Berlin/Port Sudan (ots) -
- Acht Millionen Kinder haben wegen des Kriegs keinen Unterricht
- Drei von vier Kindern im Sudan gehen nicht zur Schule
- Save the Children fordert entschlossenes Handeln gegen eine der derzeit größten
Der seit April 2023 andauernde Krieg im Sudan hat eine der größten Bildungskrisen der Welt ausgelöst. Nach einer Schätzung von Save the Children anlässlich des Internationalen Tags der Bildung am 24. Januar sind seit Kriegsbeginn bereits fast 500 Unterrichtstage ausgefallen. Davon betroffen sind rund acht Millionen Kinder.
Seit Beginn des Krieges wurden zahlreiche Schulen geschlossen, beschädigt oder in Notunterkünfte umfunktioniert. Viele Lehrkräfte erhalten seit Monaten kein Gehalt mehr. Die Folge: Unterricht fällt aus, qualifiziertes Personal wandert ab, und die Hoffnung auf eine stabile Lernumgebung schwindet. Save the Children fordert massive Investitionen in die Bildung im Sudan, um den Kindern eine Perspektive auf ein selbstbestimmtes Leben zu geben.
"Kinder, die vor der unvorstellbaren Gewalt im Sudan geflohen sind, brauchen nicht nur Sicherheit - sie brauchen die Chance zu lernen, Hoffnung zu schöpfen und sich ein Leben aufzubauen", sagt Inger Ashing, Geschäftsführerin von Save the Children International, die gerade den Sudan besucht hat. "Bildung ist kein Luxus. Sie schützt Kinder vor Ausbeutung, Frühverheiratung und der Rekrutierung durch bewaffnete Gruppen. Deshalb habe ich von Kindern im ganzen Land denselben Wunsch gehört: Sie wollen zur Schule gehen."
Inger Ashing besuchte Bildungsprojekte von Save the Children in Port Sudan, Nahr-an-Nil und Khartum. Sie erzählt: "Ich habe die neunjährige Amina* getroffen. Als der Krieg begann, lebte sie in Khartum und musste fliehen. Sie konnte fast ein Jahr lang nicht zur Schule gehen. Heute läuft sie jeden Tag ganz allein mehrere Kilometer zur Schule, obwohl sie sich auf dem Weg oft einsam und ängstlich fühlt. Aber sie freut sich so sehr darüber, ihre Freund*innen zu treffen und zu lernen."
Save the Children betreibt Bildungsprogramme in neun der 18 sudanesischen Bundesstaaten und unterstützt rund 400 Schulen. Zu den Maßnahmen gehört die Finanzierung von Schulmahlzeiten, -gärten, -material und -uniformen, die Renovierung von Schulgebäuden, die Versorgung mit Trinkwasser und Sanitäranlagen sowie die Ausbildung und Bezahlung von Lehrkräften.
"Um jedes Kind im Sudan zu erreichen und die Sicherheit und Qualität der Bildung zu gewährleisten, braucht es dringend mehr Geld", betont Inger Ashing. "Schulen müssen renoviert und die Lehrkräfte müssen fair bezahlt werden. Wenn wir heute nicht in Bildung investieren, wird eine ganze Generation eine Zukunft mit Konflikten anstatt mit Chancen vor sich haben."
Hinweise für die Redaktion:
- Nach Berechnungen von Save the Children fielen bzw. fallen zwischen dem 15. April 2023 und dem 26. Januar 2026 insgesamt 484 Unterrichtstage aus.
- Nur wenige Länder auf der Welt hatten bisher einen so langen Schulausfall wie der Sudan, auch nicht im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie. Damals hatten die Philippinen mit 440 Tagen den weltweit längsten Unterrichtsausfall.
- Im Sudan leben 17 Millionen Kinder im schulfähigen Alter. Insgesamt gehen 13 Millionen - also drei Viertel aller Kinder - nicht zur Schule. Acht Millionen von ihnen können wegen des Kriegs nicht zur Schule gehen, obwohl sie einen Platz haben. Die anderen haben aufgrund von Armut, Vertreibung oder aus sonstigen Gründen noch nie eine Schule besucht.
- Nach einem neuen Bericht des Sudan Education Cluster (https://www.educationcluster.net/country/sudan), der diese Woche veröffentlicht wird, ist der Bundesstaat Nord-Darfur besonders vom Schulausfall betroffen. Dort sind nur noch drei Prozent der 1.100 Schulen geöffnet. Es folgen Süd-Darfur mit 13 Prozent, West-Kordofan mit 15 Prozent und West-Darfur mit 27 Prozent geöffneten Schulen.
- Save the Children arbeitet seit 1983 im Sudan. Aktuell führt die Kinderrechtsorganisation Programme in den Bereichen, Bildung, Ernährung, Gesundheit sowie Kinderschutz durch und unterstützt Menschen mit Hilfen zum Lebensunterhalt.
* Name zum Schutz geändert
Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 120 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit über 100 Jahren.
