
© Foto: fn Symbolbild
Der Chipausrüster Aixtron durchlebt aktuell eine beeindruckende Kursrally. Nachdem die Aktie im Frühjahr 2025 noch im Tief bei 8,45 Euro notierte, kletterte sie binnen weniger Monate auf über 20 Euro. Den entscheidenden Impuls lieferte jetzt die US-Investmentbank J.P. Morgan mit einer drastischen Neubewertung.
Analyst Craig McDowell hob das Kursziel von 13,50 Euro auf 25,20 Euro an und stufte die Aktie von "Neutral" auf "Overweight" hoch. Die Begründung klingt vielversprechend: Aixtron stehe vor einem breiten Aufschwung über alle Produktkategorien hinweg. Bereits ab 2026 soll die Auftragslage deutlich anziehen, was dann 2027 auf Umsatz und Gewinn durchschlagen dürfte. Auch andere Häuser wie Barclays und die Bank of America äußern sich zunehmend positiv. Doch nicht alle teilen die Euphorie. Die Deutsche Bank und Jefferies bleiben bei ihrer neutralen Haltung mit Kurszielen um 19 bis 20 Euro. Zudem warnt die Charttechnik vor möglichen Rücksetzern, denn der RSI signalisiert eine Überhitzung. Steht Aixtron wirklich vor dem großen Comeback oder sind die hohen Erwartungen Vorschusslorbeeren?
Analystenstimmen und Marktreaktion
J.P. Morgan hat mit seiner neuen Einschätzung ordentlich für Wirbel gesorgt. Analyst McDowell glaubt fest daran, dass die Durststrecke vorbei ist. Der Grund: KI-Rechenzentren brauchen immer mehr spezielle Chips. Aixtron baut genau die Maschinen, mit denen solche High-Tech-Chips hergestellt werden. Besonders gefragt sind Materialien wie Galliumnitrid und Siliziumkarbid. Diese Namen klingen kompliziert, sind aber wichtig für energieeffiziente Hochleistungschips. Parallel dazu erhöhte die Deutsche Bank ihr Kursziel von 15 auf 20 Euro, blieb aber bei der Einstufung "Hold". Die Analysten dort erwarten, dass sich die positiven Effekte erst in der zweiten Jahreshälfte 2026 zeigen werden. Der Konsens am Markt bleibt gespalten. Während einige Häuser von einer strukturellen Verbesserung ausgehen, mahnen andere zur Vorsicht. Die fundamentale Lage gibt beiden Lagern Argumente. Im dritten Quartal 2025 verfehlte Aixtron die Gewinnerwartungen. Der Gewinn je Aktie lag 41 Prozent unter den Schätzungen. Für das Gesamtjahr 2025 wird ein Umsatzrückgang von rund 14 Prozent auf 542 Millionen Euro erwartet. Institutionelle Investoren positionieren sich dennoch neu. Die Aktie reagierte prompt auf die zuletzt positiven Nachrichten und stieg zeitweise bis auf knapp über 21,50 Euro. Damit hat sich der Wert seit dem Frühjahrstief mehr als verdoppelt. Der nächste wichtige Termin ist der 26. Februar 2026, wenn Aixtron die endgültigen Zahlen für 2025 vorlegt und einen Ausblick auf 2026 gibt.

Charttechnik
Der Chart zeigt ein recht deutliches Bild. Nach dem heftigen Absturz von fast 40 Euro Ende 2023 auf nur noch 8,45 Euro im Frühling 2025 hat sich eine umgekehrte SKS-Formation gebildet. Das ist oft ein Zeichen für eine echte Trendwende. Die 20-Euro-Marke hat die Aktie erfolgreich zurückerobert. Auch die wichtigen Durchschnitte wurden nach oben durchbrochen. Der Kurs liegt deutlich über dem 50- und dem 200-er SMA. Jetzt wird es spannend. Der nächste Widerstand wartet zwischen 23,50 und 25 Euro. Das ist eine dicke Hürde. Wenn die Aktie da durchkommt, könnte es schnell Richtung 30 bis 32 Euro gehen. Im besten Fall wäre sogar die Marke von 40 Euro wieder drin. Aber Vorsicht: Der RSI steht bei hohen 75 Punkten. Das deutet auf eine Überhitzung hin. Heftige Schwankungen sind möglich. Wichtige Unterstützungen liegen bei 18,50 und 15 Euro. Solange die Aktie über 15 Euro bleibt, ist alles langfristig im grünen Bereich. Fällt sie darunter, wird es kritisch. Die Technik sagt also: Aufwärtstrend ja, aber …
Was tun?
Die operative Situation ist nach wie vor angespannt. Die Zahlen für 2025 waren schwach und auch für 2026 wird eventuell auch nur eine Stagnation erwartet. Erst 2027 soll das erhoffte Wachstum greifen. Die Diskrepanz zwischen der aktuellen Ertragslage und den hohen Erwartungen der Analysten ist beträchtlich. Gleichzeitig zeigt die Charttechnik ein klar bullisches Bild mit intakter Aufwärtstendenz. Anleger sollten die Zahlen am 26. Februar genau beobachten. Wenn das Management einen starken Auftragseingang und einen überzeugenden Ausblick präsentiert, könnte die Aktie tatsächlich bis 30 Euro steigen. Der RSI deutet allerdings an, dass eine Verschnaufpause oder Korrektur durchaus möglich ist. Wer bereits investiert ist, kann die Position halten, sollte aber Gewinne absichern. Das Potenzial ist da, aber das Timing bleibt entscheidend.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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