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MÄRKTE EUROPA/Anleger defensiver - Zementhersteller knicken ein

DJ MÄRKTE EUROPA/Anleger defensiver - Zementhersteller knicken ein

DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch mit Abschlägen geschlossen. Immerhin sprang der "Claude-Crash" unter den US-Softwareunternehmen nicht eins zu eins auf Europa über. Allerdings wurden die Bewertungen für die Branche der Technologiewerte gesenkt - in Folge kamen Aktienkurse unter Druck. Der Sektor der Technologiewerte stellte mit minus 2,4 Prozent den Verlierer in Europa, Finanzdienstleister gaben im Mittel um 1,5 Prozent nach. Auch sie litten unter der neuen KI-Anwendung, die das Datengeschäft stark schmälern dürfte. Wann die disruptive Kraft der KI andere Geschäftsmodelle übernehme, sei allenfalls eine Frage der Zeit, hieß es. Investoren legen ihr Geld momentan lieber in Industrie- und Sachwerten an, Software dürfte noch eine Weile gemieden werden.

Der DAX verlor 0,7 Prozent auf 24.603 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gab 0,4 Prozent auf 5.970 Punkte nach. Zu den Gewinnern gehörten Chemie- und defensive Telekomwerte, deren Branchenindizes um bis zu 4,8 Prozent zulegten. In London steigt der FTSE-100-Index erneut auf ein Rekordhoch - unter anderem wegen der dort gelisteten Minen- und Ölwerte. Zudem bauten die Aktien von GSK ihre Gewinne auf 3,8 Prozent aus. Das Pharma-Unternehmen hatte gute Viertquartalszahlen vorgelegt. Beazley sprangen um 6,9 Prozent nach oben, nachdem das Unternehmen einer Übernahme durch Zurich Insurance (+3,5%) zugestimmt hatte. Der SMI, in dem eine Reihe defensiver Schwergewichte wie Nestle (+2,6%), Roche (+2,3% gelistet sind, erklomm wie der britische Leitindex Rekordstände.

Inflation sinkt vorübergehend

Die Inflation im Euroraum ist im Januar überraschend deutlich von 2,0 auf 1,7 Prozent gefallen. Für die Volkswirte der Commerzbank ist dies teilweise auf Sondereffekte bei den Energiepreisen zurückzuführen. Aber auch die Kernteuerungsrate ohne Energie, Nahrungs- und Genussmittel hat auf 2,2 nachgegeben. In den kommenden Monaten dürfte die Kernrate weiter sinken. Die Commerzbank geht jedoch nicht davon aus, dass diese Bewegungen die Europäische Zentralbank (EZB) zu neuen Zinsschritten motivieren werden.

Die Aktien von Heidelberg Materials und Holcim gaben um 9,8 und 7,9 Prozent nach - belastete von einem Bericht, wonach die Europäische Kommission ihr Emissionshandelssystem abschwächen werde. Die EU werde die Ausgabe kostenloser CO2-Zertifikate für die Industrie über eine vereinbarte Frist hinaus verlängern, berichtete das Handelsblatt. Heidelberg und Holcim hatten sich aggressiv auf die Dekarbonisierung konzentriert - ein Schritt, der ihnen "einen erheblichen Kostenvorteil gegenüber der Branche als Ergebnis geringerer Kohlenstoffemissionen aus ihren Netzen" versprochen hat, wie die Analysten von JP Morgan erläuterten. Die berichteten Verzögerungen werden den Anstieg der CO2-Preise verlangsamen und den relativen Vorteil schmälern, den die beiden Unternehmen erreichen wollten.

Novo Nordisk brachen in Kopenhagen um 17,2 Prozent ein. Bei dem Pharmakonzern zeigten sich die Spuren des Wettbewerbs um Abnehmspritzen immer deutlicher: Novo warnte vor geringeren Preisen für Ozempic und Wegovy in den USA. Auch wenn der Markt wegen des Gegenwinds in diesem Jahr einen Rückgang bei Umsatz und Gewinn erwartet habe, sei die Prognose schwächer als erwartet ausgefallen, urteilte Analyst Soren Lontoft Hansen von Sydbank. Ein Aktienrückkauf von bis zu 15 Milliarden Kronen stützte den Kurs nicht.

Für Infineon ging es nach Zahlenausweis um 1,9 Prozent nach unten. Der Konzern lieferte ein solides, aber saisonal schwächeres erstes Quartal des Geschäftsjahres 2026 ab, wie MWB urteilte. Die Übernahme des nicht-optischen Analog-/Mixed-Signal-Sensorportfolios von AMS-Osram stelle eine starke strategische Ergänzung zu einem attraktiven Preis dar.

