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MÄRKTE USA/Wall Street von Geopolitik belastet

DJ MÄRKTE USA/Wall Street von Geopolitik belastet

DOW JONES--Geld- und Geopolitik dürften die Wall Street am Freitag im Griff halten. Der Aktienterminmarkt lässt auf einen etwas leichteren Handelsbeginn am Kassamarkt schließen. Damit erholen sich die Futures deutlich von ihren Tagestiefs und reagieren damit verhalten positiv die Personalie an der Fed-Spitze. Denn US-Präsident Donald Trump hat Kevin Warsh als Nachfolger von US-Notenbankgouverneur Jerome Powell nominiert. Die Märkte hatten im Vorfeld mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Warsh gesetzt. Trump hatte ihn bereits in seiner ersten Amtszeit für den Vorsitz in Betracht gezogen. "In jüngerer Zeit hat Warsh für die Notwendigkeit niedrigerer Zinssätze plädiert, aber früher in seiner Karriere hat er sich als Inflationsfalke einen Namen gemacht", sagt SEB-Volkswirt Johan Javeus.

Für Kaufzurückhaltung am Aktienmarkt sorgen die steigenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Es gebe Erwartungen eines US-Angriffs auf den Iran am Wochenende, mutmaßt IG-Analyst Chris Beauchamp. "Die Anzeichen deuteten darauf hin, dass die USA eine größere und längere Kampagne starten könnten, was unweigerlich die Befürchtung aufkommen lasse, dass Teheran Vergeltung üben werde", fügt der Chefmarktanalyst hinzu. Händler sprechen daher von einem hohen Schlagzeilenrisiko am Wochenende. Daher mieden Anleger risikoreiche Vermögenswerte wie Aktien. Dass ein erneuter Regierungsstillstand offenbar in letzter Sekunde vermieden wird, stützt die Börsen nicht. Anleger schauen indes auf die noch vorbörlich erwarteten Erzeugerpreise für Dezember und den im frühen Handel anstehenden Einkaufsmanagerindex aus Chicago für Januar.

In dieser Gemengelage gerät der Geschäftsausweis von Apple ein wenig in den Hintergrund. Der Technologiegigant legte besser als gedacht ausgefallene Geschäftszahlen vor, schafft es aber nicht, die aktuell etwas gedrückte Stimmung für den Technologiesektor aufzuhellen nach dem Einbruch von Microsoft am Vortag. Apple hat im ersten Geschäftsquartal dank boomender iPhone-Verkäufe einen Rekordgewinn verbucht. Investoren interessieren sich aber besonders für die Kostenprognosen des Unternehmens. Die neue Nachfrage nach KI-Servern und -Geräten hat jüngst zu einem starken Preisanstieg bei Vorprodukten geführt, die in Apple-Geräten verbaut werden. Besonders stark waren die Preisanstiege bei Speicherkomponenten und -medien. Es wird erwartet, dass sich die höheren Kosten später im Jahr auf Apple auswirken werden, wenn Zulieferer die Preiserhöhungen durchsetzen. Die Aktie verliert vorbörslich 0,9 Prozent.

Die Renditen von US-Staatsanleihen zeigen sich zweigeteilt. Während sie am kurzen Ende des Marktes leicht nachgeben, steigen sie am langen Ende. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen gewinnt 3 Basispunkte auf 4,25 Prozent. Die Nominierung Warshs könnte kurzfristig den Weg zu Zinssenkungen ebnen, heißt es im Handel.

Der US-Dollar steigt mit der Fed-Personalie - der Dollar-Index legt um 0,3 Prozent zu. ING-Analyst Francesco Pesole erinnert an die falkenhaften Ansichten Warshs in der Vergangenheit - "insbesondere was den Bilanzabbau betrifft". Die Wahl von Warsh dürfte dazu beitragen, den Dollar etwas zu stabilisieren und das asymmetrische Risiko einer tiefen, anhaltenden Dollarschwäche zu verringern (...)", ergänzt Analystin Krishna Guha von Evercore ISI und verweist ebenfalls auf den falkenhaften Ruf Warshs. Zudem stehe er für die Unabhängigkeit der Fed.

Gold und Silber stürzen nach ihrer jüngsten Rally ab. Damit kommt es nach der jüngsten Rekordjagd, die Gold bis knapp an die Marke von 5.600 Dollar je Feinunze geführt hat, zu kräftigen Gewinnmitnahmen. Bei Öl tut sich derweil wenig - Erdöl war aber bereits in den vergangenen Tagen wegen der Iran-Spannungen kräftig gestiegen.

Am Aktienmarkt steigen Verizon Communications um 2 Prozent. Der Telekommunikationskonzern hat im vierten Quartal ein kräftiges Kundenwachstum verzeichnet. Nach positivem Geschäftsausweis steigen Chevron um 0,4 Prozent, Exxon Mobil geben dagegen um 1,2 Prozent ab. Die Zahlen seien solide, aber manche Anleger hätten auf mehr gehofft, heißt es. American Express (-2,1%) verfehlte die Gewinnschätzungen des Marktes, auch Visa (-1.2%) verlieren nach Geschäftsausweis. Sandisk schnellen um 23,9 Prozent empor, der Anbieter von Speichermedien pulverisierte die Gewinnerwartungen des Marktes.

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DEVISEN          zuletzt    +/- %    0:00 Mi, 17:15 Uhr  % YTD 
EUR/USD          1,1922    -0,4%   1,1969     1,1938  +1,9% 
EUR/JPY          183,67    +0,3%   183,13     183,42  -0,6% 
EUR/CHF          0,9156    +0,0%   0,9153     0,9190  -1,7% 
EUR/GBP          0,8667    +0,0%   0,8667     0,8664  -0,6% 
USD/JPY          154,06    +0,7%   153,00     153,65  -2,4% 
GBP/USD          1,3755    -0,4%   1,3810     1,3780  +2,5% 
USD/CNY          6,9711    -0,2%   6,9829     6,9753  -0,6% 
USD/CNH          6,9495    +0,1%   6,9449     6,9465  -0,4% 
AUS/USD          0,7008    -0,6%   0,7049     0,6994  +5,6% 
Bitcoin/USD       82.515,25    -2,2% 84.399,80   89.190,60  -4,6% 
 
ROHÖL           zuletzt VT-Settlem.   +/- %    +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex          65,11    65,42   -0,5%     -0,31 +13,8% 
Brent/ICE          70,35    70,71   -0,5%     -0,36 +14,3% 
 
METALLE          zuletzt    Vortag   +/- %    +/- USD  % YTD 
Gold           5.031,33   5.380,15   -6,5%    -348,82 +24,5% 
Silber           98,77    115,64   -14,6%     -16,87 +62,2% 
Platin          1.914,43   2.205,78   -13,2%    -291,35 +25,8% 
Kupfer            6,01     6,20   -3,1%     -0,19  +7,5% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/mgo

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January 30, 2026 08:35 ET (13:35 GMT)

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