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MORNING BRIEFING - USA/Asien

DJ MORNING BRIEFING - USA/Asien

Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:

TAGESTHEMA

Die US-Notenbank hat ihren Leitzins wie erwartet stabil gehalten - ungeachtet der Forderungen von Präsident Donald Trump nach raschen Senkungen. Börsianer und Ökonomen hatten mit dieser Entscheidung gerechnet. Die beiden Ratsmitglieder Stephen Miran und Christopher Waller votierten für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte. Die Unabhängigkeit der Fed ist derzeit heiß umkämpft. Fed-Chef Jerome Powell widersteht dem Druck von Trump, doch seine Amtszeit endet am 15. Mai. Im Fokus stehen deshalb potenzielle Nachfolger, die bereit wären, geldpolitische Entscheidungen stärker mit den wirtschaftlichen Zielen des Weißen Hauses in Einklang zu bringen. Diese personelle Weichenstellung könnte die langfristige Glaubwürdigkeit der Fed an den Finanzmärkten entscheidend prägen und die Debatte über das Ausmaß politischer Einflussnahme neu entfachen. Anleger beobachten daher mit Argusaugen die Entwicklungen bei der Fed. Mit Blick auf den künftigen Zinspfad der Fed lieferte Powell nach Meinungen von Analysten sowohl Argumente für als auch gegen Zinssenkungen.

TAGESTHEMA II

Microsoft hat gezeigt, wie sich ihr Abkommen mit OpenAI auszahlt, während ihr Cloud-Computing-Geschäft insgesamt weiter wächst. Das Unternehmen erzielte im zweiten Geschäftsquartal einen Umsatz von 81,3 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen. Das vielbeachtete Azure-Cloud-Geschäft wuchs um 39 Prozent und entsprach damit den Schätzungen. Microsoft übertraf die Erwartungen hinsichtlich des Nettogewinns und erzielte 38,5 Milliarden US-Dollar oder 5,16 US-Dollar pro verwässerter Aktie. Der Betriebsgewinn stieg um 21 Prozent auf 38,3 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Prognosen. Die Aktien von Microsoft fielen nach Börsenschluss um 5,5 Prozent, da das Unternehmen höhere Ausgaben für die Infrastruktur meldete.

AUSBLICK UNTERNEHMEN +

12:00 US/Sherwin-Williams Co, Ergebnis 4Q

12:30 US/Caterpillar Inc, Ergebnis 4Q

12:30 US/Honeywell International Inc, Ergebnis 4Q

13:00 US/Mastercard Inc, Jahresergebnis

13:30 US/Lockheed Martin Corp, Jahresergebnis

14:00 US/Starbucks Corp, Investorentag

22:05 US/Visa Inc, Ergebnis 1Q

22:30 US/Apple Inc, Ergebnis 1Q

AUSBLICK KONJUNKTUR

- US 
  14:30 Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche) 
     PROGNOSE: 205.000 
     zuvor:  200.000 
 
  14:30 Handelsbilanz November 
     PROGNOSE:  -42,9 Mrd USD 
     zuvor:    -29,4 Mrd USD 
 
  14:30 Produktivität ex Agrar (2. Veröffentlichung) 3Q 
     annualisiert 
     PROGNOSE:   +4,9% gg Vq 
     1. Veröff.:  +4,9% gg Vq 
     2. Quartal:  +4,1% gg Vq 
     Lohnstückkosten 
     PROGNOSE:   -1,9% gg Vq 
     1. Veröff.:  -1,9% gg Vq 
     2. Quartal:  -2,9% gg Vq 
 
  16:00 Auftragseingang Industrie November 
     PROGNOSE:   +1,3% gg Vm 
     zuvor:    -1,3% gg Vm 
 

ÜBERSICHT INDIZES

INDEX            zuletzt +/- % 
E-Mini-Future S&P-500   7.015,25 +0,1% 
E-Mini-Future Nasdaq-100 26.227,00 +0,3% 
S&P/ASX 200 (Sydney)    8.927,50 -0,1% 
Nikkei-225 (Tokio)    52.885,25 -0,0% 
Hang-Seng (Hongk.)    27.882,84 +0,2% 
Shanghai-Comp.       4.153,62 +0,1% 
Kospi (Seoul)       5.221,25 +1,0% 
 

