Bern (ots) -
Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerats (SGK-S) sieht keine Notwendigkeit, die Spitaltarife an die Teuerung anzupassen. Somit bleibt der KVG-widrige Systemfehler in der Tarifierung bestehen - mit gravierenden Folgen für Versorgungssicherheit, Transformation und Fachkräfte.
Tarife werden in der Praxis auf Basis von Daten verhandelt, die in der Regel zwei Jahre alt sind. Die Teuerung zwischen Datenjahr und Tarifjahr wird aber häufig maximal für ein Jahr - oder gar nicht - in den Tarifen berücksichtigt. Dadurch liegen die resultierenden Tarife stets und systematisch zu tief, um das tatsächliche Preisniveau abzubilden. Das Ergebnis dieses KVG-widrigen Systemfehlers ist eine dauerhafte teuerungsbedingte Finanzierungslücke und Unterfinanzierung der Spitäler und Kliniken, auch jener, die effizient arbeiten.
Transformation und Personal unter Druck
Ohne faire, an die Teuerung angepasste Tarife fehlt die Investitionsfähigkeit, um Ambulantisierung, neue Versorgungsmodelle und Digitalisierung voranzutreiben. Gleichzeitig geht die Nichtgewährung des vollen Teuerungsausgleichs zulasten des Personals: In vielen Häusern bleibt kaum Spielraum, die Teuerung in den Lohnrunden angemessen weiterzugeben.
Auch unabhängige Analysen weisen auf die Schieflage hin: Zwischen 2020 und 2024 stieg die Teuerung um 6,8%, die Tarife hingegen nur um 2,6% (PwC-Studie, November 2025 (https://www.hplus.ch/de/medien/medienmitteilungennews/detail/news/h-praesentiert-weg-fuer-eine-moderne-verlaessliche-und-finanzierbare-spitalversorgung-jetzt-gemeinsam-agieren)). Mit der Haltung des SGK-S sowie des BAG kann die Unterfinanzierung von rund 25 Prozent im ambulanten Bereich und rund 10 Prozent im stationären Bereich nicht behoben werden. Damit sind die Spitäler und Kliniken dazu verdammt, im Status quo zu verharren, anstatt die Versorgung zugunsten der Patientinnen und Patienten weiterzuentwickeln. Denn die Transformation bedingt Investitionen, die durch zu tiefe Tarife kaum finanziert werden können.
Pressekontakt:
Anne-Geneviéve Bütikofer, Direktorin
Tel.: 031 335 11 63
E-Mail: medien@hplus.ch
Original-Content von: H+ Die Spitäler der Schweiz, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.ch/de/pm/100062172/100938115
Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerats (SGK-S) sieht keine Notwendigkeit, die Spitaltarife an die Teuerung anzupassen. Somit bleibt der KVG-widrige Systemfehler in der Tarifierung bestehen - mit gravierenden Folgen für Versorgungssicherheit, Transformation und Fachkräfte.
Tarife werden in der Praxis auf Basis von Daten verhandelt, die in der Regel zwei Jahre alt sind. Die Teuerung zwischen Datenjahr und Tarifjahr wird aber häufig maximal für ein Jahr - oder gar nicht - in den Tarifen berücksichtigt. Dadurch liegen die resultierenden Tarife stets und systematisch zu tief, um das tatsächliche Preisniveau abzubilden. Das Ergebnis dieses KVG-widrigen Systemfehlers ist eine dauerhafte teuerungsbedingte Finanzierungslücke und Unterfinanzierung der Spitäler und Kliniken, auch jener, die effizient arbeiten.
Transformation und Personal unter Druck
Ohne faire, an die Teuerung angepasste Tarife fehlt die Investitionsfähigkeit, um Ambulantisierung, neue Versorgungsmodelle und Digitalisierung voranzutreiben. Gleichzeitig geht die Nichtgewährung des vollen Teuerungsausgleichs zulasten des Personals: In vielen Häusern bleibt kaum Spielraum, die Teuerung in den Lohnrunden angemessen weiterzugeben.
Auch unabhängige Analysen weisen auf die Schieflage hin: Zwischen 2020 und 2024 stieg die Teuerung um 6,8%, die Tarife hingegen nur um 2,6% (PwC-Studie, November 2025 (https://www.hplus.ch/de/medien/medienmitteilungennews/detail/news/h-praesentiert-weg-fuer-eine-moderne-verlaessliche-und-finanzierbare-spitalversorgung-jetzt-gemeinsam-agieren)). Mit der Haltung des SGK-S sowie des BAG kann die Unterfinanzierung von rund 25 Prozent im ambulanten Bereich und rund 10 Prozent im stationären Bereich nicht behoben werden. Damit sind die Spitäler und Kliniken dazu verdammt, im Status quo zu verharren, anstatt die Versorgung zugunsten der Patientinnen und Patienten weiterzuentwickeln. Denn die Transformation bedingt Investitionen, die durch zu tiefe Tarife kaum finanziert werden können.
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