
© Foto: KI-generiertes Symbolbild.
Auf die in der vergangenen Woche vorgelegten Zahlen reagierte die Microsoft-Aktie mit heftigen Verlusten. Mittelfristig zeichnet sich eine Einstiegschance ab.
US-Quartalssaison: Freud und Leid liegen oft dicht beieinander
Die US-Quartalssaison läuft auf Hochtouren. Mit Alphabet und Amazon stehen in dieser Woche zwei weitere Magnificent-Seven-Werte auf dem Programm, während in der vergangenen Woche bereits vier von ihnen - darunter auch Microsoft - ihre Zahlen zum abgelaufenen Quartal vorgelegt haben.
Die schwache Kursreaktion von Microsoft, das den größten Tagesverlust seit dem Corona-Crash erlebte, deutet darauf hin, dass man am Markt nicht zufrieden war. Das Cloud-Wachstum unter den Erwartungen sowie die hohe Kostenprognose (mit einer Steigerungsrate unter dem in Aussicht gestellten Umsatzwachstum) genügte den Ansprüchen der Anlegerinnen und Anleger nicht.
Nach dem Earnings-Patzer: Wo bei Microsoft jetzt den Einstieg suchen?
In den vergangenen Tagen führte das zu einer Beschleunigung der ohnehin seit Wochen anhaltenden Talfahrt und dementsprechend hoher Verunsicherung. Andererseits wecken die fortgesetzten Kursverluste auch Begehrlichkeiten: Die Diskussionen um einen geeigneten Einstiegszeitpunkt nehmen an Fahrt auf! Wo ein solcher liegen und wie dieser bestmöglich genutzt werden könnte, soll im Folgenden besprochen werden.

Microsoft-Aktie erst angeschlagen, dann vorläufig ausgeknockt
Im vergangenen Jahr erreichte Microsoft bei rund 560 US-Dollar ein neues Allzeithoch. Daraufhin setzt eine erste Konsolidierungsphase ein. Zwar konnte die Aktie angetrieben von starken Quartalszahlen Ende Oktober noch einmal in Richtung 550 US-Dollar klettern, allerdings gab es hier kein Vorbeikommen, sodass ein Doppeltop und damit ein Verkaufssignal entstanden ist.
Das führte zu einer weiteren Korrekturphase, welche in den vergangenen Wochen zu einem Abwärtstrendkanal mit einer Breite von etwa 50 US-Dollar geführt hat. Schon vor den am Mittwochabend vorgelegten Zahlen befand sich die Aktie dadurch in einer schwierigen Ausgangslage.
Nicht nur war der Support bei 500 US-Dollar aufgegeben, auch die gleitenden Durchschnittslinien sind unterschritten wurden. Diese lieferten nach dem Jahreswechsel mit einem Death Cross außerdem ein Verkaufssignal. Der vor den Zahlen gestartete Erholungsversuch scheiterte daher genau an der 200-Tage-Linie beziehungsweise an der Abwärtstrendoberkante.
Mit einer weiteren Verkaufswelle muss noch gerechnet werden
Die starken Kursverluste in den vergangenen Tagen haben die aktuellen Widerstände bestätigt, sodass Microsoft an die Trendkanalunterkante gefallen ist. Hier besteht eine erste Erholungs- und Rebound-Chance.
Mit Blick auf die schwachen technischen Indikatoren könnte der Ausverkauf aber noch nicht zu Ende sein. Sowohl der Relative-Stärke-Index (RSI) als auch der Trendstärkeindikator MACD befinden sich gemeinsam mit der Aktie in Abwärtstrend. Das bedeutet, dass die aktuelle Trendbewegung eine nachhaltige ist.
Außerdem ist der MACD erneut unter seine Signallinie gefallen, was auf eine Abwärtstrendverschärfung andeutet. Die könnte für einen Ausbruch aus dem Trendkanal und einen Rutsch in Richtung 400 US-Dollar sorgen. Hier liegt eine starke Unterstützung. Genau diese könnte für einen Einstieg in die Aktie aus technischer Perspektive geeignet sein, da der RSI spätestens hier im überverkauften Bereich angelangen dürfte.
Mit einer nachhaltigen Aufhellung des Chartbilds und frischen Kaufsignalen ist jedoch erst oberhalb der 500-Dollar-Marke wieder zu rechnen. Hierfür liefert die Charttechnik aktuell jedoch keine Hinweise.
Fazit: 400 US-Dollar wären eine starke Einstiegsgelegenheit
Mit Blick auf die Fundamentaldaten zeichnet sich ein deutlich freundlicheres Bild. Mit einem KGVe 2026 von 25,3 ist die Aktie sicherlich nicht günstig, aber moderat bewertet - vor allem da der 5-Jahres-Durchschnitt mit 31,8 deutlich höher liegt.
Bei vielen Kennziffern werden gegenüber dem Branchenmittel zwar deutliche Aufschläge verlangt, weil Microsoft als Qualitätsaktie gilt, gegenüber der historischen Norm liegen die Abschläge jedoch ähnlich wie beim KGV zwischen 20 und 30 Prozent. Das deutet nach der monatelangen Konsolidierung auf eine strukturelle Unterbewertung hin.
Eine solche wird auch von Analystinnen und Analysten gesehen, die nach den Zahlen mit überwältigender Mehrheit bullish geblieben sind. Bei insgesamt 56 Empfehlungen liegen mit einer (neutralen) Ausnahme ausschließlich Bewertungen mit "Kaufen" oder "Aufstocken" vor. Im Mittel wird ein fairer Wert von 602,51 US-Dollar genannt. Das entspricht gegenüber dem Schlusskurs vom Montagabend einer Upside von 42,3 Prozent.
Spätestens wenn sich das Kursgeschehen bei 400 US-Dollar stabilisiert hat, sollte daher zugeschlagen und das beträchtliche Potenzial der Aktie gesichert werden.
Gewinne satt? Dieser Scheint macht's möglich!
Wer dabei die Chance auf überproportional hohe Investitionsgewinne wahrnehmen möchte, sollte anstatt der Aktie auf den Discount-Optionsschein PK2PUE setzen. Dieser bietet einen maximalen Auszahlungsbetrag von 16.95 US-Dollar und damit eine Rendite von bis 229,8 Prozent, wenn Microsoft bis zum Laufzeitende im Dezember auf oder über die Kappungsgrenze ("Cap") bei 600 US-Dollar steigt.
Für Kurse zwischen dem Basispreis von 400 US-Dollar und dem Cap wird eine anteilige Auszahlung fällig. Diese lautet für einige beispielhafte Fälle (zum Laufzeitende) wie folgt:

Doch Vorsicht: Sollte Microsoft zum Laufzeitende unter dem Basispreis von 400 US-Dollar notieren, verfällt PK2PUE wertlos. Es besteht also Totalverlustgefahr! Daher sollte die Position vorzeitig verkauft und der Restwert gesichert werden, wenn die Aktie nachhaltig (also min. auf Wochenschlusskursbasis) unter die hier verlaufende Unterstützung fällt.
Gastautor: Max Gross
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