CANBERRA/BRUNEI (dpa-AFX) - Außenminister Johann Wadephul schließt seine mehrtägige Reise zu den Pazifikstaaten und nach Südostasien in Australien und dem Sultanat Brunei ab. In der australischen Hauptstadt Canberra will sich CDU-Politiker zunächst mit seiner Amtskollegin Penny Wong zu einem Abendessen treffen. Später sind auch Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft sowie dem Minister für Industrie und Innovation, Tim Ayres, und mit dem Minister für Handel und Tourismus, Don Farrell, geplant.
Dabei dürfte es auch um die protektionistische Zoll-Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump gehen. Australien vollzieht einen Balanceakt zwischen China und den USA. China ist der wichtigste Handelspartner, und Australien profitiert vom seit 2015 geltenden Freihandelsabkommen ChAFTA. Deutschland ist Australiens zweitwichtigster Handelspartner in Europa, während Australien Rohstoffe und Agrarprodukte liefert.
Reiches Sultanat Brunei mit strengem islamischem Recht
Brunei (mit offiziellem Namen Brunei Darussalam - letzteres bedeutet "Ort des Friedens") ist ein kleines Sultanat auf der Insel Borneo. Brunei ist bekannt für massive Öl- und Gasvorkommen und gilt als eines der reichsten Länder der Erde. Es ist eine absolute Monarchie mit strengem islamischem Recht - mehr als 80 Prozent der Bevölkerung von knapp 470.000 Menschen sind Muslime.
Der Sultan übt seit Jahrzehnten uneingeschränkte Macht aus: Es gibt keine echten Wahlen und keine starke unabhängige Justiz. Die Regierung hält seit 1962 einen dauerhaften Ausnahmezustand aufrecht. Deutschland und Brunei unterhalten seit 1984 offizielle diplomatische Beziehungen, kurz nach der Unabhängigkeit von Brunei. Die Beziehungen gelten als freundschaftlich und stabil. Die Kooperation konzentriert sich vor allem auf Handel und Wirtschaft./bk/DP/jha
