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MÄRKTE EUROPA/Kaum verändert - Trump ausgepreist

DJ MÄRKTE EUROPA/Kaum verändert - Trump ausgepreist

DOW JONES--Die europäischen Börsen dümpeln am Freitag bis zum Mittag vor sich hin. Händler sprechen von einem orientierungslosen Geschäft. Nach dem Weltwirtschaftsforum in Davos und dem Rückzieher von US-Präsident Donald Trump beim Thema Grönland und Zusatzzöllen sei der Markt auf Richtungssuche, heißt es. "Das große, übergeordnete Thema ist jetzt erstmal weg", erläutert ein Händler. Der Markt müsse sich erst wieder umstellen auf Konjunkturthemen und Einzelunternehmen in der Berichtssaison - so in Deutschland den Geschäftsausweis von BASF. Dies sei aufwendig und dürfte einige Tage dauern. Dazu komme die Unklarheit, welche Details zum Thema Grönland ausgehandelt worden seien.

Am frühen Nachmittag steigt der DAX um 0,1 Prozent auf 24.878 Punkte, der Euro-Stoxx-50 sinkt um 0,3 Prozent auf 5.939 Zähler. Als "verdächtig" wird dabei der weiterhin hohe Goldpreis genannt. Dies zeige, dass es weiter Bedarf an sicheren Häfen gebe, meint Analystin Kathleen Brooks von XTB. Die Hoffnungen auf Fortschritte bei den Friedensgesprächen zwischen Russland und der Ukraine bremsen den Preis des Edelmetalls aber.

Auch die Einkaufsmanagerindizes liefern kaum Impulse. Aus Frankreich wird kein einheitliches Bild gemeldet, die Industrie schnitt etwas besser, der Dienstleistungssektor dagegen schwächer als gedacht ab. In Deutschland zeigten sich beide Bereiche etwas besser als veranschlagt, der Industrie-Index verharrte gleichwohl unter der Expansion anzeigenden Schwelle. Gleichwohl sprechen Händler von einer kleinen freudigen Überraschung. Im Januar sei man doch nicht so drastisch schlecht in das Jahr gestartet wie befürchtet, heißt es. Ein steigender Optimismus dürfte die Bereitschaft der Anleger treiben, höhere Bewertungen für Aktien zu zahlen, heißt es perspektivisch.

Keine echte Belastung für den europäischen Technologiesektor sehen Händler nach den schwachen Geschäftszahlen von Intel. "Das geht alles auf hauseigene Probleme und Produkte zurück", sagt ein Händler. Der kräftige vorbörsliche Abschlag der Aktie von 13 Prozent in den USA korrigiere daher nur Vorschusslorbeeren, die die Börse seit dem US-Staatseinstieg verteilt habe. Der Sektorindex im Stoxx büßt 0,1 Prozent ein und zeigt sich damit nicht auffällig.

Die schwächer als erwartet ausgefallenen bereinigten Ergebnisse von BASF für das vierte Quartal dürften zu Senkungen des Konsens führen, urteilt JP Morgan. Der deutsche Chemiekonzern habe keine Aufschlüsselung nach Segmenten vorgelegt, so dass unklar sei, woher die Gewinnverfehlung stamme, so die Analysten. Das bereinigte EBITDA liege 14 Prozent unter der Schätzung von JP Morgan und 10 Prozent unter Konsens und sei im Jahresvergleich um 25 Prozent gefallen. Einen Ausblick habe BASF nicht geliefert, die Geschäftszahlen deuteten jedoch auf einen schwächeren Start in das neue Jahr und damit Druck auf die Konsenserwartungen hin, ergänzt Jefferies. Der Kurs verliert 1,5 Prozent.

Als überraschend stark werten Händler in ersten Einschätzungen die Geschäftszahlen von Netzwerkausrüster Ericsson im vierten Quartal. "Man hat die Margenstärke und die Konjunktur unterschätzt", sagt ein Händler. Unter dem Strich habe dies zu deutlich höheren Gewinnkennziffern geführt. Auch den Anstieg des organischen Absatzes um 4 Prozent im Quartal habe man aufgrund der konjunkturellen Investititionszurückhaltung nicht erwartet. Dazu kämen noch eine Dividendenerhöhung und ein großer Aktienrückkauf als "Sahnehäubchen". Der Umsatz für das vierte Quartal liegt um 2,7 Prozent über der Prognose von JP Morgan. Der Kurs schießt um 8,8 Prozent nach oben in Stockholm.

