Kapitalmarkt-Standpunkt von Kai Jordan, Vorstand der mwb Wertpapierhandelsbank AG:
Wer heutzutage Standpunkte wie diesen hier schreibt, sollte nicht zu früh anfangen, denn die Ereignisse überschlagen sich schneller, als man ein Dokument abspeichern kann. Und ja, wir sollten eigentlich zu relevanten Themen im Bereich der KMU-Unternehmen schreiben anstatt zur Geopolitik, aber das hängt doch alles miteinander zusammen: Geostrategisches, Zinsentwicklung etc. Leser hier wissen ohnehin schon länger, was auf "uns" (Europa) zukommt:Kapitalmarkt-Standpunkt: "MAGA ist nicht MEGA"Haben wir uns damals gefragt, ob die Beschreibung des Präsidenten der Vereinigten Staaten nicht zu despektierlich ist, so müssen wir konstatieren: "Es kam schlimmer." Dennoch müssen wir uns damit befassen, denn der "Allmächtige" im Weißen Haus hat ja nun einige Tanzrunden eröffnet, und die Frage stellt sich dem gespannten Beobachter, ob dies gut gehen kann.
Jedenfalls scheinen sich die Staaten der EU zu einer Reaktion nach dem "Anti-Coercion-Instrument" einigen zu wollen und bitten womöglich zum Tanz. Ob dies nach der Veröffentlichung dieses Standpunktes gelingt, die europäische Super-Bazooka auszupacken, muss man mit höchster Spannung beobachten. Hier gabelt sich der europäische Weg. Obwohl Trump die italienische Rechtsaußen-Nudel mit einem Nudel-Zoll-Deal einfangen wollte, hat sie zu unserer Überraschung dem Mercosur-Abkommen zwischen der EU und Südamerika doch zugestimmt. Über Viktor Orbán machen wir uns keine Gedanken mehr. Aber: Neben Italien steht auch Polen nicht auf Batmans neuester Zolldrohung. Zwischenzeitlich merken auch die selbsternannten Alternativen, dass das Gebuckel vor dem vermeintlichen "Boss der autokratisch regierten Wunschwelt" vielleicht eher in Richtung Verrat geht, als dass es eine zielführende Strategie sein kann. Wir selbst schreiben und träumen ja seit Langem von mehr Europa, wenngleich doch von einem stark reformierten.
Aber die Europäer haben noch viel mehr "im ...
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