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Während der Kurs von Nel ASA derzeit bei rund 0,19 Euro notiert, könnte dies der Moment für mutige Investoren sein. Viele Anleger haben schon das Vertrauen verloren. Die Norweger arbeiten an einer revolutionären Elektrolyseur-Generation, die die Kosten der Wasserstoffproduktion dramatisch senken könnte. Mit Unterstützung von 135 Millionen Euro aus dem EU-Innovationsfonds plant Nel den kommerziellen Start bereits für das erste Halbjahr 2026.
Die Aktie handelt unter ihrem Buchwert, was eine massive Unterbewertung signalisiert. Nach Abschluss der Bodenbildung könnte die Notierung mittelfristig in Richtung 0,40 bis 0,50 Euro tendieren. Die anstehenden Quartalszahlen Ende Februar werden zeigen, ob die Trendwende eingeleitet wird. Für risikobereite Anleger bietet sich hier eine spannende Chance mit enormem Aufwärtspotenzial.
Schwierige Phase mit Lichtblick
Nel ASA steckt gerade in einer schwierigen Phase. Die Aktie kostet nur noch 2,25 norwegische Kronen, das sind umgerechnet etwa 0,19 Euro. Vor einem Jahr stand sie noch bei 3,61 Kronen, also deutlich höher. Das Unternehmen hat in den letzten zwölf Monaten rund 459 Millionen Kronen Verlust gemacht. Der Umsatz lag bei 1,05 Milliarden Kronen. Für jeden verdienten Euro gingen also 44 Cent zusätzlich verloren. Das sieht erst mal nicht gut aus. Aber Nel hat noch 1,76 Milliarden Kronen auf der hohen Kante. Das Unternehmen ist an der Börse 4,14 Milliarden Kronen wert. Interessant ist, dass die Aktie sogar unter dem reinen Firmenwert gehandelt wird. Das zeigt, wie wenig Vertrauen die Anleger derzeit haben. Dabei übersehen einige das große Potenzial der neuen Technik. Im dritten Quartal 2025 sank der Umsatz um 17 Prozent auf 303 Millionen Kronen. Für das vierte Quartal rechnen Experten mit einem weiteren Rückgang auf 266 Millionen Kronen. Doch genau das könnte der Tiefpunkt sein. Der Wasserstoffmarkt braucht mehr Zeit als gedacht. Aber die Grundlagen für künftiges Wachstum sind da.
Technologiesprung als Gamechanger
Der entscheidende Hoffnungsträger ist die neue Elektrolyseur-Plattform. Im Dezember 2025 fiel die finale Investitionsentscheidung für die Industrialisierung der Next-Generation-Technologie am norwegischen Standort Heroya. Der EU-Innovationsfonds stellt bis zu 135 Millionen Euro bereit. Das Ziel dieser Innovation ist ambitioniert aber realistisch. Die Stromgestehungskosten von Wasserstoff sollen deutlich sinken. Damit würden Projekte wirtschaftlich, die bisher auf massive Subventionen angewiesen waren. Diese Technologie könnte Nel den entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschaffen. Analysten sind gespalten. Die Kursziele reichen von 1,20 Kronen (rund 0,10 Euro) bis 4,20 Kronen (rund 0,35 Euro). Diese breite Spanne zeigt die Unsicherheit, aber auch die Chance für mutige Anleger.

Charttechnik
Die charttechnische Lage der Nel ASA-Aktie präsentiert sich derzeit angespannt. Der Titel befindet sich in einem Abwärtstrend und notiert deutlich unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten. Das 52-Wochen-Tief liegt nur gering unter dem aktuellen Niveau und könnte als Unterstützungszone dienen. Positive Signale sind derzeit noch rar. Auch das Handelsvolumen lag zuletzt unter dem Durchschnitt, was auf fehlendes Interesse hindeutet. Allerdings bildet sich im aktuellen Bereich möglicherweise eine potenzielle Bodenformation heraus. Sollte diese Zone halten und die Quartalszahlen Ende Februar positiv überraschen, könnte ein technischer Ausbruch nach oben erfolgen. Der erste Widerstand läge dann bei etwa 0,25 Euro. Ein nachhaltiger Durchbruch über diese Marke würde Raum bis 0,30 bzw. 0,35 Euro eröffnen. Langfristig orientierte Anleger sollten eine Stabilisierung im aktuellen Bereich als möglichen Einstiegspunkt betrachten. Nach erfolgreicher Bodenbildung wäre mittelfristig ein Anstieg in Richtung 0,40 bis 0,50 Euro durchaus möglich. Der Wert wirkt ziemlich ausgebombt.
Was tun?
Die fundamentalen Zahlen sind schwach, keine Frage. Die Verluste belasten, der Umsatz schrumpft und der Markt bleibt skeptisch. Doch genau in solchen Phasen entstehen mit die größten Chancen. Die Aktie handelt unter Buchwert und der Markt ignoriert das enorme Potenzial der neuen Elektrolyseur-Generation. Die Unterstützung durch den EU-Innovationsfonds und der geplante Produktionsstart sind starke Argumente. Die Quartalszahlen im Februar werden richtungsweisend sein. Zeigt Nel hier erste Stabilisierungstendenzen, könnte das der Startschuss für eine nachhaltige Erholung sein. Charttechnisch läuft eine Bodenbildung, die bei positiven Nachrichten schnell in einen Aufwärtstrend münden könnte. Für risikobewusste Anleger mit langem Atem bietet Nel ASA derzeit eine interessante Einstiegschance. Wer an die Zukunft des grünen Wasserstoffs glaubt und Geduld mitbringt, könnte die aktuelle Schwäche als Kaufgelegenheit betrachten. Eine Position mit begrenztem Risiko durch einen passenden Stopp erscheint sinnvoll. Das Aufwärtspotenzial bis 0,40 oder sogar 0,50 Euro scheint die Risiken deutlich zu überwiegen. Nel könnte in den kommenden Monaten zur Überraschung werden.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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