Kelkheim (ots) -
Am 18. Januar haben unbekannte Bewaffnete drei Kirchen im Süden des Bundesstaates Kaduna (Nigeria) angegriffen und 177 Christen während der laufenden Gottesdienste entführt. Das christliche Hilfswerk Open Doors hat durch lokale Kontakte Berichte von Augenzeugen gesammelt. Sie geben Einblicke in den Tathergang, das brutale Vorgehen der Entführer sowie die dramatischen Folgen für die Betroffenen und ihre Familien.
Kinder, Frauen und Kranke unter den Verschleppten
Nach den Überfällen auf die Ortschaft Kurmin Wali im Regierungsbezirk Kajuru hatten die lokalen Behörden zunächst versucht, die Angriffe geheimzuhalten und die Zugangswege zu dem Gebiet für Ortsfremde abgeriegelt. Mit etwas Verzögerung hat jedoch Dauda*, eine lokale Kontaktperson von Open Doors, die Gemeinschaft erreicht und mehrere Augenzeugen befragen können.
Einer von ihnen ist Yunana Adauji, Sekretär des betroffenen Kirchenverbandes, der den Entführern entkommen konnte. Er berichtete: "Die Angreifer kamen gegen 9:30 Uhr, während wir unseren Sonntagsgottesdienst abhielten. Sie waren bewaffnet, riefen 'Allahu Akbar', trieben die Gottesdienstbesucher an einen Ort zusammen und drohten, jeden zu erschießen, der zu fliehen versuchte." Anschließend seien die Christen in den Busch verschleppt worden, darunter Kinder, Frauen und Männer sowie kranke Menschen, die sich nach einer Operation zu Hause erholten. "Wir wissen nicht, in welchem Zustand sich unsere Entführten befinden. Wir brauchen eure Gebete und eure Hilfe, damit diese Angriffe ein Ende finden!", appellierte Adauji.
Die überwiegend von Christen bewohnte Region wurde bereits mehrfach Ziel derartiger Überfälle. Einige Dorfbewohner schlafen deshalb aus Angst vor nächtlichen Angriffen im Busch. Auch die Geschehnisse des vergangenen Sonntags haben einige zu diesem Schritt bewogen. Eine von ihnen ist eine stillende Mutter, deren Ehemann und neun Kinder zu den Entführten gehören. Sie berichtete im Gespräch mit Dauda: "Im Moment ist mein Baby wegen der Kälte und der Mücken krank. Bitte betet für uns." Die Mutter hat Schwierigkeiten zu essen, weil sie sich um das Schicksal ihrer Familie sorgt und mutmaßlich traumatisiert ist.
"Wer nicht schnell genug laufen konnte, wurde ausgepeitscht"
Mai Girma Shekarau gehört zu denen, die fliehen konnten. Doch einige Mitglieder seiner Familie sind weiterhin in den Händen der Entführer. Er berichtete: "Nachdem sie uns aus der Kirche verschleppt hatten, mussten wir eine lange Strecke ohne Essen und Wasser zurücklegen. Wer nicht schnell genug laufen konnte, wurde ausgepeitscht und brutal misshandelt. Ich habe schwere Verletzungen am Kopf, und auch andere sind verletzt, aber sie zwangen uns trotz blutender Wunden weiterzugehen. Nach stundenlangem Marsch ließen sie uns in einem verlassenen christlichen Dorf ausruhen." Während der Rast habe er sich mit seinem zweijährigen Baby in einem verfallenen Haus versteckt. Als es ihm zwei Stunden später sicher genug erschien, sei er aus seinem Versteck gekommen und zu einer nahegelegenen Ortschaft gewandert.
