DJ MÄRKTE EUROPA/Kaum veränderter Börsenstart - Trump ausgepreist
DOW JONES--Die europäischen Börsen starten am Freitag kaum verändert in den letzten Handelstag der Woche. Händler sprechen von einem orientierungslosen Geschäft. Nach dem Weltwirtschaftsforum in Davos und dem Rückzieher von US-Präsident Donald Trump beim Thema Grönland und Zusatzzöllen sei der Markt auf Richtungssuche, heißt es. "Das große, übergeordnete Thema ist jetzt erstmal weg", erläutert ein Händler. Der Markt müsse sich erst wieder umstellen auf Konjunkturthemen und Einzelunternehmen in der Berichtssaison - so in Deutschland den Geschäftsausweis von BASF. Dies sei aufwendig und dürfte einige Tage dauern. Dazu komme die Unklarheit, welche Details zum Thema Grönland ausgehandelt worden seien.
Im frühen Handel stagniert der DAX bei 24.852 Punkten, der Euro-Stoxx-50 sinkt um 0,3 Prozent auf 5.940 Punkte. Als "verdächtig" wird dabei der weiterhin hohe Goldpreis genannt. Dies zeige, dass es weiter Bedarf an sicheren Häfen gebe, meint Analystin Kathleen Brooks von XTB. Die Hoffnung auf Fortschritte bei den Friedensgesprächen zwischen Russland und der Ukraine drücken den Preis des Edelmetalls leicht - er bleibt aber über der Marke von 4.900 Dollar.
Klar im Fokus stehen am Freitag die angekündigten Einkaufsmanagerindizes, von denen etliche aus Europa, aber auch außerhalb des Kontinents erwartet werden. Aus Frankreich wird kein einheitliches Bild gemeldet, die Industrie schnitt etwas besser, der Dienstleistungssektor dagegen schwächer als gedacht ab. In Deutschland zeigten sich beide Bereiche etwas besser als veranschlagt, der Industrie-Index verharrte gleichwohl unter der Expansion anzeigenden Schwelle. Daten aus Asien zeigen ein durchwachsenes Bild der globalen Industrie.
Keine echte Belastung für den europäischen Technologiesektor sehen Händler nach den schwachen Geschäftszahlen von Intel. "Das geht alles auf hauseigene Probleme und Produkte zurück", sagt ein Händler. Intel entwickele sich zwar wieder in die richtige Richtung, dies sei aber ein längerer Prozess so wie das Hochfahren der Produktion, der nicht durch Quartalszahlen abgebildet werden könne. Dazu komme die RAM-Krise, die die Absatzplanbarkeit bei allen Chip-Unternehmen erschwere. Der kräftige nachbörsliche Abschlag der Aktie von 12 Prozent in den USA korrigiere daher nur Vorschusslorbeeren, die die Börse seit dem US-Staatseinstieg verteilt habe. Der Sektorindex im Stoxx büßt knapp 0,3 Prozent ein und zeigt sich damit nicht auffällig.
Als "nicht wirklich überraschend" werden die vorgezogenen Jahreszahlen 2025 von BASF im Handel bezeichnet. Die schwächer als erwartet ausgefallenen bereinigten Ergebnisse von BASF für das vierte Quartal dürften zu Senkungen des Konsens führen, urteilt JP Morgan. Der deutsche Chemiekonzern habe keine Aufschlüsselung nach Segmenten vorgelegt, so dass unklar sei, woher die Gewinnverfehlung stamme, so die Analysten. Das bereinigte EBITDA liege 14 Prozent unter der Schätzung von JP Morgan und 10 Prozent unter Konsens und sei im Jahresvergleich um 25 Prozent gefallen. Einen Ausblick habe BASF nicht geliefert, die Geschäftszahlen deuteten jedoch auf einen schwächeren Start in das neue Jahr und damit Druck auf die Konsenserwartungen hin, ergänzzt Jefferies. Der Kurs verliert 1,7 Prozent.
Als überraschend stark werten Händler in ersten Einschätzungen die Geschäftszahlen von Netzwerkausrüster Ericsson im vierten Quartal. "Man hat die Margenstärke und die Konjunktur unterschätzt", sagt ein Händler. Unter dem Strich habe dies zu deutlich höheren Gewinnkennziffern geführt. Auch den Anstieg des organischen Absatzes um 4 Prozent im Quartal habe man aufgrund der konjunkturellen Investititionszurückhaltung nicht erwartet. Dazu kämen noch eine Dividendenerhöhung und ein großer Aktienrückkauf als "Sahnehäubchen". Der Kurs schießt um 11,7 Prozent nach oben in Stockholm.
Wacker Neuson brechen um 22 Prozent ein. Händler verweisen auf den Abbruch der Übernahmegespräche mit der südkoreanischen Doosan. "Das ist nichts operatives, damit wird nur die Übernahmeprämie ausgepreist", kommentiert ein Händler den Kursabsturz. Die Aktien fielen in den Bereich zurück, den sie zum Zeitpunkt vor Beginn der Übernahmespekulation Anfang Dezember inne hatten. "Ab jetzt wird die Aktie wieder nach den Konjunkturerwartungen gehandelt", sagt der Marktteilnehmer. Siemens Energy steigen um 1,7 Prozent nach einer doppelten Hochstufung durch die UBS auf "Kaufen".
=== INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD Euro-Stoxx-50 5.940,03 -0,3% -16,14 +2,8% Stoxx-50 5.057,75 +0,0% 2,27 +2,8% DAX 24.852,66 -0,0% -3,81 +0,3% MDAX 31.657,03 -0,1% -30,01 +1,1% TecDAX 3.701,44 -0,1% -3,55 +0,5% SDAX 18.223,84 -0,7% -122,01 +6,8% CAC 8.140,25 -0,1% -8,64 -1,0% SMI 13.182,30 -0,3% -46,10 -0,3% ATX 5.534,32 -0,2% -10,58 +4,1% DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Do, 17:20 Uhr % YTD EUR/USD 1,1731 -0,2% 1,1757 1,1749 -0,5% EUR/JPY 185,78 -0,2% 186,22 185,97 +1,1% EUR/CHF 0,9277 -0,0% 0,9281 0,9281 -0,2% EUR/GBP 0,8699 -0,1% 0,8706 0,8705 -0,2% USD/JPY 158,37 -0,0% 158,40 158,29 +1,0% GBP/USD 1,3486 -0,1% 1,3503 1,3497 -0,3% USD/CNY 6,9954 +0,0% 6,9921 6,9975 -0,4% USD/CNH 6,9619 -0,1% 6,9656 6,9684 -0,2% AUS/USD 0,6839 -0,0% 0,6840 0,6831 +1,3% Bitcoin/USD 89.259,40 -0,0% 89.281,50 88.701,00 +1,7% ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 59,71 59,36 +0,6% 0,35 +3,2% Brent/ICE 64,38 64,06 +0,5% 0,32 +5,1% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 4.906,27 4.935,98 -0,6% -29,71 +11,8% Silber 97,68 96,18 +1,6% 1,51 +34,9% Platin 2.221,23 2.242,32 -0,9% -21,09 +21,3% Kupfer 5,82 5,78 +0,8% 0,05 +1,5% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags (Angaben ohne Gewähr) ===
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January 23, 2026 03:41 ET (08:41 GMT)
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