DJ Lagarde: Unsicherheit ist zurück - Agentur
DOW JONES--Nach Aussage der Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, ist die Unsicherheit aufgrund der jüngsten Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump zurückgekehrt. Das Vertrauen zwischen den USA und Europa werde untergraben, sagte Lagarde dem Sender CNN auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Unternehmen in beiden Regionen hätten nun Schwierigkeiten, die Folgewirkungen neuer Abgaben zu ermitteln.
"Wichtiger als die Zölle selbst ist die zunehmende Unsicherheit, die wir wieder sehen - die Unsicherheit ist also zurück", sagte sie in einem am Dienstag ausgestrahlten Interview. Sie beschrieb die Drohungen als einen "Film, den wir schon einmal gesehen haben". Trumps mögliches Vorgehen gegen europäische Länder könnte den günstigen Ausblick der EZB für Inflation und Wirtschaftsaktivität in den kommenden Jahren in Frage stellen. Zwar habe sich die Eurozone bisher als widerstandsfähig gegenüber zunehmendem Protektionismus erwiesen, doch hätten Vertreter der Notenbank kontinuierlich betont, dass die Risiken erhöht blieben.
Lagarde sagte, die Geldpolitik in Europa sei zuletzt "wirklich vorhersehbar" geworden, wobei sowohl die Inflation als auch die Leitzinsen bei 2 Prozent lägen.
EZB-Ratsmitglied Francois Villeroy de Galhau, sagte Bloomberg TV am Dienstag, dass neue Zölle bewertet werden müssten. Er fügte jedoch hinzu, er erwarte, dass ihr Einfluss auf die Preise "gedämpft" sein werde. Lagarde hob hervor, dass die Handelsverflechtungen zwischen den USA und Europa "sehr tief" seien. "Dies zu gefährden, dies in Frage zu stellen, ist einer guten Geschäftspolitik nicht zuträglich", sagte sie. "Corporate America sollte darüber nachdenken, so wie Corporate Europe darüber nachdenkt."
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