Weltverfolgungsindex 2026 veröffentlicht, Hilfskampagne gestartet
Nigeria belegt den siebten Platz auf dem jährlich erscheinenden Weltverfolgungsindex von Open Doors, der am 14. Januar veröffentlicht wurde. Dabei handelt es sich um eine Rangliste der 50 Länder, in denen Christen weltweit am härtesten verfolgt werden. Neben Nigeria werden 13 weitere Länder aus der Region Subsahara Afrika dort gelistet, in denen teilweise ein extremes Maß christenfeindlicher Gewalt herrscht. Millionen Christen sind auf der Flucht. Open Doors hat deshalb die Hilfskampagne Arise Africa gestartet und ruft dazu auf, sich für die betroffenen Christen einzusetzen (www.opendoors.de/arise-africa).
Über Open Doors
Weltweit sind derzeit mehr als 388 Millionen Christen intensiver Verfolgung ausgesetzt. Open Doors ist als überkonfessionelles christliches Hilfswerk seit 70 Jahren in mittlerweile mehr als 70 Ländern im Einsatz für verfolgte Christen. Jährlich veröffentlicht Open Doors den Weltverfolgungsindex, eine Rangliste von 50 Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Projekte von Open Doors umfassen Hilfe zur Selbsthilfe, Ausbildung von christlichen Leitern, Engagement für Gefangene, Nothilfe und Trauma-Arbeit, die Bereitstellung von Bibeln und christlicher Literatur sowie die Unterstützung von Familien ermordeter Christen. Mit einer breiten Öffentlichkeitsarbeit informiert das Werk in Publikationen und mit Vorträgen über Christenverfolgung und ruft zu Gebet und Hilfe für verfolgte Christen auf.
Die Arbeit von Open Doors Deutschland e. V. wird durch Spenden finanziert. Das Werk trägt das Spendenprüfzertifikat der Deutschen Evangelischen Allianz.
Pressekontakt:
Für Fotos und Interviews wenden Sie sich bitte an unser Pressebüro.
Open Doors Deutschland e.V.
Postfach 11 42
D-65761 Kelkheim
T +49 6195 6767-180
E pressebuero@opendoors.de
I www.opendoors.de
Original-Content von: Open Doors Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/78456/6204342
Am 18. Januar haben unbekannte Bewaffnete drei Kirchen im Süden des Bundesstaates Kaduna (Nigeria) angegriffen und 177 Christen während der laufenden Gottesdienste entführt. Das christliche Hilfswerk Open Doors hat durch lokale Kontakte Berichte von Augenzeugen gesammelt. Sie geben Einblicke in den Tathergang, das brutale Vorgehen der Entführer sowie die dramatischen Folgen für die Betroffenen und ihre Familien.
Kinder, Frauen und Kranke unter den Verschleppten
Nach den Überfällen auf die Ortschaft Kurmin Wali im Regierungsbezirk Kajuru hatten die lokalen Behörden zunächst versucht, die Angriffe geheimzuhalten und die Zugangswege zu dem Gebiet für Ortsfremde abgeriegelt. Mit etwas Verzögerung hat jedoch Dauda*, eine lokale Kontaktperson von Open Doors, die Gemeinschaft erreicht und mehrere Augenzeugen befragen können.
Einer von ihnen ist Yunana Adauji, Sekretär des betroffenen Kirchenverbandes, der den Entführern entkommen konnte. Er berichtete: "Die Angreifer kamen gegen 9:30 Uhr, während wir unseren Sonntagsgottesdienst abhielten. Sie waren bewaffnet, riefen 'Allahu Akbar', trieben die Gottesdienstbesucher an einen Ort zusammen und drohten, jeden zu erschießen, der zu fliehen versuchte." Anschließend seien die Christen in den Busch verschleppt worden, darunter Kinder, Frauen und Männer sowie kranke Menschen, die sich nach einer Operation zu Hause erholten. "Wir wissen nicht, in welchem Zustand sich unsere Entführten befinden. Wir brauchen eure Gebete und eure Hilfe, damit diese Angriffe ein Ende finden!", appellierte Adauji.
