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MÄRKTE USA/Politik dürfte Wall Street belasten

DJ MÄRKTE USA/Politik dürfte Wall Street belasten

DOW JONES--Die US-Börsen stehen am Montag wieder ganz im Zeichen der Politik. Der Aktienterminmarkt deutet einen etwas leichteren Handelsbeginn am Kassamarkt an, denn die neuen Politikschlagzeilen laden nicht zu Käufen ein. "Der 'Sell America'-Handel beschleunigt sich wieder, und globale Investoren reduzieren leise ihr US-Engagement und werden dies wahrscheinlich auch weiterhin tun", erläutert CEO Emily Bowersock Hill von Bowersock Capital Partners.

Zum einen hat US-Präsident Donald Trump mit einer massiven Eskalation im schwelenden Handelsstreit mit der Regierung des kanadischen Premierministers Mark Carney gedroht. Er warnte, dass die USA Zölle von 100 Prozent auf alle kanadischen Importe erhöben, falls "Kanada einen Deal mit China macht". Carney irre sich "gewaltig", wenn er glaube, er könne Kanada zu einem "Abladehafen" für China machen, um Waren in die USA zu schleusen.

Zum anderen dürfte den USA ein teilweiser und erneuter Regierungsstillstand bevorstehen. Am Freitag läuft die Frist für den US-Kongress ab, einen Haushaltsentwurf für weite Teile der Regierung zu verabschieden, was nicht nur das Heimatschutzministerium (ICE), sondern auch andere Behörden einschließt. Sollte dies nicht geschehen, drohen diesem Ministerium und weiteren Stellen Zwangsurlaub für Mitarbeiter sowie eine Unterbrechung einiger Abläufe. Die Demokraten sind wegen der Tötung eines weiteren US-Bürgers offenbar nicht bereit, die Finanzierung der ICE-Behörde mitzutragen.

Dazu gesellen sich Sorgen um die Zukunft des KI-Infrastrukturprojektes Stargate. Denn mit Softbank zögere laut einem Bericht einer der größten Branchenfinanzierer nun damit, den zuvor geplanten Kauf des Datenzentrenbetreibers Switch für 50 Milliarden Dollar umzusetzen. "Mit Zweifeln an der KI-Zukunft plus dazu noch der Erwartung von Dollar-Verlusten sind US-Aktien für ausländische Anleger nicht mehr attraktiv", ergänzt ein Händler. Der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter in den USA ist im November zwar überraschend stark gestiegen, die Daten dürften angesichts der politischen Gemengelage kaum eine Rolle spielen.

Am Rentenmarkt ist von "Sell America" nicht viel zu merken, denn die Renditen von US-Staatsanleihen fallen leicht - die Notierungen steigen entsprechend. Die zehnjährige Rendite verliert 1 Basispunkt auf 4,23 Prozent. Den Drohungen von Präsident Trump gegen Kanada fehle es an Details und Glaubwürdigkeit, meint Analyst Derek Holt von Scotiabank.

Der Dollar gerät dagegen mit den Trump-Drohungen unter Druck, der Dollar-Index büßt 0,4 Prozent ein. Das schwindende Vertrauen in den Dollar treibe indes die Edelmetallpreise in die Höhe, urteilt Marktanalystin Daniela Hathorn von Capital.com. Gold (+1,6%) und Silber erreichten neue Höchststände - der Goldpreis klettert über die Marke von 5.000 Dollar. Die Zolldrohungen von Trump drücken die Ölpreise leicht, weil neue Zölle die Weltkonjunktur abwürgen und die Ölnachfrage dämpfen könnten.

Am Aktienmarkt schießen USA Rare Earth vorbörslich um 19,1 Prozent nach oben. Die Trump-Regierung plant, 1,6 Milliarden Dollar in das Bergbauunternehmen zu investieren und wird eine Beteiligung aufzubauen. Auch andere Aktien aus dem Bereich Seltene Erden erhalten einen Schub: MP Materials legen um 4 und Ramaco Resources um 6,6 Prozent zu.

Micron Technology fallen um 1,3 Prozent. Laut einem Bericht wird Samsung Nvidia mit Speicherchips der nächsten Generation beliefern. Micron ist der Hauptkonkurrent des südkoreanischen Unternehmens. Nach Vorlage von Viertquartalszahlen sinkt der Kurs von Steel Dynamics um 1,3 Prozent - der Nettoumsatz verfehlte die Markterwartungen. Newmont und Freeport-McMoRan legen um 3,7 bzw. 4,5 Prozent zu, die Bergbautitel profitieren von den Goldpreisen, die zum ersten Mal die Marke von 5.000 Dollar pro Feinunze überschritten hatte.

Revolution Medicines brechen um 20,9 Prozent ein, Merck ist offenbar nicht mehr an Gesprächen über den Kauf des Biotechnologie-Unternehmens interessiert.

=== 
DEVISEN          zuletzt    +/- %    0:00 Do, 17:20 Uhr  % YTD 
EUR/USD          1,1849    -0,3%   1,1889     1,1749  +1,1% 
EUR/JPY          182,70    -0,6%   183,77     185,97  -0,5% 
EUR/CHF          0,9222    +0,1%   0,9215     0,9281  -1,1% 
EUR/GBP          0,8681    -0,1%   0,8692     0,8705  -0,5% 
USD/JPY          154,20    -0,2%   154,57     158,29  -1,6% 
GBP/USD          1,3649    -0,2%   1,3678     1,3497  +1,5% 
USD/CNY          6,9856    -0,1%   6,9953     6,9975  -0,4% 
USD/CNH          6,9528    +0,1%   6,9478     6,9684  -0,4% 
AUS/USD          0,6911    -0,2%   0,6927     0,6831  +3,8% 
Bitcoin/USD       87.920,80    +1,7% 86.450,10   88.701,00  -2,5% 
 
ROHÖL           zuletzt VT-Settlem.   +/- %    +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex          60,72    61,07   -0,6%     -0,35  +6,6% 
Brent/ICE          65,57    65,88   -0,5%     -0,31  +8,8% 
 
METALLE          zuletzt    Vortag   +/- %    +/- USD  % YTD 
Gold           5.067,71   4.984,53   +1,7%     83,18 +15,4% 
Silber           109,46    103,28   +6,0%      6,18 +44,9% 
Platin          2.376,13   2.342,60   +1,4%     33,53 +33,8% 
Kupfer            5,96     5,95   +0,2%      0,01  +3,8% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/kla

(END) Dow Jones Newswires

January 26, 2026 09:02 ET (14:02 GMT)

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