Adidas rutschen nach einer Abstufung durch RBC um 4,8 Prozent ab. Die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 werde wahrscheinlich unter dem Konsens liegen, mutmaßen die Analysten. Siemens Energy steigen dagegen um 3,8 Prozent nach einer doppelten Hochstufung durch die UBS auf "Kaufen". Die UBS begründet ihre positive Sicht mit weiterem Wachstum bei Gasturbinenaufträgen 2026.

Der erste Handelstag der Aktien der Czechoslovak Group (CSG) in Amsterdam verläuft äußerst erfolgreich. Die Aktie des tschechischen Herstellers gepanzerter Fahrzeuge und Munition liegt 29 Prozent im Plus. Rheinmetall steigen um 2,6 Prozent und Renk um 3,2 Prozent. MWB hat sich positiv zur Renk geäußert und den Titel hochgestuft.

Die Aumovio-Aktie (+2,7%) werde weiterhin im Vergleich zu den diversifizierten EU-Zulieferern mit einem Abschlag gehandelt, urteilt Jefferies im Rahmen einer Hochstufung. Wacker Neuson brechen um über 20 Prozent ein. Händler verweisen auf den Abbruch der Übernahmegespräche mit der südkoreanischen Doosan.

=== 
INDEX           zuletzt    +/- %  absolut   +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      5.939,25    -0,3%   -16,92     +2,8% 
Stoxx-50         5.053,61    -0,0%   -1,87     +2,8% 
DAX           24.877,62    +0,1%   21,15     +1,5% 
MDAX          31.731,94    +0,1%   44,90     +3,5% 
TecDAX          3.714,41    +0,3%    9,42     +2,3% 
SDAX          18.321,65    -0,1%   -24,20     +6,8% 
CAC           8.124,95    -0,3%   -23,94     -0,0% 
SMI           13.139,13    -0,7%   -89,27     -0,3% 
ATX           5.524,95    -0,4%   -19,95     +4,1% 
 
DEVISEN          zuletzt    +/- %    0:00 Do, 17:20 Uhr  % YTD 
EUR/USD          1,1742    -0,1%   1,1757     1,1749  +0,1% 
EUR/JPY          185,74    -0,3%   186,22     185,97  +1,1% 
EUR/CHF          0,9279    -0,0%   0,9281     0,9281  -0,3% 
EUR/GBP          0,8680    -0,3%   0,8706     0,8705  -0,2% 
USD/JPY          158,19    -0,1%   158,40     158,29  +1,0% 
GBP/USD          1,3527    +0,2%   1,3503     1,3497  +0,2% 
USD/CNY          6,9953    +0,0%   6,9921     6,9975  -0,5% 
USD/CNH          6,9619    -0,1%   6,9656     6,9684  -0,2% 
AUS/USD          0,6866    +0,4%   0,6840     0,6831  +2,5% 
Bitcoin/USD       89.191,10    -0,1% 89.281,50   88.701,00  +0,8% 
 
ROHÖL           zuletzt VT-Settlem.   +/- %    +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex          60,42    59,36   +1,8%      1,06  +3,2% 
Brent/ICE          65,18    64,06   +1,7%      1,12  +5,1% 
 
METALLE          zuletzt    Vortag   +/- %    +/- USD  % YTD 
Gold           4.944,24   4.935,98   +0,2%      8,26 +14,3% 
Silber           99,49    96,18   +3,4%      3,31 +34,9% 
Platin          2.318,76   2.242,32   +3,4%     76,44 +27,9% 
Kupfer            5,93     5,78   +2,7%      0,15  +1,5% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/flf/cln

(END) Dow Jones Newswires

January 23, 2026 08:14 ET (13:14 GMT)

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Gold & Silber auf Rekordjagd
Kaum eine Entwicklung war 2025 so eindrucksvoll wie der Höhenflug der Edelmetalle. Allen voran Silber: Angetrieben von einem strukturellen Angebotsdefizit, explodierte der Preis und übertrumpfte dabei den „großen Bruder“ Gold. Die Nachfrage aus dem Investmentsektor zieht weiter an, und ein Preisziel von 100 US-Dollar rückt in greifbare Nähe.

Auch Gold markierte neue Meilensteine. Mit dem Durchbruch über 3.000 und 4.000 US-Dollar pro Unze hat sich der übergeordnete Aufwärtstrend eindrucksvoll bestätigt. Rücksetzer bleiben möglich, doch der nächste Zielbereich bei 5.000 US-Dollar ist charttechnisch fest im Blick. Die fundamentalen Treiber sind intakt, eine nachhaltige Trendwende aktuell nicht in Sicht.

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