HAMBURG (dpa-AFX) - Einer Analyse nach kann der grenzüberschreitende Ausbau von Windparks in Nord- und Ostsee die Energiewende günstiger machen. Der Bundesverband Windenergie Offshore (BWO) schätzt, Kosten von mehreren Milliarden Euro könnten vermieden werden. Der BWO hatte das Fraunhofer-Institut Iwes in Bremerhaven mit der Untersuchung beauftragt.
Die Bundesregierung will die Leistung der Windräder auf See bis 2045 von 9,2 auf 70 Gigawatt steigern. Die Fraunhofer-Wissenschaftler haben untersucht, welche Effekte sich ergeben, wenn Windparks zum Erreichen des Ziels nicht allein in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone errichtet werden.
Dazu haben sie zwei Szenarien erdacht: Im ersten Szenario stammen 10 Gigawatt Leistung aus Windparks in der dänischen und schwedischen Wirtschaftszone, im zweiten sind es 20 Gigawatt.
Laut BWO setzt die Analyse voraus, dass die Windparks ausschließlich an das deutsche Stromnetz angeschlossen werden. "Erforderlich sind dafür bilaterale Vereinbarungen", heißt es. Die Vereinbarungen müssten Unternehmen ermöglichen, dänische und schwedische Flächen zu nutzen.
Je nach Szenario können im Vergleich zum alleinigen Ausbau in der deutschen Wirtschaftszone 6 bis 13 Prozent höhere Stromerträge erzielt werden, wie aus der Kurzfassung der Analyse hervorgeht. Trotz höherer Bau- und Wartungskosten lohne der grenzüberschreitende Ausbau sich finanziell.
Warum wären Stromerträge in einem solchen Fall höher? Der BWO argumentiert, es gebe mehr Platz, die Anlagen aufzustellen. Größere Abstände führen zu höherer Produktion, weil die Anlagen sich nicht gegenseitig beeinträchtigen. Zudem habe Dänemark ertragreiche Windstandorte./lkm/DP/men