Die überwiegend von Christen bewohnte Region wurde bereits mehrfach Ziel derartiger Überfälle. Einige Dorfbewohner schlafen deshalb aus Angst vor nächtlichen Angriffen im Busch. Auch die Geschehnisse des vergangenen Sonntags haben einige zu diesem Schritt bewogen. Eine von ihnen ist eine stillende Mutter, deren Ehemann und neun Kinder zu den Entführten gehören. Sie berichtete im Gespräch mit Dauda: "Im Moment ist mein Baby wegen der Kälte und der Mücken krank. Bitte betet für uns." Die Mutter hat Schwierigkeiten zu essen, weil sie sich um das Schicksal ihrer Familie sorgt und mutmaßlich traumatisiert ist.
"Wer nicht schnell genug laufen konnte, wurde ausgepeitscht"
Mai Girma Shekarau gehört zu denen, die fliehen konnten. Doch einige Mitglieder seiner Familie sind weiterhin in den Händen der Entführer. Er berichtete: "Nachdem sie uns aus der Kirche verschleppt hatten, mussten wir eine lange Strecke ohne Essen und Wasser zurücklegen. Wer nicht schnell genug laufen konnte, wurde ausgepeitscht und brutal misshandelt. Ich habe schwere Verletzungen am Kopf, und auch andere sind verletzt, aber sie zwangen uns trotz blutender Wunden weiterzugehen. Nach stundenlangem Marsch ließen sie uns in einem verlassenen christlichen Dorf ausruhen." Während der Rast habe er sich mit seinem zweijährigen Baby in einem verfallenen Haus versteckt. Als es ihm zwei Stunden später sicher genug erschien, sei er aus seinem Versteck gekommen und zu einer nahegelegenen Ortschaft gewandert.
Weltverfolgungsindex 2026 veröffentlicht, Hilfskampagne gestartet
Nigeria belegt den siebten Platz auf dem jährlich erscheinenden Weltverfolgungsindex von Open Doors, der am 14. Januar veröffentlicht wurde. Dabei handelt es sich um eine Rangliste der 50 Länder, in denen Christen weltweit am härtesten verfolgt werden. Neben Nigeria werden 13 weitere Länder aus der Region Subsahara Afrika dort gelistet, in denen teilweise ein extremes Maß christenfeindlicher Gewalt herrscht. Millionen Christen sind auf der Flucht. Open Doors hat deshalb die Hilfskampagne Arise Africa gestartet und ruft dazu auf, sich für die betroffenen Christen einzusetzen (www.opendoors.de/arise-africa).
Über Open Doors
Weltweit sind derzeit mehr als 388 Millionen Christen intensiver Verfolgung ausgesetzt. Open Doors ist als überkonfessionelles christliches Hilfswerk seit 70 Jahren in mittlerweile mehr als 70 Ländern im Einsatz für verfolgte Christen. Jährlich veröffentlicht Open Doors den Weltverfolgungsindex, eine Rangliste von 50 Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Projekte von Open Doors umfassen Hilfe zur Selbsthilfe, Ausbildung von christlichen Leitern, Engagement für Gefangene, Nothilfe und Trauma-Arbeit, die Bereitstellung von Bibeln und christlicher Literatur sowie die Unterstützung von Familien ermordeter Christen. Mit einer breiten Öffentlichkeitsarbeit informiert das Werk in Publikationen und mit Vorträgen über Christenverfolgung und ruft zu Gebet und Hilfe für verfolgte Christen auf.
Die Arbeit von Open Doors Deutschland e. V. wird durch Spenden finanziert. Das Werk trägt das Spendenprüfzertifikat der Deutschen Evangelischen Allianz.
Pressekontakt:
Für Fotos und Interviews wenden Sie sich bitte an unser Pressebüro.
Open Doors Deutschland e.V.
Postfach 11 42
D-65761 Kelkheim
T +49 6195 6767-180
E pressebuero@opendoors.de
I www.opendoors.de
Original-Content von: Open Doors Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/78456/6204342
© 2026 news aktuell