FINANZMÄRKTE

OSTASIEN (VERLAUF)

Die zuletzt vom Technologiesektor getriebene Rally an den Börsen läuft zumindest als flächendeckendes Phänomen aus. Zwar zeigen sich die meisten Börsen der Region mit Aufschlägen, diese fallen aber mehrheitlich bescheiden aus. Die mit Spannung erwarteten Geschäftsausweise der US-Dickschiffe Meta, IBM und Microsoft lieferten kein einheitlichliches Bild. Während IBM und vor allem Meta mit einem optimistischen Ausblick die KI-Euphorie am Leben hielten, überzeugte Microsoft Anleger nicht. Der Software-Konzern sprach von steigenden Kosten im Zusammenhang mit KI. In Asien steigt die Bereitschaft, Gewinne im Technologiesektor gerade nach den jüngsten Hochs mitzunehmen. Wie schon an der Wall Street setzt die US-Notenbank keine Akzente. In Südkorea zeigt sich der technologielastige Kospi äußerst volatil - er markiert ein erneutes Allzeithoch. Die Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix legen starke Geschäftszahlen und Ausblicke vor. SK Hynis klettern um 2,5 Prozent, Samsung fallen durch Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Aufschlägen um 0,8 Prozent. Der Nikkei kommt von den Tageshochs zurück. Ein etwas schwächerer Yen stützt die Börse in Tokio tendenziell. Gewinne bei Finanz- und Elektronikwerten gleichen Verluste bei Einzelhandels- und Technologiewerten aus. Der wenig mit den Börsen im Westen und der Region korrelierende Shanghai-Composite bewegt sich kaum, der HSI in Hongkong legt zu.

WALL STREET

INDEX           zuletzt    +/- %  absolut   +/- % YTD 
DJIA          49.015,60    +0,0%   12,19     +2,0% 
S&P-500         6.978,03    -0,0%   -0,57     +1,9% 
NASDAQ Comp       23.857,45    +0,2%   40,35     +2,5% 
NASDAQ 100       26.022,79    +0,3%   83,05     +2,7% 
 
Umsatzdaten 
           Mittwoch  Dienstag 
Umsatz NYSE (Aktien) 1,22 Mrd  1,15 Mrd 
Gewinner        1.086   1.501 
Verlierer        1.674   1.244 
Unverändert        91     98 
 

Kaum verändert - Nach ihrem jüngsten Anstieg legten die Börsen eine Pause ein. Der Zinsentscheid der US-Notenbank fiel wie erwartet aus und bewegte kaum. Die positive Stimmung im Technologiesektor wurde gestützt vom Nvidia-Zulieferer SK Hynix aus Südkorea. Der Konzern hatte ein Rekordergebnis erzielt. Dazu gesellten sich auch aus Europa positive Sektorschlagzeilen, denn ASML überzeugte mit Geschäftsausweis und Ausblick. Zudem befeuerte im Halbleitersegment Texas Instruments die optimistische Stimmung mit einem starken Ausblick - der Kurs stieg um 9,9 Prozent. Anleger sahen daher handfeste Gründe, auf eine Fortdauer des KI-Booms zu setzen. China hatte erstmals Käufe von Nvidias beliebtem KI-Chip H200 genehmigt. Der Kurs stieg um 1,6 Prozent. Seagate Technology (+19,1%) hatte die Marktschätzungen geschlagen. Die Wettbewerbertitel Western Digital zogen um 10,7 Prozent an - Sandisk um 9,6 Prozent, Micron Technology um 6,1 Prozent. F5 stiegen um 8,1 Prozent, die Cloud-Software-Gesellschaft überzeugte mit starken Geschäftszahlen und einem verbesserten Ausblick. Gegen den Trend im Sektor gaben Qorvo um 6,8 Prozent ab - der Hersteller von speziellen Halbleitern verschreckte mit einem schwachen Ausblick. GE Vernova (+2,8%) hatte nach soliden Geschäftszahlen den Ausblick angehoben. AT&T (+4,7%) hatte die Markterwartungen überboten.

