
© Foto: Foto von Aditya Darji auf Unsplash
Die TeamViewer-Aktie liegt ganz weit unten, ganz weit am Boden, viel tiefer geht kaum, so hat man das Gefühl. Fast halbiert in einem Jahr. Und jetzt erhöhen Shortseller den Druck. Doch ausgerechnet jetzt greift BlackRock zu und stockt seine Position auf. Die
Die Bank of America sieht das Papier als deutlich unterbewertet an. Ein KGV von ca. 5 lockt mutige Investoren. Am 10. Februar kommen die entscheidenden Zahlen. Dann zeigt sich, ob die Talsohle erreicht ist. Wer behält recht? Die pessimistischen Hedgefonds oder die antizyklischen Käufer? Die nächsten Wochen könnten über Jahre entscheiden. Eine Chance für Mutige?
Kampf der Giganten um TeamViewer
Bei TeamViewer tobt ein Richtungsstreit der besonderen Art. Auf der einen Seite stehen aggressive Hedgefonds. AQR Capital Management baut seine Leerverkaufsposition auf über 3 Prozent aus. Qube Research hält bei 2,05 Prozent. Diese Profis setzen auf weitere Kursverluste. Sie wittern Schwäche. Doch auf der anderen Seite steht ein ebenfalls mächtiger Player. BlackRock, der weltweit größte Vermögensverwalter, erhöht seinen Anteil auf 5,87 Prozent. Das ist eine bewusste Entscheidung gegen den Trend. BlackRock kauft zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie bei 5,80 Euro nahe ihrem Jahrestief notiert. Fast 50 Prozent Verlust in zwölf Monaten. Viele Privatanleger haben längst aufgegeben. Doch der US-Riese denkt offenbar anders. Er sieht eine Übertreibung nach unten. Eine Chance statt eines Risikos. Analysten der Bank of America bezeichnen die Aktie Mitte Januar als deutlich unterbewertet. Bei einem KGV von um die 5 gehört TeamViewer zu den günstigsten Werten im MDAX. Die fundamentalen Zahlen wirken solide. Der Umsatz 2024 lag bei 671 Millionen Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge erreichte starke 44 Prozent. Für 2025 erwarten Analysten einen Gewinn je Aktie von etwa 1,02 Euro. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei über 10 Euro. Das wären 85 Prozent Aufwärtspotenzial vom aktuellen Niveau.

Charttechnik
Charttechnisch sieht es allerdings nicht ganz so toll aus. Die Aktie bewegt sich gefährlich nahe am 52-Wochen-Tief. Das zeigt die Schwere des Abwärtstrends. Zuletzt bildete sich ein Bearish Doji. Dieses Kerzenmuster gilt als Warnsignal. Die Unterstützung bei 5,80 Euro wird hart getestet. Fällt diese Marke, droht ein Rutsch bis zum Jahrestief. Doch es gibt auch positive Signale. Der RSI hat gerade aus dem überverkauften Bereich nach oben herausgelugt. Er liegt bei 32 und damit ergibt dies ein positives Trendwende- und Umkehrsignal, das auf einen bevorstehenden Rebound hindeutet. Die hohe Volatilität zeigt zwar Nervosität. Aber sie eröffnet auch Chancen für schnelle Kurssprünge. Wer antizyklisch denkt, findet hier interessante Einstiegsniveaus. Sollte die Unterstützung halten und die Zahlen am 10. Februar positiv überraschen, könnte ein Short Squeeze folgen. Die hohen Leerverkaufspositionen würden dann zu Eindeckungskäufen zwingen. Das könnte den Kurs regelrecht explodieren lassen. Technisch wäre dann der Weg frei bis zur nächsten Widerstandszone um 7,50 Euro. Von dort aus könnte die Analystenziele bei 8,50 Euro, oder eben über 10 Euro in Reichweite kommen.
Was tun?
Die Lage bei TeamViewer ist verzwickt. Einerseits drücken Shortseller den Kurs. Neue Leerverkaufspositionen belasten das Sentiment. Die Charttechnik sieht gemischt aus. Jedoch greift BlackRock zu. Die Bank of America sieht massives Potenzial. Das KGV von 5 schreit nach Value. Die EBITDA-Marge von 44 Prozent zeigt operative Stärke. Der Umsatz entwickelt sich stabil. Am 10. Februar fallen die Würfel. Dann präsentiert TeamViewer die Jahreszahlen und den Ausblick für 2026. Diese Zahlen werden die Richtung vorgeben. Überzeugt das Management mit starken Prognosen, könnte die Trendwende einsetzen. Die niedrige Bewertung bietet enormes Aufholpotenzial. Analysten sehen im Schnitt 85 Prozent Kurschance. Mutige Anleger könnten jetzt antizyklisch einsteigen. Die extremen Bewertungskennzahlen sprechen dafür. BlackRocks Vertrauen stärkt die These. Allerdings sollte man sich der Risiken bewusst sein. Die Charttechnik ist angeschlagen. Weitere Rücksetzer sind möglich. Wer einsteigt, sollte daher gestaffelt vorgehen. Eine erste kleine Position jetzt. Eine zweite nach den Zahlen am 10. Februar. So lässt sich das Risiko streuen. TeamViewer könnte die Überraschung des Jahres werden. Oder die Enttäuschung. Die nächsten Wochen entscheiden. Wer Nerven hat und Value sucht, bekommt hier eine echte Chance. Kaufen mit Geduld und gestaffeltem Einstieg erscheint vertretbar.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
Haftungsausschluss/Disclaimer
Die hier angebotenen Artikel dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind weder explizit noch implizit als Zusicherung einer bestimmten Kursentwicklung der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals und - je nach Art des Investments - sogar zu darüber hinausgehenden Verpflichtungen, bspw. Nachschusspflichten, führen können. Die Informationen ersetzen keine auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird weder ausdrücklich noch stillschweigend übernommen. Finanznachrichten.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinerlei Einfluss. Finanznachrichten.de hat bis zur Veröffentlichung der Artikel keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand der Artikel. Die Veröffentlichungen erfolgen durch externe Autoren bzw. Datenlieferanten. Infolgedessen können die Inhalte der Artikel auch nicht von Anlageinteressen von Finanznachrichten.de und/oder seinen Mitarbeitern oder Organen bestimmt sein.