Henkel legten um knapp 5 Prozent zu, der Konsumgüterkonzern übernimmt den Anbieter von Hochleistungsspezialbeschichtungen Stahl für 2,1 Milliarden Euro von der französischen Wendel. Die Stahl Group beliefert weltweit führende Unternehmen in den Bereichen Automobil, Mode & Lifestyle sowie Verpackungen und erzielte im vergangenen Jahr einen bereinigten Umsatz von rund 725 Millionen Euro. Clariant (+13,2%) und BASF (+5%) sind ebenfalls Aktionäre von Stahl und halten zusammen rund 30 Prozent.

Die Aktien von Santander büßten 3,5 Prozent ein. Die Nachricht über den Kauf von Webster Financial in den USA kam schlecht an. "Der Markt hört im Moment nicht gern, wenn jemand bei diesem politischen Rahmen sein US-Exposure sogar noch erhöht", sagte ein Händler. Für UBS ging es nach Zahlenvorlage um 6,3 Prozent nach unten - belastet von Geldabflüssen in im US-Vermögensverwaltungsgeschäft.

=== 
Index          Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn* 
Euro-Stoxx-50      5.970,47       -0,4%        +3,5% 
Stoxx-50        5.114,45       -0,4%        +4,4% 
Stoxx-600         618,12       +0,0%        +4,3% 
XETRA-DAX       24.603,04       -0,7%        +1,2% 
CAC-40 Paris      8.262,16       +1,0%        +0,4% 
AEX Amsterdam       990,32       -0,4%        +4,5% 
ATHEX-20 Athen     6.153,73       +1,6%       +13,2% 
BEL-20 Brüssel     5.545,43       +0,8%        +8,3% 
BUX Budapest     133.311,70       +2,3%       +15,6% 
OMXH-25 Helsinki    5.983,15       +0,8%        +4,1% 
OMXC-20 Kopenhagen   1.617,13       -6,7%        +7,7% 
PSI 20 Lissabon     8.881,79       +0,6%        +6,8% 
IBEX-35 Madrid     18.102,50       -0,1%        +4,7% 
FTSE-MIB Mailand    46.636,43       +0,5%        +3,3% 
OBX Oslo        1.690,93       +0,5%        +5,3% 
PX Prag        2.804,83       +0,7%        +3,7% 
OMXS-30 Stockholm    3.117,93       +1,0%        +7,1% 
WIG-20 Warschau     3.457,14       +0,5%        +8,1% 
ATX Wien        5.748,06       +0,3%        +7,6% 
SMI Zürich       13.508,12       +1,0%        +0,8% 
*bezogen auf Vortagesschluss 
 
DEVISEN          zuletzt    +/- %    0:00 Di, 17:59 Uhr  % YTD 
EUR/USD          1,1804    -0,1%   1,1819     1,1818  +0,6% 
EUR/JPY          184,87    +0,4%   184,08     184,01  -0,1% 
EUR/CHF          0,9168    +0,1%   0,9163     0,9158  -1,5% 
EUR/GBP          0,8642    +0,1%   0,8630     0,8627  -1,0% 
USD/JPY          156,62    +0,6%   155,76     155,70  -0,7% 
GBP/USD          1,3658    -0,3%   1,3695     1,3700  +1,7% 
USD/CNY          6,9593    +0,0%   6,9586     6,9575  -1,0% 
USD/CNH          6,9415    +0,1%   6,9344     6,9335  -0,6% 
AUS/USD          0,6993    -0,3%   0,7018     0,7019  +5,3% 
Bitcoin/USD       73.601,25    -2,6% 75.589,85   76.511,45 -11,1% 
 
ROHÖL           zuletzt VT-Settlem.   +/- %    +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex          63,23    63,21   +0,0%      0,02 +10,3% 
Brent/ICE          67,46    67,33   +0,2%      0,13 +10,9% 
 
METALLE          zuletzt    Vortag   +/- %    +/- USD  % YTD 
Gold           4.899,41   4.946,40   -1,0%     -46,99 +14,5% 
Silber           85,09    85,42   -0,4%     -0,33 +19,4% 
Platin          1.888,86   1.879,26   +0,5%      9,60  +7,5% 
Kupfer            5,89     6,09   -3,3%     -0,20  +5,5% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/flf

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February 04, 2026 12:20 ET (17:20 GMT)

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