US-ANLEIHEN

Die Renditen stiegen vor allem am langen Ende des Marktes, im Zehnjahresbereich um 2 Basispunkte auf 4,25 Prozent. Die Erwartungen konzentrierten sich weiterhin auf zwei Zinssenkungen von jeweils 25 Basispunkten vor Jahresende, merkte Analyst Abdelaziz Albogdady von FXEM mit Blick auf die weniger deutlich gestiegenen Renditen am kurzen Ende des Marktes an.

DEVISEN

DEVISEN          zuletzt    +/- %   00:00 Mi, 08:49  % YTD 
EUR/USD          1,1996     0,3   1,1956   1,1987  +2,5% 
EUR/JPY          183,53     0,1   183,43   183,05  -0,4% 
EUR/GBP          0,8663     0,0   0,8663   0,8689  -0,2% 
GBP/USD          1,3848     0,3   1,3804   1,3796  +2,8% 
USD/JPY          152,99    -0,3   153,42   152,71  -2,8% 
USD/KRW         1.426,13    -0,3  1.430,37  1.426,40  -0,5% 
USD/CNY          6,9736    -0,0   6,9749   6,9720  -0,9% 
USD/CNH          6,9416    -0,0   6,9436   6,9407  -0,5% 
USD/HKD          7,8028     0,0   7,8015   7,8007  +0,2% 
AUD/USD          0,7085     0,7   0,7039   0,7001  +5,1% 
NZD/USD          0,6087     0,5   0,6059   0,6030  +4,9% 
BTC/USD         88.242,00    -1,1 89.253,25 89.151,10  +0,5% 
 

Der US-Dollar machte nach dem Fed-Entscheid einen Teil seiner jüngst starken Verluste wett. Der Dollar-Index stieg um 0,2 Prozent.

++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE

METALLE          zuletzt   Vortag   +/- %  +/- USD  % YTD 
Gold           5.574,16  5.415,55   +2,9%  +158,61 +19,9% 
Silber           119,22  116,8165   +2,1%   +2,40 +57,3% 
Platin          2.306,62  2.267,11   +1,7%   +39,51 +25,5% 
Kupfer            6,32    5,93   +6,7%   +0,40  +2,6% 
YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags 
(Angaben ohne Gewähr) 
 

Die Hausse im Goldpreis setzte sich fort. Die Feinunze markierte weitere Allzeithochs und notierte im späten Handel 4 Prozent höher bei 5.388 Dollar. Auch in Euro war sie so teuer wie nie. Damit ist das Edelmetall bereits den meisten Jahresprognosen enteilt. Die Deutsche Bank hält nun einen Anstieg auf 6.000 Dollar noch in diesem Jahr für möglich - genauso Nigel Green von DeVere.

Gold und Silber ziehen am Morgen angesichts der Spannungen um den Iran auf Rekordhochs an.

ÖL

ROHÖL           zuletzt VT-Schluss   +/- %  +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex          64,16    63,21   +1,5%   +0,95  +8,3% 
Brent/ICE          69,44    68,40   +1,5%   +1,04 +10,5% 
 

Die Ölpreise zogen mit wachsenden Spannungen zwischen dem Iran und den USA an. Unterstützung erhielten die Preise auch von den Lagerbestandsdaten der staatlichen Energy Information Administration. Demnach haben sich die Ölvorräte der USA in der vergangenen Woche verringert. Das Barrel US-Öl der Sorte WTI verteuerte sich um 1,3 Prozent auf 63,21 Dollar.

Mit den zunehmenden geopolitischen Risiken geht es am Morgen mit den Preisen weiter aufwärts. Zu den preistreibenden Risiken gehörten mögliche US-Maßnahmen gegen den Iran und die anhaltenden ukrainischen Angriffe auf die russische Exportinfrastruktur, erläutert Analyst Vikas Dwivedi von Macquarie. "Angriffe auf den Iran, selbst wenn sie weithin angekündigt und choreografiert wären, würden Bedenken hinsichtlich einer Blockade der Straße von Hormus aufwerfen."