Pressekontakt:
Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle - Susanne Sawadogo
Tel.: +49 (0)30 - 27 59 59 79 - 120
Mail: susanne.sawadogo@savethechildren.de
Original-Content von: Save the Children Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/106106/6201642
- Acht Millionen Kinder haben wegen des Kriegs keinen Unterricht
- Drei von vier Kindern im Sudan gehen nicht zur Schule
- Save the Children fordert entschlossenes Handeln gegen eine der derzeit größten
Der seit April 2023 andauernde Krieg im Sudan hat eine der größten Bildungskrisen der Welt ausgelöst. Nach einer Schätzung von Save the Children anlässlich des Internationalen Tags der Bildung am 24. Januar sind seit Kriegsbeginn bereits fast 500 Unterrichtstage ausgefallen. Davon betroffen sind rund acht Millionen Kinder.
Seit Beginn des Krieges wurden zahlreiche Schulen geschlossen, beschädigt oder in Notunterkünfte umfunktioniert. Viele Lehrkräfte erhalten seit Monaten kein Gehalt mehr. Die Folge: Unterricht fällt aus, qualifiziertes Personal wandert ab, und die Hoffnung auf eine stabile Lernumgebung schwindet. Save the Children fordert massive Investitionen in die Bildung im Sudan, um den Kindern eine Perspektive auf ein selbstbestimmtes Leben zu geben.
"Kinder, die vor der unvorstellbaren Gewalt im Sudan geflohen sind, brauchen nicht nur Sicherheit - sie brauchen die Chance zu lernen, Hoffnung zu schöpfen und sich ein Leben aufzubauen", sagt Inger Ashing, Geschäftsführerin von Save the Children International, die gerade den Sudan besucht hat. "Bildung ist kein Luxus. Sie schützt Kinder vor Ausbeutung, Frühverheiratung und der Rekrutierung durch bewaffnete Gruppen. Deshalb habe ich von Kindern im ganzen Land denselben Wunsch gehört: Sie wollen zur Schule gehen."
Inger Ashing besuchte Bildungsprojekte von Save the Children in Port Sudan, Nahr-an-Nil und Khartum. Sie erzählt: "Ich habe die neunjährige Amina* getroffen. Als der Krieg begann, lebte sie in Khartum und musste fliehen. Sie konnte fast ein Jahr lang nicht zur Schule gehen. Heute läuft sie jeden Tag ganz allein mehrere Kilometer zur Schule, obwohl sie sich auf dem Weg oft einsam und ängstlich fühlt. Aber sie freut sich so sehr darüber, ihre Freund*innen zu treffen und zu lernen."
Save the Children betreibt Bildungsprogramme in neun der 18 sudanesischen Bundesstaaten und unterstützt rund 400 Schulen. Zu den Maßnahmen gehört die Finanzierung von Schulmahlzeiten, -gärten, -material und -uniformen, die Renovierung von Schulgebäuden, die Versorgung mit Trinkwasser und Sanitäranlagen sowie die Ausbildung und Bezahlung von Lehrkräften.
"Um jedes Kind im Sudan zu erreichen und die Sicherheit und Qualität der Bildung zu gewährleisten, braucht es dringend mehr Geld", betont Inger Ashing. "Schulen müssen renoviert und die Lehrkräfte müssen fair bezahlt werden. Wenn wir heute nicht in Bildung investieren, wird eine ganze Generation eine Zukunft mit Konflikten anstatt mit Chancen vor sich haben."
Hinweise für die Redaktion:
- Nach Berechnungen von Save the Children fielen bzw. fallen zwischen dem 15. April 2023 und dem 26. Januar 2026 insgesamt 484 Unterrichtstage aus.
- Nur wenige Länder auf der Welt hatten bisher einen so langen Schulausfall wie der Sudan, auch nicht im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie. Damals hatten die Philippinen mit 440 Tagen den weltweit längsten Unterrichtsausfall.
- Im Sudan leben 17 Millionen Kinder im schulfähigen Alter. Insgesamt gehen 13 Millionen - also drei Viertel aller Kinder - nicht zur Schule. Acht Millionen von ihnen können wegen des Kriegs nicht zur Schule gehen, obwohl sie einen Platz haben. Die anderen haben aufgrund von Armut, Vertreibung oder aus sonstigen Gründen noch nie eine Schule besucht.
- Nach einem neuen Bericht des Sudan Education Cluster (https://www.educationcluster.net/country/sudan), der diese Woche veröffentlicht wird, ist der Bundesstaat Nord-Darfur besonders vom Schulausfall betroffen. Dort sind nur noch drei Prozent der 1.100 Schulen geöffnet. Es folgen Süd-Darfur mit 13 Prozent, West-Kordofan mit 15 Prozent und West-Darfur mit 27 Prozent geöffneten Schulen.
- Save the Children arbeitet seit 1983 im Sudan. Aktuell führt die Kinderrechtsorganisation Programme in den Bereichen, Bildung, Ernährung, Gesundheit sowie Kinderschutz durch und unterstützt Menschen mit Hilfen zum Lebensunterhalt.
* Name zum Schutz geändert
Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 120 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit über 100 Jahren.
Pressekontakt:
Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle - Susanne Sawadogo
Tel.: +49 (0)30 - 27 59 59 79 - 120
Mail: susanne.sawadogo@savethechildren.de
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