DJ MÄRKTE USA/Konjunkturdaten und Erleichterung sorgten für gute Laune
DOW JONES -- Die Wall Street zeigte sich am Donnerstag wieder in guter Stimmung und baute ihre Gewinne vom Vortag aus. Die Anleger griffen bei Aktien wieder zu, dank den ermutigenden Konjunkturdaten und der Kehrtwende des US-Präsidenten im Streit um Grönland. Für die Kursgewinne am Mittwoch hatte die Nachricht gesorgt, dass es keine US-Strafzölle gegen acht europäische Länder einschließlich Deutschland zum 1. Februar geben soll, die Donald Trump wegen des Streits um Grönland angedroht hatte. Der US-Präsident hatte zudem ein Rahmenabkommen mit der Nato zur Beilegung des jüngsten Streits um Grönland angekündigt. Zuvor hatte Trump noch seinen Anspruch bekräftigt, Grönland müsse aus Sicherheitsgründen an die Vereinigten Staaten übergehen, aber gleichzeitig die Anwendung von Gewalt ausgeschlossen. Nach der vorläufigen Einigung im Streit um Grönland werden derzeit die Details eines Abkommens ausgearbeitet. Auf dem Rückflug nach Washington D.C. postete Trump auf Truth Social: "An der Grönland-Struktur wird gearbeitet, und sie wird fantastisch für die Vereinigten Staaten sein, und der Friedensrat ist etwas, das die Welt noch nie zuvor gesehen hat."
Es sehe so aus, als habe die Börse einen weiteren politischen Sturm überstanden, sagte ein Börsenhändler. Allerdings blieben die Märkte äußerst empfindlich gegenüber politischen Risiken, was in den kommenden Monaten auch ein großes Risiko darstellen könnte. Unter den Konjunkturdaten des Tages wurde für das Bruttoinlandsprodukt des dritten Quartals 2025 in dritter Lesung ein etwas stärkerer Anstieg gemeldet als prognostiziert. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg in der Vorwoche etwas weniger deutlich als angenommen. Die insgesamt niedrige Zahl der Erstanträge zeuge von einer nach wie vor guten Beschäftigungslage, wie Marktteilnehmer anmerkten. Die Daten zu den persönlichen Einkommen und Ausgaben bewegten sich im erwarteten Rahmen. Der PCE-Preisindex, der als bevorzugtes Inflationsmaß der US-Notenbank gilt, lag mit 2,8 Prozent sowohl in der Gesamt- als auch in der Kernrate allerdings immer noch deutlich über dem Inflationsziel der Fed von 2 Prozent. Dies spricht - ebenso wie der noch immer robuste Arbeitsmarkt - gegen baldige Zinssenkungen durch die Notenbank.
Der Dow-Jones-Index und der S&P-500-Index gewannen jeweils 0,6 Prozent, während der Nasdaq-Composite ein Plus von 0,9 Prozent sah. Dabei wurden an der Nyse 1.693 (Mittwoch: 2.176) Kursgewinner und 1.077 (584)- verlierer gesehen. Unverändert schlossen 54 (76) Titel.
Am Aktienmarkt tendierten GE Aerospace 7,4 Prozent schwächer, obwohl das Unternehmen starke Zahlen zum vierten Quartal vorgelegt und einen insgesamt optimistischen Ausblick gegeben hatte. Einige Anleger hätten allerdings eine ambitioniertere Margenprognose erwartet, hieß es. Zudem dürften Anleger Gewinne mitgenommen haben, nachdem die Aktie in den zurückliegenden zwölf Monaten rund 70 Prozent zugelegt habe. Procter & Gamble stiegen um 2,6 Prozent. Das Unternehmen hatte zwar in seinem zweiten Geschäftsquartal mehr verdient als erwartet, doch verfehlte der Umsatz die Konsensschätzung von Analysten. Wegen höherer Restrukturierungskosten senkte der Konsumgüterkonzern seine Jahresgewinnprognose, bestätigte aber das Gewinnziel auf bereinigter Basis. Abbott Laboratories hatte mit Umsatz und Gewinn im Schlussquartal die Erwartungen verfehlt. Die Aktie sackte um rund 10 Prozent ab. Nach der Schlussglocke werden Intel und Alcoa über den Verlauf des vierten Quartals berichten.
Die Ölpreise gaben deutlicher nach, nachdem die Internationale Energieagentur für dieses Jahr ein Überangebot an Öl prognostiziert hatte. Zudem meldete die U.S. Energy Information Administration für die Woche bis zum 16. Januar, dass die kommerzielle Rohölvorräte um 3,6 Millionen Barrel auf insgesamt 426 Millionen Barrel gestiegen waren. Analysten hatten zuvor mit einem Rückgang gerechnet. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März verlor 1,8 Prozent und der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zeigte sich 2,0 Prozent im Minus.
Die Renditen von Staatsanleihen setzten ihren Aufwärtstrend zunächst fort, nachdem die durch den Shutdown verzögerte Daten gezeigt haben, dass der von der Fed bevorzugte Inflationsindikator im letzten Herbst stabil war. Im Verlauf drehten die Renditen dann aber leicht ins Minus und zur Schlussglocke verlor die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe 2 Basispunkte auf 4,251 Prozent. Der Dollar gab nach den Konjunkturdaten nach. Zwar habe der Trump-Sinneswandel die globalen Märkte beruhigt, aber nicht genug, um den Dollar zu stützen, erklärte ein Händler. Der Dollarindex zeigte sich zur Schlussglocke mit einem Minus von 0,4 Prozent. Der Goldpreis setzte seinen Höhenflug fort und tendierte 1,9 Prozent höher. Silber gewann 3,3 Prozent.
·INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD ·DJIA 49.384,01 +0,6% 306,78 +2,8% ·S&P-500 6.913,35 +0,6% 37,73 +0,4% ·NASDAQ Comp 23.436,02 +0,9% 211,20 +0,8% · · ·DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Mi, 17:30 Uhr % YTD ·EUR/USD 1,1749 +0,5% 1,1686 1,1703 -0,5% ·EUR/JPY 186,12 +0,6% 184,99 185,06 +0,5% ·EUR/CHF 0,9277 -0,2% 0,9299 0,9288 -0,2% ·EUR/GBP 0,8703 +0,0% 0,8700 0,8711 -0,2% ·USD/JPY 158,41 +0,1% 158,31 158,13 +1,0% ·GBP/USD 1,3500 +0,5% 1,3431 1,3435 -0,3% ·USD/CNY 6,9934 -0,1% 6,9990 6,9984 -0,4% ·USD/CNH 6,9651 +0,1% 6,9591 6,9595 -0,2% ·AUS/USD 0,6838 +1,2% 0,6758 0,6768 +1,3% ·Bitcoin/USD 89.463,40 -0,3% 89.744,50 89.492,70 +1,7% · ·ROHOEL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD ·WTI/Nymex 59,38 60,62 -2,0% -1,24 +5,7% ·Brent/ICE 64,09 65,24 -1,8% -1,15 +7,1% · · ·METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD ·Gold 4.922,20 4.831,30 +1,9% 90,90 +11,8% ·Silber 96,24 93,11 +3,4% 3,13 +30,6% ·Platin 2.250,86 2.127,32 +5,8% 123,54 +21,3% ·Kupfer 5,80 5,77 +0,5% 0,03 +1,3% ·YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags ·(Angaben ohne Gewaehr)
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January 22, 2026 16:20 ET (21:20 GMT)
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