(In der Meldung wurde die Überschrift und der 1. Absatz korrigiert. Es ist der tiefste Stand seit September 2024 rpt seit September 2024.)
LUXEMBURG (dpa-AFX) - In der Eurozone ist die Inflationsrate wie erwartet weiter zurückgegangen. Im Januar stiegen die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 1,7 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg nach einer ersten Schätzung mitteilte. Volkswirte hatten dies im Schnitt erwartet. Es ist die niedrigste Inflationsrate seit September 2024. Im Dezember 2025 hatte die Rate noch bei 2,0 Prozent gelegen.
Die Europäischen Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig zwei Prozent an. Die EZB hatte zuletzt die Leitzinsen nicht angetastet. Auch an diesem Donnerstag wird keine Änderung erwartet.
Die Entwicklung in den Mitgliedsländern der Eurozone ist unterschiedlich. In Deutschland und den Niederlanden war die Inflation gestiegen. In Frankreich, Italien, Spanien und Belgien gingen die Raten zurück. In Frankreich liegt die Inflationsrate mit 0,4 Prozent besonders niedrig. Die deutsche Inflationsrate beträgt 2,1 Prozent.
Mit ausschlaggebend für die schwächere Inflation sind sinkende Kosten für Energie. Die Energiepreise fielen in der Eurozone um 4,1 im Jahresvergleich. Die Preise für Lebens- und Genussmittel stiegen hingegen um 2,7 Prozent.
Die Kernrate der Inflation, bei der besonders schwankungsanfällige Komponenten wie Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, sank auf 2,2 Prozent - von zuvor 2,3 Prozent. Hier hatten die Volkswirte keine Veränderung erwartet.
Commerzbank-Experte Vincent Stamer erwartet einen weiteren Rückgang der Kerninflation. "Die Gründe dafür sind sowohl die schwächere Lohninflation im Euroraum als auch die gefallenen Importpreise." Importeure profitierten zurzeit auch von einem stärkeren Euro.
Im Vergleich zum Vormonat fielen die Preise insgesamt um 0,5 Prozent. Die Kernverbraucherpreise sanken um 1,1 Prozent.
"Die Rufe nach einer EZB-Zinssenkung dürften lauter werden", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Nicht nur, dass die Teuerungsrate nun unter dem EZB-Zielniveau von 2 Prozent liegt, vielmehr kommt nun mit den höheren Euro-Notierungen ein weiterer Punkt hinzu, der zu einem Umdenken in der EZB führen könnte." Gitzel vermutet, dass EZB-Präsidentin Christine Lagarde, die Tür für eine Zinssenkung "zumindest einen Spaltbreit" öffnet./jsl/jkr/jha/
