für Materialien wie Leder, Kunststoffe und Textilien spezialisiert hat. Mit Blick auf den Umsatz wäre es ein kleinerer und strategisch sinnvoller Zukauf, wenn er denn stattfinde, hieß es im Handel.

Hypoport verloren nach Zahlenausweis fast 17 Prozent. Vor allem das um 1 Prozent geschrumpfte Volumen der Plattform Europace im vierten Quartal stieß Anlegern sauer auf. "Die Perspektiven für Immobilienwerte werden ja nicht besser angesichts der steigenden langfristigen Renditen", sagte ein Händler. Daher könnte der Markt das vierte Quartal als Wendepunkt beim Wachstum interpretieren und überproportional negativ reagieren. Das Gesamtjahr verlief indes gut. Anaylstenkommentare belasteten Aktien wie Carl Zeiss Meditec, FMC und Douglas. Docmorris gaben nach Zahlenausweis 8,6 Prozent ab, im Sog fielen Redcare um 3,3 Prozent.

=== 
INDEX                    zuletzt +/- % +/- % YTD 
DAX                    24.703,12 -1,0%   +1,9% 
DAX-Future                24.824,00 -1,0%   +1,4% 
XDAX                   24.707,94 -1,0%   +1,5% 
MDAX                   30.803,23 -1,9%   +2,5% 
TecDAX                   3.646,83 -0,7%   +1,4% 
SDAX                   17.632,41 -2,1%   +4,9% 
zuletzt                  +/- Ticks 
Bund-Future                 128,01  -15 
YTD - bezogen auf Schlusskurs Vortag 
 
Index                 Gewinner Verlierer unv.  Umsatz Aktien Umsatz Vortag Aktien Vortag 
DAX                     6     34   0 4.400,3  60,3    4.218,1      59,8 
MDAX                     5     43   2  656,5  30,6     564,2      22,0 
TecDAX                    5     25   0 1.065,3  22,0     868,6      17,7 
SDAX                    13     55   2  159,2  10,1     151,3      10,5 
Umsätze in Millionen Euro bzw. Stück 
=== 

DJG/hru/cln

(END) Dow Jones Newswires

January 20, 2026 11:57 ET (16:57 GMT)

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Gold & Silber auf Rekordjagd
Kaum eine Entwicklung war 2025 so eindrucksvoll wie der Höhenflug der Edelmetalle. Allen voran Silber: Angetrieben von einem strukturellen Angebotsdefizit, explodierte der Preis und übertrumpfte dabei den „großen Bruder“ Gold. Die Nachfrage aus dem Investmentsektor zieht weiter an, und ein Preisziel von 100 US-Dollar rückt in greifbare Nähe.

Auch Gold markierte neue Meilensteine. Mit dem Durchbruch über 3.000 und 4.000 US-Dollar pro Unze hat sich der übergeordnete Aufwärtstrend eindrucksvoll bestätigt. Rücksetzer bleiben möglich, doch der nächste Zielbereich bei 5.000 US-Dollar ist charttechnisch fest im Blick. Die fundamentalen Treiber sind intakt, eine nachhaltige Trendwende aktuell nicht in Sicht.

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