DJ MÄRKTE USA/Uneinheitlich - Microsoft sacken ab
DOW JONES--Die Stimmung an der Wall Street bleibt übergeordnet positiv. Allerdings kommt es am Donnerstag zunächst zu kleineren Gewinnmitnahmen. Kurz nach der Startglocke gewinnt der Dow-Jones-Index 0,1 Prozent auf 49.078 Punkte. Der S&P500 sinkt um 0,5 Prozent und der Nasdaq-Composite um 1,2 Prozent. Nachdem die US-Notenbanksitzung am Vortag keine Impulse gesetzt hat, rückt die laufende Berichtsperiode wieder in den Vordergrund. Die mit Spannung erwarteten Geschäftsausweise der US-Dickschiffe Meta Platforms, IBM und Microsoft liefern aber kein einheitliches Bild.
Während IBM und vor allem Meta mit einem optimistischen Ausblick die KI-Euphorie am Leben halten, überzeugt Microsoft die Anleger nicht. Der Software-Konzern spricht von steigenden Kosten im Zusammenhang mit KI und prognostiziert einen schwächeren Umsatzausblick der Azure-Cloud-Sparte als angenommen. Die Microsoft-Aktie bricht um rund 10 Prozent ein - Meta bzw. IBM legen dagegen um 8,2 und 7,7 Prozent zu.
Tesla fallen um 1,1 Prozent. Der Rückgang des Betriebsergebnisses ist geringer als vom Markt befürchtet ausgefallen. Dank unerwartet starker Margen wurden die Gewinnerwartungen übertroffen. Zudem will der E-Autohersteller in einer Fabrikationsstätte statt eigener Fahrzeuge nun Optimus-Roboter fertigen, wie CEO Elon Musk mitteilte.
Keiner dieser Geschäftsberichte scheine geeignet, den breiteren Markt entscheidend anzuschieben. Aber sie setzten wahrscheinlich auch der andauernden Aktienrally kein Ende, heißt es im Handel. Mit den Geschäftszahlen des Technologiegiganten Apple wartet nach Börsenschluss schon der nächste Höhepunkt der Berichtsperiode. "Marktteilnehmer wollen heute von Apple und nächste Woche von Amazon und Alphabet wahrscheinlich deutlich mehr sehen, aber es gibt nichts, was mich veranlasste, meine bullische Einschätzung für Aktien zu überdenken", sagt Marktstratege Michael Brown von Pepperstone.
Die am Donnerstag veröffentlichten Konjunkturdaten setzen so kurz nach der jüngsten Notenbanksitzung kaum Akzente. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe verringerte sich in der vergangenen Woche weniger stark als angenommen, bewegt sich aber noch immer auf recht niedrigem Niveau. Das US-Handelsbilanz hat sich im November überraschend deutlich ausgeweitet. Die US-Produktivität stieg in der Zweitlesung zum dritten Quartal im erwarteten Rahmen. Etwas später wird noch der wichtige Auftragseingang der US-Industrie im November veröffentlicht.
Die Zinskurve für US-Staatsanleihen ist nach der Sitzung der Notenbank steiler geworden. Die Renditen kurzlaufender Staatsanleihen geben leicht nach, während die Renditen länger laufender Anleihen geringfügig steigen. Im Zehnjahresbereich verharrt die Rendite bei 4,25 Prozent. Damit scheint der Markt im laufenden Jahr weiter auf Zinssenkungen zu setzen.
Nach der leichten Erholung am Vortag von allerdings ganz niedrigem Niveau sinkt der US-Dollar nun wieder leicht - der Dollar-Index büßt 0,3 Prozent ein. Anleger bleiben hinsichtlich des Greenback pessimistisch. "Es gibt keine Anzeichen, dass die Märkte schon jetzt bereit sind, den Dollar-Pessimismus abzubauen", meint ING-Analyst Francesco Pesole. Kommentare von US-Finanzminister Scott Bessent haben am Mittwoch nach Aussage von Analysten der Deutschen Bank zu einer Stabilisierung des US-Dollar geführt. Bessent hatte sich für eine "Politik eines starken Dollar" ausgesprochen.
Gold und Silber sind derweil nicht zu bremsen - die Edelmetalle springen auf weitere Rekordhochs angesichts der Spannungen rund um den Iran. Auch für die Ölpreise geht es mit den zunehmenden geopolitischen Risiken steil aufwärts - auf die höchsten Stände seit September. Zu den preistreibenden Risiken gehörten mögliche US-Maßnahmen gegen den Iran und die andauernden ukrainischen Angriffe auf die russische Exportinfrastruktur, erläutert Analyst Vikas Dwivedi von Macquarie.
Am Aktienmarkt zeigen sich Sherwin-Williams 1 Prozent im Plus. Während der Jahresausblick des Farbenanbieters unter den Schätzungen liegt, liegt das bereinigte Quartalsergebnis darüber. Caterpillar steigen dagegen um 4,7 Prozent, der Baumaschinenherstelller hat im vierten Quartal einen Umsatzsprung verzeichnet - der bereinigte Gewinn schlägt die Markterwartungen. Der Gewinn von Honeywell International (+4%) ist im vierten Quartal belastet durch Rückstellungen gesunken - der Erlös des Industriekonglomerats stieg jedoch aufgrund der anhaltenden Nachfrage. Lockheed Martin erlöste in der Schlussperiode 2025 mehr als vorausgesagt - der Kurs zieht um 6,9 Prozent an.
Nach überzeugenden Zweitquartalszahlen springen die Halbleitertitel Lam Research um 3,7 Prozent nach oben. Las Vegas Sands sausen 12,3 Prozent gen Süden, der Kasinobetreiber verschreckt mit schwacher Gewinnentwicklung. Mit einem Absturz um 10,5 Prozent trifft es Servicenow ebenfalls hart. Während sich die Viertquartalszahlen positiv lesen, sorgen sich Anleger wahrscheinlich über eine Reihe von Deals, die das Software-Unternehmen abgeschlossen hat, um sich im KI-Bereich besser aufzustellen. Southwest Airlines heben nach positivem Quartalsausweis um 10,8 Prozent ab.
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