DJ MÄRKTE EUROPA/Knapp behauptet vor EZB - Rheinmetall überrascht negativ
DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte notieren am Donnerstagmittag knapp im Minus. Während am Morgen eine Reihe von Unternehmen ihre Geschäftsberichte vorlegten und den Märkten damit Impulse gaben, wird nun auf die Zinsentscheidungen der Bank of England sowie der Europäischen Zentralbank gewartet. An der Börse wird fest damit gerechnet, dass beide Notenbanken die Leitzinsen bestätigen. Der DAX verliert 0,2 Prozent auf 24.549 Punkte. Mit einem Minus von 6,7 Prozent sind Rheinmetall bislang Tagesverlierer im DAX. Der Rüstungskonzern hatte am Vorabend einen sogenannten Pre-Close-Call. Wie Berenberg anmerkt, wurde für das laufende Jahr ein Umsatz von 13,6 Milliarden Euro in Aussicht gestellt, das liege rund 12 Prozent unter der Marktschätzung von Visible Alpha. Der Euro-Stoxx-50 handelt 0,2 Prozent tiefer bei 5.961 Punkten. An den Anleihemärkten ist es ruhig, genauso wie am Devisenmarkt, wo der Euro mit knapp 1,1800 kaum verändert zum Dollar handelt. Ein Blick auf die zuletzt sehr volatilen Edelmetalle zeigt, dass Silber schon wieder 10 Prozent tiefe umgesetzt wird. Gold handelt dagegen recht stabil 1,3 Prozent im Minus.
EZB dürfte Euro-Stärke thematisieren
Nach Einschätzung der Zinsstrategen der DZ Bank dürfte die EZB, wie auch marktseitig erwartet, die Leitzinsen zum Jahresauftakt unverändert belassen. So signalisierten die Währungshüter doch bereits seit Längerem, dass sie sich mit der aktuellen geldpolitischen Ausrichtung gut positioniert sehen. Im Rahmen der anschließenden Pressekonferenz dürfte unter anderem die jüngste Aufwärtsbewegung des Euro gegenüber dem US-Dollar zur Sprache kommen. Allerdings sei nicht davon auszugehen, dass EZB-Chefin Lagarde das Niveau von Euro-Dollar thematisieren wird. Allenfalls könnte sie sich kritisch zur Dynamik dieser Kursbewegung äußern. Was die anderen noch zur Bekanntgabe anstehenden Leitzinsentscheidungen der Bank of England oder der Banco de Mexico betreffe, werde bei beiden aufgrund diverser Inflationsrisiken ebenfalls von unveränderten Leitzinsniveaus ausgegangen.
Berichtssaison im Fokus
Ansonsten setzt die Berichtssaison Akzente. Im Bankensektor haben BBVA sowie BNP Paribas Zahlen vorgelegt, der Branchen-Index in Europa notiert gut 1 Prozent im Minus. BNP Paribas (+3,7%) habe positiv überrascht, der Gewinn im vierten Quartal habe 5 Prozent über dem Konsens gelegen, gestützt durch bessere Erträge und eine bessere Risikovorsorge, so die Jefferies-Analysten. BBVA geben dagegen um deutliche 6,7 Prozent nach. Die Zahlen entsprechen zwar den Erwartungen. Der Gewinn vor Risikovorsorge habe dank der guten Entwicklung in Spanien und Mexiko die Konsensschätzungen übertroffen, während die Zahlen für die Türkei und Südamerika die Schätzungen verfehlt hätten.
Nach durchwachsenen Zahlen geben Siemens Healthineers 2,6 Prozent nach. Der Umsatz liege im ersten Quartal einen Tick unter den Konsensschätzungen, das adjustierte EBIT mit 809 Millionen Euro über der Erwartung von 797 Millionen Euro.
Als sehr vernünftig werten Händler den sofortigen Beginn des Aktienrückkaufs bei SAP. Das Programm von bis zu 10 Milliarden Euro bis Ende nächsten Jahres soll bereits am heutigen Donnerstag beginnen. "Angesichts des US-Einbruchs bei Software-Aktien ist das richtig und zeigt Zuversicht", sagt ein Händler. Bis Ende Juli soll nun eine erste Tranche über 2,6 Milliarden Euro über die Börse gekauft werden. SAP gewinnen 2,9 Prozent.
Qiagen (-0,5%) hatte am Vorabend bessere Quartalszahlen vorgelegt. Der Ausblick für das Gesamtjahr entspricht den Erwartungen, allerdings wurde ein relativ zurückhaltender Start ins neue Jahr in Aussicht gestellt.
Rational haussieren nach vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr um 10 Prozent. Diese implizieren laut RBC Ergebnisse für das vierte Quartal, die deutlich über den Schätzungen liegen. Den Umsatz sehen die Analysten 2 Prozent über den Markterwartungen, das EBIT sogar 14 Prozent. Mit 29 Prozent fällt die operative Marge beeindruckend aus, 300 Basispunkte besser als erwartet.
Volvo Car brechen ein
Die von Volvo Car (-25%) im vierten Quartal verfehlten Umsatz- und Gewinnziele bedeuten, dass die Konsensschätzungen für 2026 um 10 bis 15 Prozent gesenkt werden könnten, schreibt UBS-Analyst David Lesne in einem Kommentar. Die Herabstufungen könnten sogar noch deutlicher ausfallen. Der Sektor der Automobilhersteller ist mit minus 2,5 Prozent der Verlierer, VW, BMW wie auch Mercedes notieren rund 3 Prozent im Minus.
=== INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD Euro-Stoxx-50 5.960,70 -0,2% -9,77 +3,1% Stoxx-50 5.099,27 -0,3% -15,18 +4,0% DAX 24.548,68 -0,2% -54,36 +0,5% MDAX 31.442,67 -0,3% -81,96 +3,0% TecDAX 3.602,84 -0,3% -10,21 -0,3% SDAX 17.829,90 -0,5% -95,87 +4,4% CAC 8.274,39 +0,1% 12,23 +1,4% SMI 13.447,18 -0,5% -60,94 +1,8% ATX 5.702,13 -0,8% -45,93 +7,9% DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Mi, 17:59 Uhr % YTD EUR/USD 1,1793 -0,1% 1,1807 1,1802 +0,6% EUR/JPY 185,34 +0,1% 185,18 184,85 +0,5% EUR/CHF 0,9167 -0,0% 0,9171 0,9168 -1,4% EUR/GBP 0,8674 +0,3% 0,8648 0,8642 -1,0% USD/JPY 157,16 +0,2% 156,83 156,62 +0,0% GBP/USD 1,3596 -0,4% 1,3652 1,3657 +1,3% USD/CNY 6,9579 -0,0% 6,9590 6,9593 -1,0% USD/CNH 6,9394 -0,0% 6,9416 6,9416 -0,6% AUS/USD 0,6980 -0,3% 0,6998 0,6993 +4,9% Bitcoin/USD 70.467,85 -2,6% 72.362,70 73.455,85 -11,1% ROHOEL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 64,46 65,14 -1,0% -0,68 +11,8% Brent/ICE 68,74 69,46 -1,0% -0,72 +12,6% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 4.875,05 4.964,20 -1,8% -89,15 +14,9% Silber 78,23 88,37 -11,5% -10,15 +23,7% Platin 1.769,14 1.896,97 -6,7% -127,83 +8,2% Kupfer 5,85 5,85 +0,1% 0,00 +2,4% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags (Angaben ohne Gewähr) ===
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February 05, 2026 06:42 ET (11:42 GMT)
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