TEHERAN (dpa-AFX) - Regierungsvertreter aus dem Iran und den USA wollen Medienberichten zufolge an diesem Freitag im Golfstaat Oman neue Verhandlungen aufnehmen. Wie die iranischen Nachrichtenagenturen Tasnim und Isna berichteten, sind zunächst "indirekte Verhandlungen" geplant. Gemeint ist damit, dass etwa wie im vergangenen Jahr Omans Außenminister Nachrichten zwischen beiden Seiten am Verhandlungsort übermittelt.
Auch das US-Nachrichtenportal Axios hatte über die omanische Hauptstadt Maskat als Austragungsort berichtet. Zuvor stand Istanbul als Verhandlungsort zur Diskussion - auf Wunsch der iranischen Seite sollten die Gespräche dann aber im Oman stattfinden, hieß es in dem Bericht.
Eine offizielle Bestätigung aus Washington oder Teheran für die neue Verhandlungsrunde gab es zunächst nicht. US-Präsident Donald Trump hatte vor wenigen Wochen erklärt, beide Länder wollten wieder miteinander sprechen. Zuvor hatte der Republikaner der iranischen Führung noch mit Angriffen gedroht, nachdem der Sicherheitsapparat brutal gegen Massenproteste vorgegangen war.
Protestbewegung gegen Verhandlungen
Viele Iranerinnen und Iraner, die Anfang Januar noch gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik demonstriert hatten, sehen neue Verhandlungen kritisch. Sie fordern einen Machtwechsel und fürchten, dass neue Gespräche der Regierung in Teheran nun den Rücken stärken. Tausende Demonstranten sollen in den Nächten des 8. und 9. Januar getötet worden sein.
Bei den Gesprächen in Maskat soll es nach iranischer Darstellung zunächst ausschließlich um das umstrittene iranische Atomprogramm gehen. Außenminister Abbas Araghtschi werde die iranische Seite vertreten, die USA der Sondergesandte Steve Witkoff.
Experte: Direkte Gespräche notwendig
Bereits im vergangenen Jahr hatten die beiden Regierungsvertreter in Maskat und auch in Rom verhandelt, ehe die Gespräche ins Stocken gerieten und durch Israels Krieg gegen den Iran gestoppt wurden. Unklar ist, ob sich die US-Regierung dieses Mal auf indirekte Verhandlungen einlässt.
"Direkte Gespräche sind notwendig, um bedeutende Fortschritte zu erzielen. Wenn der Iran diesen nicht zustimmen kann, sehe ich nicht, wie dieses Unterfangen viel bewirken kann", schrieb der Experte Gregory Brew von der Beratungsfirma Eurasia Group auf der Plattform X./arb/DP/jha