MELDUNGEN SEIT VORTAG, 20.00 UHR

ZINSENTSCHEID BRASILIEN

Brasiliens Zentralbank hat den Leitzins SELIC unverändert bei 15,0 Prozent belassen.

IBM

erzielte im vierten Quartal einen Gewinn von 5,60 Milliarden Dollar oder 5,88 Dollar je Aktie, verglichen mit 2,92 Milliarden Dollar oder 3,09 Dollar je Aktie im Vorjahr. Ohne Berücksichtigung bestimmter einmaliger Posten lag der bereinigte Gewinn je Aktie bei 4,52 Dollar und damit über den von Analysten laut Factset erwarteten 4,31 Dollar. Der Umsatz stieg um 12 Prozent auf 19,69 Milliarden Dollar. Von Factset befragte Analysten hatten einen Umsatz von 19,21 Milliarden Dollar prognostiziert. Getragen wurde der Umsatz von den Bereichen Software und Infrastruktur, die um 14 Prozent bzw. 21 Prozent zulegten.

META PLATFORMS

hat für das vierte Quartal einen Rekordumsatz ausgewiesen und die Investitionsprognose für 2026 massiv angehoben - ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen sein ehrgeiziges Tempo bei der KI-Expansion nicht drosseln wird. Der Umsatz im Schlussquartal belief sich auf 59,9 Milliarden Dollar, ein Plus von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Aktie stieg im nachbörslichen US-Handel um 7,3 Prozent.

TESLA

Der Umsatz sank im vierten Quartal um 3 Prozent, da das Unternehmen seine Führungsposition als weltweit führender Hersteller von Elektrofahrzeugen an die chinesische BYD verlor. Tesla meldete einen Umsatz von 24,9 Milliarden US-Dollar. Für das gesamte Jahr 2025 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von 94,8 Milliarden US-Dollar, was einem Rückgang von 3 Prozent gegenüber Vorjahr entspricht. Der Gewinn pro Aktie lag bei 0,50 US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen von 0,45 US-Dollar. Tesla meldete einen Nettogewinn von 840 Millionen US-Dollar, was einem Rückgang von 61 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Die Tesla-Aktie stieg im nachbörslichen Handel um 2,5 Prozent.

SERVICENOW

wies für das vierte Quartal einen Gewinn von 401 Millionen Dollar oder 38 Cent je Aktie aus, verglichen mit 384 Millionen Dollar oder 37 Cent je Aktie im Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 92 Cent und damit über den Schätzungen von 88 Cent je Aktie laut einer Umfrage von Factset unter Analysten. Der Umsatz kletterte um 21 Prozent auf 3,57 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von 3,53 Milliarden Dollar.

SAMSUNG ELECTRONICS

hat im vierten Quartal einen Nettogewinn erzielt, der die Erwartungen übertraf. Die Erträge aus dem Kerngeschäft mit Halbleitern stiegen angesichts der Nachfrage nach fortschrittlichen Chips für den Ausbau der Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) stark an. In den drei Monaten bis Ende Dezember hat sich der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr auf 19,642 Billionen Won mehr als verdoppelt. Das Ergebnis, das einem Anstieg von 61 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht, übertraf die Analystenschätzungen von 16,413 Billionen Won. Der Umsatz für das vierte Quartal stieg im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent auf 93,837 Billionen Won und lag damit leicht über der vorläufigen Schätzung des Unternehmens.

OPENAI

Nvidia, Amazon und Microsoft führen einem Medienbericht zufolge Gespräche über eine Investition von bis zu 60 Milliarden Dollar in OpenAI. Das KI-Unternehmen strebt eine Finanzierungsrunde über insgesamt bis zu 100 Milliarden Dollar an, um die wachsende Nachfrage nach seiner Technologie zu decken, wie das Nachrichtenportal The Information berichtete.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/cln/flf

(END) Dow Jones Newswires

January 29, 2026 02:06 ET (07:06 GMT)

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