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Die Palantir-Aktie gerät trotz millionenschwerer Großaufträge massiv unter Druck. Selbst die prominente Investorin Cathie Wood hat ihre Aktien abgestoßen.
Analysten warnen vor einer dramatischen Korrektur. Die extreme Bewertung mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von über 100 lässt wenig Spielraum für Fehler. Auch die Charttechnik zeigt sich düster. Der Kurs könnte in Richtung 100 US-Dollar abstürzen. Wer jetzt nicht richtig handelt, riskiert erhebliche Verluste. Die Quartalszahlen am 2. Februar werden zum Test. Höchste Zeit, die eigene Position und Haltung zu Palantir zu überdenken.
Erfolge verpuffen an der Börse
Palantir verkündet einen Erfolg nach dem anderen. Der Deal mit HD Hyundai bringt hunderte Millionen US-Dollar in die Kasse. Die Software beschleunigt Produktionsabläufe um 30 Prozent. Das US-Geschäft wächst mit 77 Prozent geradezu rasant. Doch was bringen all diese Meldungen, wenn der Aktienkurs dennoch kollabiert? Seit dem ATH bei 222 US-Dollar sind viele Prozente futsch. Die Aktie notiert bei "mageren" 169 US-Dollar. Anleger fragen sich zurecht: Warum ignoriert der Markt diese positiven Nachrichten? Die Antwort ist ernüchternd. Die Bewertung hat sich völlig von der Realität abgekoppelt. Ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von über 100 spottet jeder Beschreibung. Selbst im Software-Sektor, der für hohe Bewertungen bekannt ist, gilt Palantir als absurd teuer. Das erwartete KGV liegt bei über 160. Solche Zahlen rechtfertigen kein noch so starkes Wachstum. Die Zolldrohungen von Trump verschärfen die Lage zusätzlich. Makroökonomische Unsicherheiten belasten die Stimmung. Gewinnmitnahmen bei KI-Werten setzen den Kurs ebenfalls unter Druck. Besonders alarmierend: Star-Investorin Cathie Wood hat Aktien von Palantir aus ihrem Portfolio geworfen. Wenn selbst überzeugte Tech-Bullen wie Wood aussteigen, sollten Privatanleger aufhorchen. Sie verkaufte auch Meta, Roku und Shopify. Doch gerade der Palantir-Verkauf sendet ein klares Signal. Wood gilt als Vorreiterin bei zukunftsträchtigen Tech-Investments. Ihr Ausstieg deutet auf fundamentale Bedenken hin.

Charttechnik
Das charttechnische Bild verschlechtert sich. Die 50-Tage-Linie wurde nach unten durchbrochen. Diese galt als wichtige Unterstützung. Ihr Fall verstärkt das bärische Momentum erheblich. Jetzt ist die letzte Bastion der 200er SMA bei 156 US-Dollar. Fällt auch der, dürfte die Aktie in den freien Fall übergehen. Doch selbst diese dürfte nach aktuell Stand kaum Schutz bieten. Charttechniker erkennen eine drohende Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Deren Nackenlinie verläuft bei 150 US-Dollar. Wird diese durchbrochen, öffnet sich der Weg nach unten dramatisch. Kurse um 100 US-Dollar oder tiefer werden dann realistisch. Die technische Lage könnte kaum schlechter sein. Für eine Trendwende müsste die Aktie zunächst die 50-Tage-Linie zurückerobern. Danach käme die Widerstandszone zwischen 190 und 200 US-Dollar. Erst dann wäre das Allzeithoch wieder in Reichweite. Doch aktuell spricht nichts für ein solches Szenario. Die Wahrscheinlichkeit weiterer Verluste überwiegt. Technische Kaufsignale fehlen komplett.
Was tun?
Die Faktenlage spricht eine klare Sprache. Palantir mag operativ erfolgreich sein, doch die Bewertung ist gnadenlos überzogen. Bei einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von über 100 besteht enormes Korrekturpotenzial. Die Charttechnik zeigt nach unten. Wichtige Unterstützungen sind bereits gefallen. Eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation droht. Cathie Woods Ausstieg unterstreicht die Gefahren. Die Quartalszahlen am 2. Februar werden entscheidend. Die Erwartungen liegen bei 1,34 Milliarden US-Dollar Umsatz und 0,23 US-Dollar Gewinn je Aktie. Doch selbst wenn Palantir diese Zahlen erfüllt oder übertrifft, rechtfertigt das nicht die extreme Bewertung. Das Management müsste außergewöhnlich starke Prognosen für 2026 liefern. Alles andere würde Enttäuschungen auslösen. Das C/R-Verhältnis ist denkbar ungünstig. Wer noch investiert ist, könnte Teilverkäufe erwägen. Ein kompletter Ausstieg erscheint angesichts der Gemengelage vertretbar. Rücksetzer in Richtung 100 US-Dollar sind keine Phantasie mehr, sondern eine realistische Gefahr. Die makroökonomischen Unsicherheiten verschärfen die Lage zusätzlich. Palantir bleibt vielleicht langfristig spannend, doch kurzfristig droht erhebliches Ungemach.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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