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Die Aktie von Abbott Laboratories ist am Donnerstag stark unter Druck geraten, nachdem der Ausblick des Unternehmens enttäuscht hatte. Der Rücksetzer ist eine Einstiegsgelegenheit.
Dieser Dividendenwachstumswert ist langfristig einfach stark
Das Life-Science-Unternehmen Abbott Laboratories war über viele Jahre hinweg ein zuverlässiger Kurs- und Dividendengarant. In den vergangenen 20 Jahren hat die Aktie den US-Gesamtmarktindex S&P 500 deutlich outperformen können. Auch das Dividendenwachstum ist mit einer langfristigen Wachstumsrate von knapp 10 Prozent pro Jahr (CAGR) überdurchschnittlich. Dementsprechend beliebt ist das Papier bei konservativ agierenden, gleichzeitig aber wachstumsorientierten Anlegerinnen und Anlegern.
Seit dem Boom auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie kämpfen Aktie und Unternehmen mit Wachstumsschwierigkeiten. Nicht nur in der Diagnostik-, sondern auch in der Nahrungsmittelsparte ist das Geschäftsumfeld herausfordernder geworden. Die Anteile treten seit rund 4 Jahren auf der Stelle.
Abbott Laboratories enttäuscht trotz fortgesetztem Wachstum
Nichtsdestotrotz hat die Aktie immer wieder vielversprechende Einstiegsgelegenheiten geboten und sich nach Einbrüchen kräftig erholen können. Genau zu einem solchen ist es am Donnerstag gekommen, nachdem die für 2026 vorgestellten Wachstumsziele nicht überzeugen konnten. Insgesamt ist Abbott Laboratories aber auf einem guten Weg.
Im Vergleich zum Vorjahresquartal kletterten die Erlöse um 4,5 Prozent auf 11,46 Milliarden US-Dollar. Von Expertinnen und Experten war allerdings ein noch höheres Wachstum erwartet worden. Die hatten auf um 340 Millionen US-Dollar höhere Erlöse getippt.
Während sich das Medizingerätegeschäft mit einem Plus von 12,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr in sehr starker Verfassung präsentierte, fielen die Erlöse in der Diagnostiksparte um 2,5 Prozent. Bei der Nahrungsergänzungsmittelsparte mussten Einbußen von 8,9 Prozent verkraftet werden. Abbott Laboratories hatte die Preise gesenkt, um Marktanteile zu sichern.
Nettogewinn steigt zweistellig
Der bereinigte Gewinn pro Aktie fiel mit 1,50 US-Dollar um 1 Cent höher aus als erwartet. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum (1,34 US-Dollar) konnte sich das Unternehmen somit um mehr als 10 Prozent verbessern. Damit liegt die Steigerung im langfristigen Mittel.
Insgesamt erwirtschaftete der Konzern einen Nettogewinn in Höhe von 2,63 Milliarden US-Dollar nach 2,35 Milliarden US-Dollar vor 12 Monaten. Über das gesamte Jahr hinweg betrachtet erzielte Abbott Laboratories einen Ertrag von 9,04 Milliarden US-Dollar nach 8,2 Milliarden US-Dollar im Jahr zuvor. Das entspricht einem Anstieg von 10,2 Prozent.
Enttäuschender Ausblick schafft Gelegenheit
Für das Gesamtjahr stellte das Management einen bereinigten Gewinn pro Aktie von 5,55 bis 5,80 US-Dollar in Aussicht. Die Mittelpunktschätzung von 5.68 US-Dollar konnte die Erwartungen aber lediglich treffen, während die Schätzungen für das erste Quartal unterboten wurden. Das sorgte für Enttäuschung und einen starken Kurseinbruch.

Mit einem Eröffnungskurs von 105,78 US-Dollar startete die Aktie mit dem tiefsten Stand seit Juli 2024 in den Handel. Solche Mehrjahrestiefs gelten in der technischen Analyse als Verkaufssignale. Abbott Laboratories konnte sich zwischenzeitlich zwar deutlich erholen, büßte diese Gewinne aber weitestgehend wieder ein, wodurch es im Chart zu einem Dragonfly Doji gekommen ist. Diese Kerze zeigt eine hohe Unsicherheit über die weitere Kursentwicklung an.
Ungeachtet des derzeit schwachen Chartbilds und zahlreicher aufgegebener Unterstützungen könnte es zu einem Bullenkonter und einer unmittelbaren Gegenbewegung kommen, denn im Relative-Stärke-Index (RSI) ist die Aktie mit einem Stand von 17,3 Punkten auf Tageskursbasis bereits stark überverkauft. Auch der Wochen-RSI von 26,5 zeigt an, dass die Bären ihr Pulver schon verschossen haben könnten.
Fazit: Aktie nach Earnings-Absturz unterbewertet
Auch wenn die unternehmenseigene Gewinnprognose die Erwartungen enttäuscht hat, besteht hier auch aus fundamentaler Perspektive rasches Erholungspotenzial. Für einen Kurs von 109,50 US-Dollar liegt das KGVe 2026 bei 19,3 - und damit deutlich unter dem 5-Jahres-Durchschitt von 24,2. Auch gegenüber dem Mittelwert der Branche (19,7) bietet Abbott Laboratories einen geringfügigen Bewertungsvorteil. Gleichzeitig ist die Dividende mit 2,2 Prozent überdurchschnittlich hoch (Branchenmittel: 1,65 Prozent).
Anlegerinnen und Anleger sollten den empfindlichen Rücksetzer vom Donnerstag daher als Einstiegschance begreifen. Wer auf der Suche nach einer defensiven und gleichzeitig werthaltigen Depotposition ist, ist hier genau an der richtigen Adresse.
Jetzt die Chance auf +100 Prozent und mehr sichern!
Wer dabei zugunsten überdurchschnittlich hoher Ertragschancen auf die wachstumsstarke Dividende verzichten möchte, kann anstatt der Aktie auch auf den Call-Optionsschein PL1GQK setzen. Dieser ist mit einem Basispreis von 100,00 US-Dollar und einer Laufzeit bis zum Januar kommenden Jahres ausgestattet. Das gibt dem Schein viel Zeit, eine Erholung der Aktie abzuwarten. Der effektive Hebel (Omega) liegt tagesaktuell bei 4,6. Daraus ergibt sich für einige beispielhafte Fälle zum Laufzeitende folgendes Auszahlungsprofil:

Doch Vorsicht: Sollte Abbott Laboratories zum Laufzeitende unter 100,00 US-Dollar notieren, verfällt PL1GQK wertlos. Es besteht also Totalverlustgefahr! Daher sollte die Position vorzeitig verkauft und der Restwert gesichert werden, wenn die Aktie nachhaltig (also min. auf Wochenschlusskursbasis) unter die hier verlaufende Unterstützung fällt.
Gastautor: Max Gross
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