BERLIN (dpa-AFX) - Der Vorstoß des Wirtschaftsflügels der Union, den Rechtsanspruch auf Teilzeit einzuschränken, wird sich aus Sicht von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt nicht durchsetzen. "Ich glaube nicht, dass daraus ein politisches Programm wird", sagte der CSU-Politiker in der ntv-Talkshow "Pinar Atalay". "Ich sehe da keinen Änderungsbedarf." Das sei etwas, was sehr individuell entschieden werde, was auch in die Lebensmodelle der Menschen reinpassen müsse.
Man könne sich über viele Dinge unterhalten, sagte Dobrindt. "Mein Maßstab ist eher Flexibilisierung der Arbeitszeit. Ich glaube, dass wir wegmüssen von diesem reinen 8-Stunden-Tag und hin zu einer Wochenarbeitszeit." Das komme dem Lebensgefühl der Menschen näher.
"Wenn man im Rahmen der Flexibilisierung zu dem Ergebnis kommt, man kann auch ein bisschen mehr arbeiten, fände ich es nicht ganz falsch", sagte Dobrindt. Insgesamt sollte in Deutschland mehr gearbeitet werden, um wettbewerbsfähiger zu sein: "Das würde ich zwingend unterstützen."
Der Wirtschaftsflügel der Union will den Rechtsanspruch auf Teilzeit einschränken, wie aus einem Antrag der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) an den CDU-Bundesparteitag hervorgeht. Es soll ihn nur noch geben, wenn besondere Gründe vorliegen. Der Antrag trägt den Titel "Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit". Widerspruch kam nicht nur aus der Opposition, sondern auch aus der CDU./sl/DP/stk
